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Spindelegger zum neuen ÖVP-Chef gewählt

14.04.2011
Michael Spindelegger
Bildrechte: ÖVP/Glaser
Der Bundesparteivorstand der ÖVP hat einstimmig Michael Spindelegger zum neuen ÖVP-Chef gekürt. Der 51jährige Niederösterreicher tritt damit, auch als Vizekanzler, die Nachfolge von Josef Pröll an. Über etwaige Umbildungen in der Regierung soll erst in den nächsten Tagen entschieden werden.
Michael Spindelegger (51) soll die ÖVP wieder auf Kurs bringen. Der Außenminister und Chef des Arbeitnehmerbundes ÖAAB wurde vom Bundesparteivorstand der Partei einstimmig gewählt.

Spindelegger kommt aus dem schwarzen Kernland Niederösterreich und lebt in Hinterbrühl, einer Umlandgemeinde von Wien, wo schon sein Vater Bürgermeister war. Die politische Karriere Spindeleggers begann nach seinem mit Doktorat abgeschlossenen Jus-Studium als Bediensteter des Landes Niederösterreich, später wechselte er ins Kabinett des damaligen Verteidigungsministers Robert Lichal.

1992 wurde es erstmals etwas mit einem Mandat im Parlament, allerdings vorläufig bloß im Bundesrat, nebenbei verdingte sich Spindelegger in der Giro-Credit. Kurz vor Weihnachten 1993 gab es dann das Ticket in den Nationalrat, aus dem er bis zu seinem Antritt als Außenminister im Jahr 2008 nicht mehr wegzubekommen war - mit Ausnahme eines einjährigen Sprungs ins Europaparlament, wo er zur ersten Garde der österreichischen EU-Abgeordneten gehörte.

Schon damals galt Spindelegger als Zukunftshoffnung des ÖAAB, dem er ab 1991 als stellvertretender Obmann diente und dessen niederösterreichische Teilorganisation er 1998 übernahm. Genannt wurde sein Name immer wieder, wenn es um höhere Weihen ging. Wirklich nach oben ging es auf der Karriereleiter aber nicht, auch weil er sich über einige Jahre verstärkt um die Betreuung seiner Söhne kümmerte, als seine Ehefrau Margit zur Kabinettschefin des Präsidenten des Europäischen Rechnungshofes ernannt wurde und die meiste Zeit in Luxemburg verbrachte.

Endlich eine Sprosse weiter kletterte Spindelegger 2006, als ihn der ÖAAB als Kandidaten für den Posten des Zweiten Nationalratspräsidenten designierte. Nach dem Abgang von Ursula Plassnik übernahm er das Außenministerium und bemühte sich sehr intensiv um ein besseres Europa-Image. Am internationalen Paket genoss er den Glanz der österreichischen Mitgliedschaft im UNO-Sicherheitsrat. Noch gut in Erinnerung ist ein vor Stolz fast platzender Spindelegger, als er bei einer gemeinsamen Pressekonferenz von US-Außenministerin Hillary Clinton den Medien vorgestellt wurde.

Doch Spindelegger war nicht nur außerhalb der Grenzen aktiv, auch in Österreich basteltet der vom Boulevard wohl gelittene Außenminister weiter an seiner Laufbahn. Nachdem der ÖAAB des Beamten-Lobbyisten Fritz Neugebauer überdrüssig geworden war, übernahm er 2009 den Vorsitz im Arbeitnehmerbund und sorgte da unter anderem dafür, dass das Familienstaatssekretariat nach Christine Mareks Wechsel nach Wien dem AAB nicht verlustig ging.

Nebenbei bemühte sich Spindelegger etwa um Profilierung als Bildungspolitiker, freilich als solcher, der mit einem eigens ausgearbeiteten Konzept die von der SPÖ propagierte Gesamtschule mit aller Macht verhindern wollte. In der Ausländerpolitik flog Spindelegger sogar nach Kanada, um sich das dortige Zuwanderungskonzept anzuschauen und konterkarierte Innenministerin Maria Fekter, als er die Notwendigkeit weiterer Zuwanderung nach Österreich propagierte. Zuletzt wurde er auch noch zum Bundesheer-Politiker, als Freund der Wehrpflicht und somit Widerpart von Verteidigungsminister Norbert Darabos, der ja auf ein Freiwilligenheer umstellen will.






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