English | Française
SUCHE


STARTSEITELINKSIMPRESSUMKONTAKT
Vorarlberger fürchten um Arbeitsplätze

21.06.2006
Durch die EU-Regeln bei Vergabeverfahren fürchtet man in Vorarlberg um Arbeitsplätze. Schon bisher sind 1000 Arbeitsplätze und 100 Lehrstellen verloren gegangen.

In Vorarlberg könnte sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt zuspitzen. Angesichts der derzeitigen Situation appellieren die Präsidenten Berchtold und Riedmann an alle öffentlichen Auftraggeber, das im Februar 2006 in Kraft getretene Bundesvergabegesetz auszunützen.

Gemeinden investieren 200 Mio Euro jährlich

Die Gemeinden sind mit ihren jährlichen Investitionen von über 200 Mio Euro der größte öffentliche Auftraggeber und sichern damit ca. 4000 Arbeitsplätze (davon 400 Lehrstellen) in Vorarlberg. Durch EU-weite Ausschreibungen werden derzeit laut Wirtschaftskammer bereits etwa ein Viertel der Aufträge an ausländische Unternehmen vergeben. Das bedeutet, dass in Vorarlberg dadurch rund 1000 Arbeitsplätze und 100 Lehrstellen verloren gehen. Angesichts dieser Situation appellieren Wirtschaftskammerpräsident Kuno Riedmann und Gemeindeverbandspräsident Mag. Wilfried Berchtold gemeinsam an alle öffentlichen Auftraggeber, das neue Bundesvergabegesetz voll auszunützen und Aufträge regional zu vergeben.

Immer mehr Aufträge an ausländische Unternehmen

Die EU-Richtlinien für öffentliche Ausschreibungen haben in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass immer mehr Aufträge von Bund, Land und Gemeinden nicht an heimische Betriebe, sondern an ausländische Unternehmen vergeben wurden. Zahlreiche Firmen aus Deutschland füllen ihre Auftragslöcher, indem sie mit Dumpingpreisen nach Österreich kommen und sich mit allen Rechtsmitteln bei Auftragsvergaben durchsetzen, berichtet Wirtschaftskammer-Präsident Kuno Riedmann über die derzeitige Situation. Mit dem neuen Bundesvergabegesetz wurde diese EU-Richtlinie entschärft. Nun gibt es einen vergrößerten Spielraum für den Auftraggeber und er kann in vielen Fällen selbst entscheiden, ob er seine Vorhaben EU-weit oder nur regional ausschreiben will.
 
Die neuen Regelungen im Vergabegesetz
 
Mit der Anhebung der sogenannten Schwellenwerte im Unterschwellenbereich können Aufträge bis 40.000 Euro ab jetzt direkt vergeben werden, früher war dies nur bis 20.000 Euro möglich. Im Baubereich dürfen Aufträge bis zu 120.000 Euro regional beschränkt ausgeschrieben werden, indem mehrere regionale Anbieter eingeladen werden. Bei Projekten unter 5 Mio. Euro Gesamtinvestitionssumme können alle einzelnen Gewerke unter 120.000 Euro ebenfalls regional gezielt ausgeschrieben werden. Erst bei Großprojekten mit einem Volumen von mindestens 5 Mio. Euro muss EU-weit ausgeschrieben werden. Großprojekte über 5 Mio. Euro waren in den letzten Jahren z.B. der Umbau des Festspielhauses Bregenz und das Sozialzentrum Weidach, der überwiegende Anteil der Gemeinde-Projekte liegt jedoch unter der Grenze von 5 Mio. Euro.


Vergaben entscheiden über Arbeitsplätze 

Die Vergabe öffentlicher Aufträge - das sind vor allem Bauaufträge, Dienstleistungen und der Einkauf von verschiedenen Materialien - umfasst ca. ein Sechstel des Bruttoinlandsproduktes. So sind in Vorarlberg zum Beispiel für ein Drittel der gesamten Bauaufträge öffentliche Auftraggeber verantwortlich. Diese hohen Summen machen auch klar, dass Vergaben über Sein oder Nichtsein von Betrieben entscheiden und damit über die Existenz von Arbeitsplätzen, betont Wirtschaftskammer-Präsident Riedmann. Wer nicht den billigsten, sondern den besten Auftraggeber wählt, stärkt nicht nur die Wertschöpfung in seiner Umgebung und sichert Arbeitsplätze, sondern erhöht auch nachhaltig die Qualität einer Investition. Manche ausländische Firmen existieren gar nicht mehr, wenn es zu Schäden oder Problemen kommt und eine rechtliche Auseinandersetzung über Gewährleistungsfragen mit einem ausländischen Unternehmen ist ungleich schwerer als mit einem Vorarlberger Unternehmen, weist Riedmann auf die Haftung der Unternehmen hin.


Verfasser: Daniel Kosak (daniel.kosak@gemeindebund.gv.at)



Feedback

Vorname :
Nachname :
Betreff :
Feedback :
*Rückmeldung :

Wünschen Sie eine Rückmeldung, dann geben Sie hier eine E-Mailadresse oder Telefonnummer an.
*Sicherheitsabfrage :


 Wie bewerten Sie diesen Artikel?

 sehr informativ neutral kaum informativ



 | Artikel per Email verschicken


Haben Sie eine Frage zu österreichs Gemeinden?

Schwerpunkte


.