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Machtwechsel in Vorarlberg vollzogen

07.12.2011
Der alte und der neue Landeshauptmann.
Bildrechte: Land Vorarlberg

Nachdem der bisherige Landeshauptmann von Vorarlberg Herbert Sausgruber sein Amt zurücklegte, vollzieht sich heute im Landtag der Wechsel zu seinem Nachfolger Markus Wallner.


Im Rahmen einer Sondersitzung soll Herbert Sausgrubers Nachfolger, der bisherige Landesstatthalter Markus Wallner zum neuen Regierungschef gewählt werden. Der 44-Jährige Wallner folgt damit einer politischen Größe, die seit über 14 Jahren an der Spitze des westlichsten Bundeslands steht, nach.

Sausgruber: "Was bleibt, wird sich zeigen"

Am 7. Oktober 2011 überraschte Herbert Sausgruber mit seinem Rücktritt Freund und Feind. Nach 40 Jahren als Politiker verlässt Sausgruber die politische Bühne als bekanntester und beliebtester Politiker im Ländle. Er entsprach stets den im westlichsten Bundesland angesehenen Werten, verhielt sich offen und freundlich, aber auch zurückhaltend. Ganze 14 Jahre lenkte er als Landeshauptmann die Geschicke Vorarlberg und machte sich nicht nur in Österreich einen Namen.

Der politische Kurs Sausgrubers kennzeichnet sich durch die "Politik der Mitte", die durch Schlagworte wie Familie, Eigentum, Leistung und Solidarität geprägt ist. Als Landeshauptmann gilt Sausgruber als Verfechter der Rechte der Länder und des Subsidiaritätsprinzips. Im Interesse des Landes schreckte Sausgruber auch vor Klagen gegen den Bund nicht zurück. 

Herbert Sausgruber mit seiner Frau Ilga und drei seiner vier Enkeln. (Bildrechte: Land Vorarlberg)Sausgrubers Ernennung zum Landeshauptmann am 2. April 1997 war die beinahe logische Konsequenz einer politischen Bilderbuchkarriere: Seit 1972, nach seiner Promotion zum Doktor der Rechte und der Gerichtspraxis, steht Sausgruber im Landesdienst. Die politische Laufbahn begann drei Jahre später, als Sausgruber in seinem Heimatort Höchst im Bezirk Bregenz in die Gemeindevertretung gewählt wurde. Im Jahr 1979 wurde er in den Vorarlberger Landtag gewählt und übernahm bereits 1981 das Amt des Klubobmanns der ÖVP-Fraktion. Seit Oktober 1986 ist Sausgruber Landesparteiobmann der Vorarlberger Volkspartei. Am 24. Oktober 1989 folgte schließlich der nächste Karrieresprung - er wurde in die Landesregierung berufen und im Mai 1990 zum Landesstatthalter (LH-Stellvertreter) gewählt.

Bei der ersten Landtagswahl nach seiner Wahl zum Landeshauptmann im Jahr 1997 im Landtag musste Sausgruber 1999 den Verlust der absoluten Mehrheit der ÖVP im Landtag hinnehmen. Bei der Wahl 2004 eroberte er sie wieder zurück und verteidigte die absolute Mandatsmehrheit auch im Jahr 2009. Privat ist er seit 1973 mit seiner Frau Ilga, mit der er zwei Söhne und eine Tochter hat, glücklich.

Wallner: "Politik braucht jetzt Vertrauen und Bürgernähe"

Um 11:30 Uhr des 7. Dezembers 2011 wurde Markus Wallner als Sausgrubers Nachfolger im Landtag mit den Stimmen von 24 der 36 Abgeordneten bestätigt. Wallner, der seit 2006 Landesstatthalter ist, gilt als politischer Ziehsohn Sausgrubers und darf ebenso auf eine Bilderbuchkarriere zurückblicken, wie sein Vorgänger. Auch er legt viel Wert auf die grundlegenden Tugenden. So stellt er gleich in seiner Antrittsrede klar: "Was die Politik gerade jetzt braucht, ist: Vertrauen aufbauen und Bürgernähe leben." Zur Zukunftsfähigkeit fordert er auch die Gemeinden, die Sozialpartner, die Unternehmer, Arbeitnehmer, Pädagogen und Ehrenamtliche auf, ihren Teil beizutragen. In Richtung Bund gibt er sich kämpferisch: "Wir legen auch in Zukunft Wert auf einen fairen Finanzausgleich."

Als Erster war 1994 Alt-Landeshauptmann Martin Purtscher auf den damals 27-Jährigen aufmerksam geworden. Purtscher holte den Politikwissenschafter in sein Team, um seinen Wahlkampf mitzugestalten. Die Wahl endete erfolgreich und Wallner wechselte von der Industriellenvereinigung in die ÖVP-Landesorganisation. Anschließend entwickelte sich Wallners Laufbahn Schritt für Schritt. Von 1997 bis 1999 war er Sausgrubers persönlicher Referent und Büroleiter, ehe er im Herbst 1999 die Geschäftsführung der Landesorganisation übernahm. Ein Jahr darauf zog er in den Vorarlberger Landtag ein, im Jänner 2003 wurde er Klubobmann. Diese Funktion behielt Wallner auch nach der Landtagswahl 2004, bevor er 2006 als Gesundheits- und Kulturreferent in die Landesregierung geholt wurde.

Der Vater zweier Töchter folgt in große Fußstapfen, denn noch nie kam ein Landeshauptmann aus einer anderen Partei als der ÖVP. 1945 stellte der Dornbirner Landwirt Ulrich Ilg den ersten Landeshauptmann, ihm folgte Herbert Keßler im Jahr 1964 im Alter von nur 39 Jahren. Nach 23 Jahren an der Spitze Vorarlbergs, folgte ihm Martin Purtscher 1987, dessen Engagement für die europäische Integration und für starke Regionen in der EU bis heute nachwirkt. Die Landtagswahl im Jahr 2014 wird als wegweisend für Wallners weitere politische Karriere gesehen.

Gratulationen von Seiten des Bundes

Während ÖVP-Generalsekretär Hannes Rauch dem neuen Landeshauptmann attestiert, ein "politischer Vollprofi" zu sein, ist sich Vizekanzler Spindelegger sicher, dass Vorarlberg mit Markus Wallner einer sicheren Zukunft entgegengeht. Auch der ÖVP-Klubobmann Karl-Heinz Kopf ließ es sich nicht entgehen, Wallner, zur Wahl zu gratulieren und meint, dass das deutliche Votum von zwei Drittel der Stimmen des Vorarlberger Landtags, die richtige Wahl bei der Nachfolge Sausgrubers bestätigt.


Verfasser: Carina Rumpold (presse@gemeindebund.gv.at)



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