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Gratis-Kindergarten spaltet die Gemüter

26.03.2010
Die Diskussion um den mittlerweile in allen Bundesländern eingeführten Gratis-Kindergarten wurde durch den steirischen LH Franz Voves und Gemeindebund-Präsident Bgm. Helmut Mödlhammer wieder angeregt. Lesen Sie auf kommunalnet.at Reaktionen und Meinungen zum Thema Gratis-Kindergarten.
Der steirische Landeshauptmann Franz Voves machte den Vorstoß und regte an über Leistungen wie Gratis-Kindergärten nachzudenken. Auch Gemeindebundpräsident Helmut Mödlhammer stellt die kostenlose Betreuung infrage. "Wer es sich leisten kann, soll auch dafür bezahlen. Die kostenlose Kinderbetreuung ist unsozial", meint Mödlhammer. Ablehnend steht er auch der Forderung nach einer akademischen Ausbildung für Kindergärtnerinnen entgegen, da dadurch höhere Gehälter fällig werden. "Das kostet ein Schweinegeld und bringt keine Qualitätsverbesserung."

"Alles für alle gratis geht einfach nicht" Lopatka fordert sozial gestaffelte Kindergartentarife.

Finanzstaatssekretär Reinhold Lopatka fordert von Ländern und Gemeinden die Einführung von sozial gestaffelten Kindergartentarifen anstatt kostenloser Angebote. "Der strapazierte Staatshaushalt braucht Beiträge aller Gebietskörperschaften. Alles für alle gratis geht einfach nicht", so Lopatka. Weiters regt Lopotka an, dass der Gemeindebund ein österreichweites Modell vorlegt.

"Der Kindergarten muss nicht zu 100 Prozent gratis sein", schließt sich Familienstaatssekretärin Christine Marek der Meinung von Lopotka an. "Die soziale Staffelung ist wichtig, aber Qualität darf etwas kosten", meint Marek. 

"Der Sparstift wird bei den Falschen angesetzt"

Kostenbeiträge könnten sich negativ auf Frauen auswirken, mutmaßt Heinisch-Hosek. Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek kritisiert die Rückbau-Wünsche der kostenlosen Kindergartenangebote. Laut Heinisch-Hosek sei der Kindergarten wesentlich, sowohl als Bildungseinrichtung als auch als Schlüssel zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie. "Als Frauenpolitikerin möchte ich nicht, dass Kostenbeiträge dazu führen, dass mehr Frauen daheim bleiben oder Teilzeit arbeiten, weil der Nachmittag etwas kostet." Sie verstehe zwar den Spardruck auf Länder und Gemeinden, warne aber davor den Sparstift bei den Falschen anzusetzen.

"Der kostenlose Bildungszugang muss im Kindergarten beginnen"

Für die Gewährleistung gleicher Chancen für alle Kinder sei es wichtig, den kostenlosen Bildungszugang bereits im Kindergarten einzuführen, so der stellvertretende Klubobmann der Grünen, Werner Kogler. "Bildung beginnt im Kindergarten, allen voran der Spracherwerb".

"Es geht um die Schaffung eines Angebots" Schmied setzt sich für eine bessere Ausbildung der Kindergärtnerinnen ein.

Bildungsministerin Claudia Schmied kann die Ablehnung einer akademischen Ausbildung für Kindergärtnerinnen aus Kostengründen nicht nachvollziehen. "Das heißt ja nicht, dass nur noch Bachelors im Kindergarten arbeiten dürfen", stellt Schmied klar. "Es geht nur um die Schaffung eines Angebots".

EduCare, eine Plattform für elementare und außerschulische Bildung, reagiert ebenfalls auf die Aussagen von Bgm. Mödlhammer. EduCare fordert ein einheitliches Qualifikations- und Berufsprofil für die unterschiedlichen Arbeitsbereiche im elementaren und außerschulischen Bereich. 

Reaktion aus den Bundesländern

Dörfler will das Gratisjahr für Fünfjährige beibehalten. Gerhard Dörfler, Landeshauptmann von Kärnten, will das Gratisjahr für Fünfjährige nicht infrage stellen. Gleichzeitig kündigt er aber Änderungen bei den anderen Altersgruppen an. Kostenbeiträge der Eltern sind geplant. Für sozial Schwache sollen über die Familienförderung Ausgleichszahlungen geleistet werden.

Uneinigkeit herrscht in Salzburg: Landeshauptfrau Gabi Burgstaller verweist auf das im Regierungsübereinkommen festgelegte Ziel, den Gratiskindergarten bis 2014 einzuführen. Landesrätin Doraja Eberle meint, dass dies in der derzeitigen Situation des Landes nicht möglich sei.

Alle übrigen Länder wollen an ihren recht unterschiedlich ausgestalteten Gratis-Angeboten keine Änderungen vornehmen.

"Der Bedarf ist durch den Gratis-Kindergarten gestiegen"

Der steirische Bürgermeister von Zwaring-Pöls Ernst Gödl meldet sich ebenfalls zu Wort. Die meisten steirischen Gemeinden haben schon vorher Plätze nach Bedarf angeboten. Mit der Einführung des Gratis-Kindergartens ist der Bedarf angestiegen, und zwar sprunghaft äußert sich Gödl. "Vor der Einführung hatten wir 28 Anfragen, im heurigen Jahr müssen wir 51 Kinder im Kindergarten unterbringen."


Verfasser: Kathrin Liener (volontaer@gemeindebund.gv.at)



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