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Gmunden nach Selbstmord von Amtsleiter bestürzt

28.02.2011
In der Abschiedsmail erhob Hametner Mobbing-Vorwürfe gegen den Bürgermeister.
Bildrechte: Gerd Altmann, pixelio.de
Nach dem Selbstmord von Amtsleiter Robert Hametner ist Gmunden geschockt und im Stadtamt an Normalität nicht zu denken. In einer Abschiedsmail beschuldigt Hametner Bürgermeister Köppl ihn durch Mobbing in den Selbstmord getrieben zu haben.

Gmunden ist fassungslos. Der langjährige Amtsleiter Robert Hametner nahm sich am Freitag, den 25. Februar 2011, im Rathaus das Leben. Er wurde 59 Jahre alt. In einem Abschiedsbrief, den er per Mail an über 100 Empfänger versandte, beschuldigte er VP-Bürgermeister Heinz Köppl schwer. Er habe ihn durch jahrelanges Mobbing in den Selbstmord getrieben.

Im Stadtamt im oberösterreichischen Gmunden sind die Mitarbeiter Montagmorgen "sehr betroffen". Alois Burgstaller vom Bauamt schildert Kommunalnet, dass es bereits eine Besprechung gab, um den tragischen Tod aufzuarbeiten. Auch ein Mitarbeiter des Kriseninterventionsteams ist vor Ort: "Mitarbeiter, die psychologische Unterstützung brauchen, dürfen sich an ihn wenden", so Burgstaller zu Kommunalnet. Bürgermeister Köppl ist nicht ins Stadtamt gekommen, weil er nach der Selbstmordnachricht ebenfalls psychologisch betreut wird.

Bürgermeister Köppl verteidigt sich

Gmundens Bürgermeister Köppl meldete sich am Sonntag in einem Brief an Gmunden: "Die Vorwürfe in Robert Hametners Abschiedsschreiben wiegen schwer und treffen mich tief im Innersten", heißt es darin. Zwar gab es Meinungsverschiedenheiten, aber er wollte Hametner nicht persönlich verletzen. Im Gegenteil setzte er sich 2004 für Hametners Bestellung zum Amtsleiter ein. Vize-Bürgermeister Gottfried Schrabacher (ÖVP) bestätigt der APA, dass die beiden kein gutes Verhältnis hatten. Dem Ernst der Lage war auch er sich nicht bewusst: "Für mich war es nicht nachvollziehbar, dass es so ein krasses Mobbing war", so Schrabacher zu APA.

FPÖ-Stadtrat fordert Rücktritt

Ganz andere Töne werden außerhalb der ÖVP laut. FPÖ-Stadtrat Gerald Grampelhuber war mit Hametner befreundet und fordert Bürgermeister Köppl zum Rücktritt auf. Gegenüber der APA schildert er, dass Köppl nicht mit Hametner reden wollte und ihn oft schikanierte. Kurier sprach mit Hametners Witwe, die ein Jahr von ihrem Mann getrennt gelebt hatte. "Mein Mann war schon einmal wegen Burn-Out in Behandlung. Das dürfte auch mit der Rolle des Bürgermeisters zu tun gehabt haben. Wären es jetzt andere Ursachen gewesen, hätte er sich nicht im Büro umgebracht", so Ulrike Hametner zum Kurier. Auch Alois Burgstaller bestätigte Kommunalnet die Burn-Out-Erkrankung "vor mehreren Jahren". Ob diese oder Mobbing die Selbstmordursache war, kann und will Burgstaller nicht bestätigen. Die Gedanken seien jetzt bei den Hinterbliebenen.


Verfasser: Redaktion (presse@gemeindebund.gv.at)



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