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Ansfeldner Bürgermeister nahm sich das Leben

04.03.2010
Der Bürgermeister von Ansfelden, Walter Ernhard, hat sich das Leben genommen. Das Stadtoberhaupt war erst vor kurzem in die Schlagzeilen geraten: Ernhard, in letzter Zeit gesundheitlich angeschlagen, erhielt von einem Unbekannten eine Pralinenschachtel mit zwei toten Mäusen.

15 Jahre lang war Walter Ernhard Ansfeldner Ortschef. Er war in den vergangenen Wochen gesundheitlich angeschlagen, schon länger im Krankenstand. Der verstorbene und Zeit seines Lebens als streitbar bekannter Bürgermeister galt trotzdem unter Freunden als sehr gutmütig. Der SPÖ-Politiker habe sich um alles angenommen.

Drohbrief und tote Mäuse erhalten

Dennoch kam Ende Februar ein Zwischenfall dazu, bei dem ihm ein Unbekannter eine Pralinenschachtel mit zwei toten Mäusen und einem Drohbrief ins Gemeindeamt (wie kommunalnet.at hier berichtete) zukommen ließ. In dem beigelegten Brief machte der Absender das Stadtoberhaupt u.a. für Ansfeldens schlechte Finanzlage verantwortlich. Ernhard zeigte sich damals menschlich tief verletzt. "Der Wertewandel, in dem wir uns momentan befinden, macht vor nichts Halt", sagte er. Wie nahe Walter Ernhard die persönlichen Attacken gegangen sind, wurde erst vor wenigen Wochen klar, als er bei einem Interview (orf.at) zu weinen begann.

2009 konnte er sein Amt mit 60 Prozent bestätigen

Walter Ernhard wurde am 29. April 1953 geboren und war gelernter Betriebselektriker. Die berufliche Laufbahn begann 1968 in der Nettingsdorfer Papierfabrik, wo er bis 2001 Betriebsratsvorsitzender war. Seit 1995 lenkte er die Geschicke der Stadtgemeinde. Seit 1979 saß er für die SPÖ im Gemeinderat von Ansfelden, von 1985 bis 1995 war er Vizebürgermeister, im Jahr 1995 wurde er schließlich Stadtchef. Bei der Bürgermeisterwahl 2009 konnte er mit knapp 60 Prozent sein Amt bestätigen. Ernhard hinterlässt eine Frau und einen Sohn.

Tiefe Betroffenheit

In der SPÖ Oberösterreich herrscht tiefe Betroffenheit über das plötzliche Ableben des Stadtoberhaupts. "Es ist tragisch, dass er aus dem Leben geschieden ist", erklärte Landesgeschäftsführer Christian Horner in einer ersten Reaktion. Das ganze Mitgefühl gelte den Angehörigen, denen man Unterstützung und Hilfe in diesem schweren Moment angeboten habe.

Die Frage nach dem "Warum"?

Warum Walter Ernhard den Freitod wählte ist derzeit noch nicht geklärt. Spekuliert wird etwa über die Finanzprüfung der Gemeinde durch den Landesrechnungshof.


Verfasser: Marlies Nadlinger (marlies.nadlinger@gemeindebund.gv.at)



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