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Der "Mister Tool" aus Georgsberg

29.06.2006
Der weltbeste Werkzeuglieferant produziert in der Steiermark, das größte Callcenter Österreichs steht im Mühlviertel. Der wirtschaftliche Erfolg ist im ländlichen Raum zuhause - vorausgesetzt die Bedingungen stimmen.

Manfred Kainz ist ein lustiger Zeitgenosse. Nicht ungewöhnlich eigentlich, schließlich ist der Mann Kabarettist. Nun aber doch ungewöhnlich, denn das Kabarett hat Kainz 1999 an den Nagel gehängt und ging in die Wirtschaft. Mittlerweile ist Kainz als Chef von TCM dreifach ausgezeichneter "Weltbester Werkzeuglieferant", wird von seinem Bürgermeister "Mister Tool" gerufen und beschäftigt 180 Mitarbeiter in einer Kleingemeinde der Steiermark.   

Kainz gründete, mit fundierter wirtschaftlicher Ausbildung versehen, vor sieben Jahren den Werkzeughersteller TCM und beliefert nun Autogiganten wie Opel, VW oder General Motors. "Die Geschäftsidee war, dass das Kerngeschäft von Autoherstellern nicht die Produktion von Werkzeug ist", so Kainz. "Wir produzieren das Werkzeug, die Hersteller bauen die Autos."

"Will arbeiten, wo ich auch lebe"

Damit nicht genug. In einem österreichweit einzigartigen Joint-Venture zwischen drei Gemeinden und zwei Betrieben wurde 2004 auf Initiative von Kainz das Technologie- und Entwickungszentrum (TEZ) in Georgsberg gegründet. Es beschäftigt statt der geplanten 120 bereits 172 Mitarbeiter. "Ich war in meinem Leben viel unterwegs, wollte heim mit meiner neuen Firma. Ich wollte dort arbeiten, wo ich auch lebe", sagt Kainz. "Voraussetzung dafür war, dass die Bürgermeister in meiner Region nicht in erster Linie die Probleme bei diesem Projekt gesehen haben. Sie haben zuallererst die Chancen erkannt. Sie haben ermöglicht, statt zu verhindern und deshalb ist unser Projekt erfolgreich."

Link: TEZ

Fährtenhund und Lupe

"Wenn sie Niederwaldkirchen suchen, dann brauchen sie entweder einen Fährtenhund oder eine Lupe", weiß Sixtus Lanner, Präsident der Arbeitsgemeinschaft "Ländlicher Raum". Dennoch, oder vielleicht gerade deshalb, steht in Niederwaldkirchen eines der größten Callcenter Österreichs, das 250, vorwiegend weibliche, Mitarbeiter beschäftigt. Demnächst sollen weitere 80 dazu kommen. "Es gibt Bürgermeister, die dieses Konzept innerhalb einer halben Stunde vernichtet hätten", meint Lanner, "weil sie sich gar nicht vorstellen können, warum sich ein so großer Arbeitgeber ausgerechnet im ländlichen Raum ansiedeln soll".

Die Geschäftsleiterin der Firma "Market Calling", Erika Leibetseder, weiß warum: "Es hat mehrere Gründe warum unser Unternehmen, das ursprünglich in Linz angesiedelt war, aufs Land gezogen ist. Einer davon war die fehlende Erweiterungsmöglichkeit in Linz. Die Grundstückspreise sind dort kaum noch bezahlbar. Der Hauptgrund war aber die Kategorie von Mitarbeitern, die wir benötigen. Wir beschäftigen vor allem Frauen, viele davon in Teilzeit. Wir legen Wert darauf, dass unsere Mitarbeiterinnen ihren Job auch mit ihrer Familie vereinbaren können. Unsere Mitarbeiter sind, gerade weil sie im ländlichen Raum leben und wissen, dass die Jobsuche dort nicht immer leicht ist, viel besser motiviert als Arbeitskräfte aus der Großstadt."

Den neuen Standort fand Market Calling auch ohne Fährtenhund und Lupe. "Wir haben eine vorbildliche Zusammenarbeit mit dem Bürgermeister. Das war und ist der Grundstein für eine positive Zusammenarbeit und hat die Standortentscheidung maßgeblich beeinflusst." Seitdem arbeiten in Niederwaldkirchen hunderte Mitarbeiter für die Qualitätsoptimierung in allen Bereichen. Industrie, Handel, Touristik, u.v.m. lassen über Market Calling die Zufriedenheit und die Bedürfnisse ihrer Kunden erheben.

Link: Market Calling

Zwei Erfolgsgeschichten, die beim 18. Bürgermeistertag in Wieselburg für Aufsehen sorgten. Über weitere Erfolgsstories aus dem ländlichen Raum wird kommunalnet.at auch in Zukunft berichten.


Verfasser: Daniel Kosak (daniel.kosak@gemeindebund.gv.at)



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