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Erfolg: Hallstätter setzen sich gegen Denkmalamt durch

09.06.2010
Widerstand und Einigkeit zahlen sich aus. Dies hat die Halltstätter Bevölkerung eindrucksvoll bewiesen. Kommunalpolitik und Bevölkerung wehrten sich gemeinsam gegen die vollständige Unterschutzstellung ihrer Innenstadt durch das Denkmalamt. Der ursprünglich geplante Ensembleschutz ist vom Tisch.
Der umstrittene Ensembleschutz in Hallstatt ist vorerst vom Tisch. Das berichtete Bürgermeister Alexander Scheutz am Montag nach einem Gespräch mit Kulturministerin Claudia Schmied (beide SPÖ) in Wien.
    
In einem Pilotprojekt sollen nun verbindliche Modelle zum Schutz des historischen Ortsbildes entwickelt werden, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der zwei Politiker. Beide Seiten betonten, "an der Erhaltung von Hallstatt in seiner historischen und ästhetischen Vielfalt interessiert" zu sein. Daher will man künftig vermehrt den Dialog suchen: Das Bundesdenkmalamt soll ab sofort verstärkt in bestehende Arbeitskreise in Hallstatt eingebunden werden, heißt es.

Auf der Heimfahrt von Wien nach Hallstatt hat kommunalnet.at den überglücklichen Hallstätter Bürgermeister Alexander Scheutz telefonisch erreicht: "Das ist ein wunderschönes Gefühl, es haben so viele Menschen, so viele Einrichtungen und letztlich auch die Medien sehr intensiv mitgeholfen, dass wir diesen Erfolg nun erreicht haben", so Scheutz. Demnächst sei in Hallstatt ein großes Fest fällig. "Wir haben nun natürlich aber auch weiterhin Interesse an einer guten Zusammenarbeit mit dem Denkmalamt", betonte Scheutz und warnte vor Übermut. Die vielen Transparente an den Häusern, mit denen sich die Hallstätter gewehrt hatten, sollen nun abgenommen werden.

"Erfreuliches Gespräch mit der Ministerin"

Eine Ensemble-Unterschutzstellung sei nach dem Gespräch mit Ministerin Schmied zum gegebenen Zeitpunkt nicht aktuell. Ziel ist es, einen "Weltkulturerbe-Entwicklungsplan" zu erarbeiten. Das Gespräch sei "erfreulich" verlaufen, berichtete Scheutz. Schmied habe Verständnis für die Anliegen der Hallstätter gezeigt. Die Bevölkerung sei nicht gegen den Denkmalschutz, sondern nur gegen den Eingriff in Privatrechte wie etwa den Eintrag im Grundbuch, betonte er. Nun sollen die Bewohner auch in das Pilotprojekt einbezogen werden, um ein Leitbild für die gesamte Welterbe-Region zu erstellen. 

7.500 Unterschriften dagegen gesammelt

Die Pläne des Bundesdenkmalamtes, rund 150 Gebäude - darunter zahlreiche Privathäuser - unter Ensembleschutz zu stellen, hatten in der 900-Seelen-Gemeinde Hallstatt in den vergangenen Monaten für große Aufregung gesorgt. Eine Bürgerinitiative hat bereits über 7.500 Unterschriften dagegen gesammelt. Unterschrieben haben nicht nur über 90 Prozent der Hauptwohnsitz-Inhaber, sondern auch zahlreiche weitere Unterstützer, so Scheutz.

Viele, viele Gemeinden hätten sich im Laufe dieses Kampfes an ihn gewandt und ihm Unterstützung gegeben, berichtet Scheutz. "Ich möchte hier auch allen Amtskollegen und -kolleginnen, die uns unterstützt haben, ein herzliches Dankeschön sagen."


Verfasser: Daniel Kosak (daniel.kosak@gemeindebund.gv.at)



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