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Hintergrund: Was die Kinderbetreuung den Gemeinden kostet

26.03.2010
Die Diskussion um das Angebot des Gratiskindergartens nimmt an Heftigkeit zu. Viele Menschen wissen gar nicht, welche Leistungen die Gemeinden für die Kinderbetreuung erbringen, vielfach wird angenommen, dass Bund und Länder dafür bezahlen. Hier sind die Fakten.
 

Eine gewaltige mediale Welle haben die Gedanken des steirischen Landeshauptmanns Franz Voves und von Gemeindebund-Präsident Helmut Mödlhammer zum Gratiskindergarten ausgelöst. Zahlreiche Politiker haben darauf reagiert (Lesen Sie hier die Reaktionen).

Gemeinden haben die Hauptlast in der Kinderbetreuung

Im Gespräch mit Journalisten und auch der Bevölkerung stellt sich heraus, dass das Wissen um die Finanzierung und den Erhalt der Kindergärten oftmals lückenhaft ist. Die meisten Menschen gehen davon aus, dass Kinderbetreuung vorwiegend eine Sache des Bundes und der Länder ist. Das Gegenteil ist der Fall, die Gemeinden haben die Hauptlast in der Kinderbetreuung zu tragen, wie die folgenden Fakten beweisen.

Insgesamt 4.883 öffentliche Kindertagesheime

Insgesamt gibt es in Österreich 4.883 öffentliche Kindertagesheime, darunter fallen die Kindergärten, die Kinderkrippen und die Horteinrichtungen. Dazu kommen noch 3.067 private Einrichtungen, in Summe also 7.950 Kinderbetreuungseinrichtungen.

Die Zahl der reinen Kindergärten beträgt 4.863, davon sind 3.556 öffentliche Kindergärten. Von diesen 3.556 Kindergärten werden 3.525 von Gemeinden erhalten und betrieben. Nur 19 Kindergärten betreibt der Bund direkt, weiter 12 Kindergärten werden von den Ländern betrieben. Dazu kommen noch 1.307 private Kindergärten, bei denen in der Regel die Gemeinden aber auch Zuschüsse leisten müssen, um Defizite auszugleichen.

Mit Kostensteigerung von bis zu 50 Prozent zu rechnen

Deutlich sichtbar wird der Kostenaufwand der Gemeinden auch dann, wenn man sich ansieht, wieviel Geld die Gemeinden pro Kind und Jahr im Jahr 2008 ausgeben mussten. Die Zahlen liegen erst für das Jahr 2008 vor, ein Zeitpunkt in dem der flächendeckende Gratiskindergarten und das verpflichtende letzte Kindergartenjahr noch nicht eingeführt waren. Für 2009 und 2010 ist daher noch mit Kostensteigerungen von bis zu 50 Prozent der in der Folge genannten Werte zu rechnen.

Soviel gaben die Gemeinden 2008 pro Kind und Jahr für Kinderbetreuung aus (ohne Wien):

Burgenland 5.196 Euro
Kärnten 4.033 Euro
Niederösterreich 4.680 Euro
Oberösterreich 3.518 Euro
Salzburg 4.352 Euro
Steiermark 5.057 Euro
Tirol 3.657 Euro
Vorarlberg 3.963 Euro
Durchschnitt Österreich 4.282 Euro

Insgesamt wird davon ausgegangen, dass die Gemeinden im Jahr 2009 durch die zusätzlichen Angebote rund 1,5 Mrd. Euro nur für die Kinderbetreuung aufwenden müssen.


Verfasser: Daniel Kosak (daniel.kosak@gemeindebund.gv.at)



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