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NÖ: Gemeinden legen Bauhof zusammen

20.02.2012
Neues Konzept in Niederösterreich: Drei Gemeinden, ein Bauhof.
Bildrechte: Stadtgemeinde Melk
Mit der Zusammenlegung ihres Bauhofes planen die Gemeinden Melk, Schönbühel-Aggsbach und Zelking-Matzleinsdorf ein bisher einzigartiges Vorhaben in Niederösterreich. Die Fusion soll zahlreiche logistische Vorteile und eine effizientere Ausschöpfung des Potenzials der Gemeinden bringen.

"In Zeiten wie diesen muss man Synergien nutzen." Der Bürgermeister von Schönbühel-Aggsbach Erich Ringseis sieht dem Vorhaben der Bauhof-Zusammenlegung positiv entgegen. Seit eineinhalb Jahren arbeitet man im Bezirk Melk bautechnisch bereits eng zusammen. Die drei Gemeinden Melk, Schönbühel-Aggsbach und Zelking-Matzleinsdorf machen nun ernst und fusionieren ihren Bauhof. Die Verhandlungen laufen bereits auf Hochtouren - bis Sommer 2012 soll der Beschluss stehen.

Der Bürgermeister von Schönbühel-Aggsbach Erich Ringseis ist begeistert von der Idee der Bauhof-Fusion. (Bildrechte: Gemeinde Schönbühel-Aggsbach)Aus drei mach eins

In der Gemeinde Schönbühel-Aggsbach, die selbst über keinen Bauhof verfügt, kümmern sich derzeit zwei Gemeindearbeiter um Kanal, Grünflächen und vieles mehr. Ist einer der beiden auf Urlaub oder im Krankenstand gibt es in der Gemeinde bereits einen Engpass. "Passiert dazu noch etwas Unerwartetes wie ein Kanalbruch, so reichen die Mittel unserer Gemeinde einfach nicht aus", erklärt der Bürgermeister. Deshalb hält er die geplante Kooperation für eine sehr gute Idee. In Zukunft könne mit den rund 20 Bauhof-Mitarbeitern der Stadtgemeinde Melk und den zwei Mitarbeitern aus Zelking-Matzleinsdorf ein großes Berufsspektrum vom Schlosser bis zum Installateur abgedeckt werden. Auf diesem Wege sei man weniger auf Hilfe von Außen angewiesen, was wiederum ein Pluspunkt beim Kostenfaktor ist. Die Mitarbeiter können spezifisch in verschiedenen Bereichen über die drei Gemeinden hinweg eingesetzt werden. Auch Maschinen und Geräte können effizienter genutzt werden. "Was den Bauhof betrifft, wird es wie in einer großen Gemeinde funktionieren", erklärt Ringseis. "Allerdings nur bautechnisch", betont er. Eine Gemeinde-Zusammenlegung sei kein Thema und werde nicht einmal angedacht. In der Stadtgemeinde Melk sieht man den großen Vorteil bei der Bauhofzusammenlegung in der effizienteren Nutzung der Gemeindemaschinen und -geräte. "Derzeit sind unsere Geräte nicht optimal ausgelastet. Das kostet Geld", erklärt Alexander Svoboda, Projektmanager der Bauabteilung in Melk. Der Zeitpunkt für die Fusion trifft sich zudem gut: Da das derzeitige Areal des Wirtschaftshofes in Melk verkauft wird, muss in der Gemeinde ohnehin ein neuer Bauhof errichtet werden. Daher hofft man auch in der 5.000-Einwohner-Stadt Melk auf einen positiven Bescheid für die Zusammenlegung. Gemeinsam mit den beiden anderen Gemeinden will man einen neuen Wirtschaftshof in Melk errichten, wo das gesamte Gerät gelagert und die Mannschaft stationiert werden soll. Für die Mitarbeiter der Gemeinden Schönbühel-Aggsbach und Zelking-Matzleinsdorf wird sich dadurch jedoch künftig ein längerer Arbeitsweg ergeben.

Man hofft auf Förderungen

Bis zum Sommer 2012 soll ein detailliertes Konzept der interkommunalen Zusammenarbeit stehen und nach dem Gemeinderatsbeschluss dem Land präsentiert werden. Man hofft auf großzügige Subventionen. Als Vorbild hat man sich das Projekt "Dienstleistungszentrum Vier Sonnen" in Oberösterreich genommen, wo die Gemeindekooperation zu fast 90 Prozent vom Land gefördert wurde. Unklar ist derzeit noch, in welchem Dienstverhältnis die Arbeiter künftig stehen werden. Möglich ist, dass ein Verband geschaffen oder eine Gesellschaft gegründet wird. "Wichtig ist, dass sich die Situation der Mitarbeiter nicht verschlechtert", erklärt Svoboda. "Es wird niemand seinen Job verlieren", versichert er. "Allerdings kann es sein, dass bestimmte Stellen nicht mehr nachbesetzt werden." Ziel ist es, das Potenzial der Gemeinden optimal auszuschöpfen. Auch, dass in Zukunft noch mehr Gemeinden an der Bauhofkooperation teilnehmen werden, ist nicht auszuschließen. Darüber hinaus sei interkommunale Zusammenarbeit auch in weiteren Bereichen, wie beispielsweise dem Marketing, geplant, verrät Svoboda.

 


Verfasser: Desirée Schmuck (presse@gemeindebund.gv.at)



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