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Verkehrskonzept "shared space" jetzt auch in Velden

10.07.2011
Das Shared-Space-Prinzip: Wenn keiner Vorrang hat, gibt auch gern einmal der Stärkere nach.
Bildrechte: shared-space.org
Die Kärntner Gemeinde Velden bereitet derzeit alles für die Einführung des revolutionären Verkehrskonzepts "Shared Space" vor. Bürgermeister Ferdinand Vouk - gleichzeitig Präsident des Kärntner Gemeindebundes - will damit den Transitverkehr eindämmen und gleichzeitig den heimischen Verkehr "verflüssigen".

Stellen Sie sich vor es ist Verkehr und keiner hat Vorrang. Diese Idee des Holländers Hans Monderman hat sich allerdings bewährt: In keiner der 107 Projektregionen gab es schwere Unfälle, in vielen Gemeinden sanken die Unfallszahlen um bis zu zwei Drittel und in allen Fällen wurden die Eigenverantwortung und das Sozialgefüge spürbar gestärkt.

Velden und die Philosophie die geteilten Raumes


Bgm. Vouk (re.) und LH Dörfler (2.v.li.) feilen mit DI Petra Kolenprath (FGM), DI Pilz (FGM) umd Dr. Menzl (TSS-Menzl) am Hinter "Shared Space", oder auch geteilter (Verkehrs-)Raum, steht die Idee, dass die Straße ein Lebensraum für alle Teilnehmer ist. Shared Space zielt somit auf die Rücksichtnahme und Verständigung der Verkehrsteilnehmer, statt auf Vorschriftendschungel und Schilderwälder ab. Nach Gleinstätten in der Steiermark und Vöcklabruck in Oberösterreich will sich nun auch Velden diese Philosophie zu Eigen machen. 70.000 Euro ließ sich die Gemeinde von Bürgermeister und Präsident des Gemeindebundes Kärnten, Ferdinand Vouk, das Konzept, das in Zusammenarbeit mit der Forschungsgesellschaft Mobilität Graz und TSS-Menzl verwirklicht wurde, allein 2011 kosten: Im gesamten öffentlichen Raum von der Bahnhofstraße in Velden bis zum Casino und weiter bis zum Brunnenplatz/Karawankenstrasse wurden alle Ampeln, Markierungen und Verkehrsschilder abgenommen, die Zone wurde außerdem optisch neu gestaltet. Die Gesamtkosten von budgetierten 1,6 Millionen Euro teilen sich Gemeinde (600.000 Euro), Land (900.000 Euro) und private Investoren (150.000 Euro) auf.

Keine Schilder, Markierungen und Ampeln mehr im Gleinstättener Ortskern - und auch kaum noch Unfälle. (Bildrechte: Verkehrsabteilung Stmk)Erster Test in der Steiermark war voller Erfolg


Als Ziel formulierten Vouk und Verkehrsreferent Landeshauptmann Gerhard Dörfler bei der Konzeptpräsentation im Vorjahr die Reduktion des Transitverkehrs, denn an Spitzentagen konnte die Gemeinde 12.000 bis 14.000 Autos zählen. Gleichzeitig soll aber auch eine Verlangsamung und gleichzeitig - da es ja im Veldener Zentrum nun keine Schilder und Ampeln mehr geben soll - ein Verflüssigung des heimischen Verkehrs bewirkt werden. Die Bürger sind nun gefragt - ohne deren Mitwirken geht es nicht. In Gleinstätten jedenfalls taten sie das (wie Kommunal berichtete): Seit der Fertigstellung der "Shared Space"-Zone in einer Durchfahrtsstraße, gibt es keine Unfälle mehr, die nicht in die Kategorie Parkschaden passen würden. Die Kosten betrugen 1,4 Millionen Euro, von denen die Gemeinde 900.000 Euro übernahm. Eine lohnende Investition: Das Durchschnittstempo der Autofahrer reduzierte sich von 42,6 km/h auf 35 km/h und selbst die Polizei spricht von einem "noch besseren Miteinander". Neben anderen steirischen Gemeinden, wo es rund um Graz, sowie in Teilen der Landeshauptstadt selbst schon "Shared Space"-Zonen gibt, springt nun auch Oberösterreich auf den Zug auf. In Ried und Vöcklabruck sollen die Vorbereitungen für die moderne Verkehrszone 2012 abgeschlossen sein. Das größte derartige Projekt entsteht aber derzeit beim Verkehrsknoten Bruck an der Mur. Was man sich darunter vorstellen darf, sehen Sie hier:

 

 
 


Verfasser: Redaktion (presse@gemeindebund.gv.at)



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