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Wahl: Weiblicher und politischer Umsturz in Lienz

07.02.2011
Elisabeth Blanik, eine von 115 Bürgermeisterinnen in Österreich

Mit einem überraschenden Ergebnis endeten die Bürgermeister-Stichwahlen am Sonntag in der der Osttiroler Bezirksstadt Lienz. Mit deutlichem Vorsprung setzte sich die SPÖ-Kandidatin durch und stieß dem amtierenden VP-Stadtchef vom Thron. Interessantes Detail: Der neuen Bürgermeisterin steht nach wie vor eine absolute Mandatsmehrheit der ÖVP im Gemeinderat gegenüber.


Die Osttiroler Bezirksstadt Lienz hat mit Elisabeth Blanik (SPÖ) eine neue Bürgermeisterin. Die 45jährige Landtagsabgeordnete der Sozialdemokraten setzte sich in der Stichwahl gegen den bisherigen Stadtchef Johannes Hibler deutlich durch. Bislang war Blanik in der Dolomitenstadt auch schon als Vizebürgermeisterin tätig.

Bei der Wahl im März des vergangenen Jahres war Hibler noch hauchdünn vor seiner Herausforderin gelandet. Nach der Wahl hatte die SPÖ den Verfassungsgerichtshof  (VfGH) angerufen, weil bei der Antragstellung auf Wahlkarten gegen die Wahlordnung verstossen worden war. Rund sieben Prozent der Wahlkarten waren nach telefonischer Antragstellung ausgegeben worden, was nach den Bestimmungen der Wahlordnung unzulässig gewesen sei. Der VfGH ordnete eine Neuwahl der Bürgermeisterwahl an.

Nach 18 Jahren in der Kommunalpolitik wurde Johannes Hibler von den Lienzer/innen abgewählt. Der Vorsprung von Blanik fiel nun erheblich deutlicher als erwartet aus. 713 Stimmen Vorsprung erreichte Blanik auf Hibler, 3.717 Lienzer/innen gaben ihr ihre Stimme. Die Wahlbeteiligung beim aktuellen Wahlgang im Vergleich zur Wahl 2010 sogar gestiegen (von knapp 65 Prozent auf nun 68 Prozent). Die gelernte Architektin und Mutter von zwei Kindern war bei den Wahlen 2004 und 2010 noch mit 14 Stimmen Rückstand hauchdünn an Hibler gescheitert, nun setzte sie sich durch.

Entsprechend erfreut zeigte sich Blanik in ihrer ersten Reaktion im Fernsehen des ORF Tirol noch am Wahlabend. Sie suche die Zusammenarbeit mit allen konstruktiven Kräften in Lienz, auch mit der ÖVP. Dieses Miteinander wird Blanik auch dringend brauchen, sieht sie sich doch einer absoluten Mandatsmehrheit der ÖVP im Gemeinderat gegenüber (siehe Tabelle weiter unten).

Als fairer Verlierer erwies sich der bisherige Bürgermeister Johannes Hibler. Er gratulierte der Gewinnerin und gab seinen Rückzug aus der Kommunalpolitik bekannt. "Für mich endet die kommunalpolitische Arbeit nach 18 Jahren hier und heute", so Hibler. "Ich halte auch nichts davon, nach so einer Niederlage aus der dritten Reihe noch gscheit daherzureden. Ich habe verloren, ziehe daraus die Konsequenz und werde mein Leben neu ordnen."

Die neuen Kräfteverhältnisse in Lienz:

Ergebnis
Gemeinderat

Mandate
Gemeinderat

Ergebnis
Kandidat(in)

ÖVP

43,72 Prozent

11

44,7 Prozent

SPÖ

30,66 Prozent

7

55,3 Prozent

Liste Lienz

9,94 Prozent

2

-

FPÖ

5,32 Prozent

1

-

Grüne

3,72 Prozent

0

-

BZÖ

3,63 Prozent

0

-

Union f. Lienz

3,01 Prozent

0

-


Verfasser: Daniel Kosak (presse@gemeindebund.gv.at)


 weiterführende Links

ORF-Wahl-Interviews mit beiden Kandidaten




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