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Eine Frage der Ehre für Österreichs Gemeinden

21.01.2011

Bildrechte: Schweizer Katholischer Frauenbund
„Österreichs Gemeinden sind der Hort der Freiwilligenarbeit in Österreich“, betont Gemeindebund-Präsident Bgm. Helmut Mödlhammer in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Sozialminister Rudolf Hundstorfer und Städtebund-Präsident Bgm. Michael Häupl. „Viele Aktivitäten oder Angebote in den Gemeinden könnten gar nicht stattfinden, wenn es nicht hunderttausende Menschen gäbe, die ihre Freizeit ehrenamtlich opfern, um sich für das Gemeinwohl zu engagieren so Mödlhammer.

Im europäischen Vergleich liegt Österreich auch im Spitzenfeld des ehrenamtlichen Engagements. Rund 44 Prozent der Bevölkerung (über 15 Jahre) engagiert sich in den unterschiedlichsten Feldern der Freiwilligenarbeit, der EU-Durchschnitt beträgt nur 23 Prozent. Die rund drei Millionen ehrenamtlich tätigen Menschen leisten dabei übers Jahr hinweg ca. 720 Millionen Stunden, das entspricht einer Arbeitsleistung von 400.000 Vollzeitbeschäftigten, allein die Lohnkosten dafür würden jährlich mindestens 16 Milliarden Euro betragen.

"Interessanterweise steigt die Bereitschaft zur Freiwilligenarbeit mit dem Bildungsgrad", so Mödlhammer. 54 Prozent der Menschen mit Hochschulabschluss engagieren sich ehrenamtlich, bei Pflichtschulabsolventen sind es durchschnittlich 33 Prozent. Entgegen vieler Vorurteile liegt der Anteil der freiwilligen Helfer bei Jugendlichen zwischen 15 und 19 Jahren exakt beim Schnitt von 44 Prozent. "Die Tatsache, dass das freiwillige Engagement der Menschen über 65 Jahre deutlich nachlässt, sollte uns hingegen zu denken geben", so Mödlhammer. "Hier müssen wir auch in den Gemeinden deutlich mehr Initiativen setzen, damit auch Menschen im Pensionsalter den Spaß an der Ehrenamtlichkeit nicht verlieren. Dass das freiwillige Engagement in den ländlichen Regionen höher ist, als in den Ballungsräumen, ist hingegen keine besondere Überraschung. Allein die Mitarbeit bei Feuerwehren oder Rettungsorganisationen ist eine über Jahrzehnte gewachsene Struktur am Land, die teils in den Städten gar nicht benötigt wird."

Im "Europäischen Jahr der Freiwilligentätigkeit 2011" will Mödlhammer in den Gemeinden zwei besondere Schwerpunkte setzen. "Einerseits wollen wir uns verstärkt darum bemühen ihm Rahmen neuer oder laufender Projekte neue Freiwillige zu gewinnen, also Menschen, die sich bislang nicht fürs Gemeinwohl engagiert haben", erklärt Mödlhammer. "Andererseits ist die Freiwilligenarbeit in der Gruppe der älteren Mitbürger/innen ein erklärtes Ziel unserer Arbeit. Wir wollen ältere Menschen, besonders jene, die gerade aus dem Berufsleben ausgeschieden sind, dafür gewinnen, ihre Zeit und auch ihre Erfahrung in den Dienst der Allgemeinheit zu stellen. Hier gibt es schon einige hervorragende Projekte, auch im Zusammenspiel mit der Jugend in den Gemeinden."

In diesem Zusammenhang gehe es oft nicht nur um die Freiwilligenarbeit alleine, sondern - so Mödlhammer - "auch darum, dass man in der Kommunalpolitik intelligent und in die Zukunft schauend plant". In der NÖ-Gemeinde Grafenwörth etwa habe man einen Kindergarten und eine Betreuungseinrichtung für ältere Menschen im gleichen Gebäude untergebracht, den Garten teilen sich Kinder und Senioren. Auch in Tirol läuft ein sehr erfolgreiches Projekt, bei dem Freiwillige die Besuche von Kindergartenkindern in einem Seniorenwohnheim organisieren.

Ehemalige Zivildiener sind unerlässlich für späteres ehrenamtliches Engagement

Klare Worte findet Mödlhammer auch zur laufenden Debatte rund um den Zivildienst, derzeit leisten rund 13.000 Menschen jährlich Zivildienst. "Wir haben jüngst eine Blitzumfrage unter Österreichs Bürgermeistern gemacht, dabei haben 90 Prozent der Amtskolleg/innen angegeben, dass die Leistungen des Heeres im Katastrophenschutz und die Arbeit der Zivildiener unverzichtbar für die eigene Gemeinde sind", so Mödlhammer. "Dazu kommt, dass 70 % eines Zivildiener-Jahrganges sich anschließend auch ehrenamtlich engagieren. Wenn dieses Potential an Freiwilligen wegfällt, dann sieht es zappenduster aus in der Freiwilligenarbeit. Man sieht daran auch, wie sehr der Zivildienst Menschen motiviert, die zuvor mit Freiwilligenarbeit nichts am Hut hatten. Zivildienst ist nicht nur Dienst an der Gesellschaft, sondern auch Ausbildung an der eigenen sozialen Bereitschaft."

Die Gemeinden würden sich in die Debatte um die Wehrpflicht nicht einmischen, "es muss aber klar sein, dass die Leistungen im Katastrophenschutz und jene der Zivildiener auch weiterhin erbracht werden", so Mödlhammer. Die Abschaffung oder Beibehaltung der Wehrpflicht sei hingegen eine politische Entscheidung, in die sich die Gemeinden nicht einmischen würden.


Verfasser: Redaktion (presse@gemeindebund.gv.at)



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