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Gesucht-gefunden: Österreichs nachhaltigste Bürgermeister

27.10.2011
Die Würfel sind gefallen. Wer ist der nachhaltigste Bürgermeister in Ihrem Bundesland?
Bildrechte: Gerd Altmann/pixelio.de
Vor zwei Monaten machte Kommunalnet den Aufruf bekannt: Der nachhaltigste Bürgermeister Ihres Bundeslandes wird gesucht. Die vorbildlichen Gemeindechefs wurden nun gefunden. Wichtigste Erkenntnis: Herausragend sind in diesem Bereich nicht nur Männer.

Ob die Bürgermeisterin von Purgstall in Niederösterreich oder der Gemeindechef von Ebersdorf in der Steiermark - egal wo in Österreich sie die Kommunen leiten, sie haben ein gemeinsames Ziel: Ihre Gemeinde für die Zukunft fit zu machen. Kommunalnet startete Anfang September 2011 den Aufruf, dass die Gemeinden selbst, die vorbildlichsten Bürgermeister/innen nominieren sollen. Die Zeitschrift "Lebensart" wollte diejenigen vor den Vorhang holen, die schon seit Jahren nicht nur kurzfristig denken, sondern auch ihren jüngsten Mitbürgern noch ein Stück "gesundes" Österreich erhalten wollen.

Gesagt, getan: Nun, beinahe zwei Monate später und einige interessante Gespräche reicher, präsentierte die Zeitschrift "Lebensart" die jeweiligen Bundesland-Sieger. Ausgewählt wurden sie nicht nur mit den Stimmen der Gemeinden, sonden auch mittels einer Umfrage unter Bürgermeister/innen, Nachhaltigkeitskoordinatoren, NGOs und Lebensart Leser/innen. "Auffallend war, dass bei keinem der Befragten bei der Auswahl die Partei eine Rolle spielte" so der Herausgeber Christian Brandstätter. Die eigene Begeisterung und das Verwantwortungsgefühl für die Sache sind durchwegs groß. Wenn etwa Ulrike Böker den Ottensheimer/innen das Radfahren schmackhaft machen will, muss sie sich auch selbst auf den Drahtesel schwingen.

Folgende Kandidaten haben in ihrem Bundesland den größten Eindruck hinterlassen und wurden als "nachhaltigste" Bürgermeister nominiert:

Burgenland

1. Platz
Bernhard Deutsch, Strem

"Wenn man selbst davon überzeugt ist und dies auch persönlich vorlebt, dann kann man Nachhaltigkeit auch anderen Personen vermitteln." Im eigenen Haus hat er von Öl auf Biofernwärme umgestellt und bald kauft er sich ein Erdgasauto. Seine Gemeinde hat er zu einer Mustergemeinde in Sachen erneuerbarer Energie gemacht. "Derzeit erzeugen wir in Strem mehr Strom als wir brauchen sowie den Großteil des Wärmebedarfes selbst."

2. Platz Hans Oberhofer, Loipersdorf-Kitzladen
3. Platz Peter Vadasz, Güssing

Kärnten

1. Platz
Walter Hartlieb, Kötschach-Mauthen

"Nachhaltig ist für mich etwas das noch lange 'hält' 'nach' dem es in Bewegung gesetzt wurde." Dazu braucht es für Hartlieb Kreativität, Weitblick, ein Bewusstsein für Umwelt und Natur und engagierte "Mitspieler", dann ist auch "mit wenig Geld viel für die Zukunft zu bewegen." Beispiele sind der Verein Energieautark, der Lerngarten der erneuerbaren Energien oder ein Bürgerbeteiligungsmodell für die PV-Anlage am Rathaus.

2. Platz Christian Scheider, Klagenfurt
3. Platz Franz Josef Smrtnik, Bad Eisenkappel

Oberösterreich

1. Platz
Ulrike Böker, Ottensheim

"Nachhaltigkeit heißt verantwortungsvoll handeln mit Blick in die Zukunft." Vorbild sind für Böker die Ureinwohner Amerikas. "Sie dachten in sieben Generationen. Auch ich will eine gute Lebensgrundlage zurücklassen." Verkehr, Zersiedelung und die Stärkung regionaler Produkte sind die zentralen Herausforderungen. Projekte wie Shared Space, Ortskernbelebung oder Produkte von Streuobstwiesen sind einige der Antworten darauf.

2. Platz Albert Stürmer; St. Johann am Wimberg
3. Platz Martin Voggenberger, Munderfing

Niederösterreich

1. Platz
Marianne Fallmann, Purgstall

"Unsere wichtigste Herausforderung ist es, jene zu überzeugen, die es nicht wahrhaben wollen, dass die Natur nicht auf Dauer ausgebeutet werden kann, ohne dass für Mensch und Lebewesen Dauerschäden hervorgerufen werden." Besonders bei den erneuerbaren Energien setzt sie in Ihrer Gemeinde Akzente. An die 100 Photovoltaikanlagen, viele thermische Solaranlagen und ein Biomasse Heizwerk wurden bereits errichtet.

2. Platz Martin Bruckner, Großschönau
3. Platz Hermann Scheipl, Schleedorf

Salzburg

1. Platz
Johann Hutzinger, Bergheim

Die eigene Überzeugung und die Kraft, auch andere für dieses Thema zu gewinnen sind für Hutzinger Voraussetzung, das Thema Nachhaltigkeit erfolgreich umzusetzen. Konkrete Projekte in der Gemeinde sind der Ausbau der nicht motorisierten Verkehrswege und des öffentlichen Verkehrs, der Betrieb eines Kleinwasser-Kraftwerkes, sowie eine langfristige angelegte Raumplanung und die entsprechende Gestaltung der Infrastruktur.

2. Platz Peter Altendorfer, Seeham
3. Platz Hermann Scheipl, Schleedorf

Steiermark

1. Platz
Gerald Maier, Ebersdorf

Seine persönliche Motivation findet Maier in der Familie. "Ich möchte dazu beitragen, dass mein Sohn, seine und die nachfolgenden Generationen in einem Umfeld leben können, das gute soziale, wirtschaftliche und ökologische Bedingungen bietet." Er ist froh, dass Nachhaltigkeit in seiner Gemeinde zu einem Thema geworden ist und gelebt wird. Darüber hinaus ist er in der Ökoregion Kaindorf und dem Sozialhilfeverband Hartberg aktiv.

2. Platz Helmut Buchgraber, Auersbach
3. Platz Christoph Stark, Gleisdorf

Tirol

1. Platz
Dietmar Ruggenthaler, Virgen

"Ich bin viel in der Welt unterwegs und sehe viele gute Projekte. Dabei stelle ich mir immer die Frage, ob das auch für unsere Gemeinde passen könnte." Eines dieser Projekte ist das "Virger Mobil", das mit 20 freiwilligen FahrerInnen öffentliche Mobilität in der ländlichen Region ermöglicht. Hohe Lebensqualität heißt für Ruggenthaler, dass alle Gruppen ihre Bedeutung und ihren Raum haben und sich in der Gemeinschaft wohl fühlen.

2. Platz Isabella Blaha, Scharnitz
3. Platz Brigitte Lackner, St. Ulrich am Pillersee

Vorarlberg

1. Platz
Georg Moosbrugger, Langenegg

"Menschen, die nachhaltig handeln wollen, müssen von der Politik Unterstützung erhalten. Die nächste Generation soll durch unser Handeln gewinnen statt verlieren." Moosbrugger ist besonders stolz auf seine BürgerInnen die ihre eigenen Ideen in erfolgreiche Projekte umgesetzt haben. "Ich habe Freude dran, mit anderen Menschen zusammen Wege zu erarbeiten, wie nachhaltiges Handeln ins alltägliche Leben integriert werden kann."

2. Platz Rainer Siegele, Mäder
3. Platz Martin Netzer, Gaschurn

Verfasser: Carina Rumpold (carina.rumpold@gemeindebund.gv.at)



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