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Einwohnerstatistik: Gemeinde-Ranking 2011

30.05.2012
Welche Gemeinde konnte 2011 am meisten an Einwohnern zulegen?
Bildrechte: Gerd Altmann/pixelio.de

Die Hälfte der heimischen Gemeinden verliert an Einwohnern, zwei Drittel wachsen gar nicht oder unterdurchschnittlich. In manchen Gemeinden ist die Lage dramatisch, bis zu einem Drittel an Bevölkerungsverlusten haben die "Spitzenreiter" zu verzeichnen. Wir haben alle Zahlen und das Ranking.


Nicht nur in Bezug auf die Ertragsanteile ist die Bevölkerungszahl einer Gemeinde ein wesentlicher Faktor. Er zeigt auch an, wie sich die Gemeinde entwickelt, ob sie für Einwohner attraktiv ist, oder nicht. Allgemein hatten 1.093 der österreichischen Gemeinden ohne Wien von 2011 auf 2012 einen Bevölkerungsrückgang zu verzeichnen, in 53 Gemeinden blieb die Einwohnerzahl gleich und in 1.208 Gemeinden konnte ein Bevölkerungszuwachs verzeichnet werden. Blickt man auf "the biggest loser" und "the biggest winner" so stechen besonders drei Bundesländer heraus: Gemeinden aus Tirol, der Steiermark und dem Burgenland zählen sowohl zu den größten Gewinnern, als auch zu den größten Verlierern.

Bürgermeisterin Gabriele Nabinger freut sich über den Bevölkerungs-Zuwachs in ihrer Gemeinde. (Bildrechte: ZVG)Kittsee hat 2011 die meisten Einwohner dazubekommen

Obwohl es in der burgenländischen Gemeinde Kittsee eine negative natürliche Bevölkerungsbewegung (Geburten minus Sterbefälle) gibt, zeigt sich sowohl bei der Binnen-, als auch der Außenwanderung im Jahr 2011 ein starkes Plus. Diese Tendenzen lassen erahnen, warum Kittsee im Jahr 2011 den höchsten Bevölkerungszuwachs aller 2.357 Gemeinden in Österreich mit plus 10,39 Prozent verzeichnet hat. Gerade bei der Zuwanderung aus anderen Staaten scheint die Grenzgemeinde zur Slowakei äußerst beliebt zu sein. 2010 betrug der Außenwanderungssaldo plus 77 Einwohner. Auf dieses Ergebnis angesprochen weiß Bürgermeisterin Gabriele Nabinger eine ganz einfache Antwort: "Wie liegen fünf Minuten von der Slowakei entfernt und die Gründe sind dort doppelt so teuer wie bei uns." Insgesamt konnte die Gemeinde ihre Einwohner seit Anfang 2011 um 240 Einwohner steigern. Noch deutlicher wird der Zuwachs, wenn man sich die Zahlen seit 2002 genauer ansieht. Hatte Kittsee 2002 noch 1.884 Einwohner, so konnte sich dies bis Anfang 2012 auf 2.310 steigern.

Die Top-Ten der Gemeinden mit einem Bevölkerung-Plus

 

Gemeinde 2011 2012 Von 2011 auf 2012, relativ
Kittsee (Bgld.) 2.070 2.310 11,59%
Ungerdorf (Stmk.) 775 852 9,94%
Suben (OÖ) 1.322 1.440 8,93%
Reith bei Seefeld (T) 1.142 1.231 7,79%
Aschau im Zillertal (T) 1.613 1.732 7,38%
Mürzsteg (Stmk.) 590 631 6,95%
Gallzein (T) 562 598 6,41%
Kaunerberg (T) 378 402 6,35%
Bildein (Bgld.) 340 361 6,18%
Tschanigraben (Bgld.) 68 72 5,88%

Spiss - Schuld ist Adressbereinigung

Die Tiroler Gemeinde Spiss stellt mit einem Bevölkerungsrückgang von minus 6,94 Prozent die traurige Spitze der österreichischen Gemeinden dar. Im Ranking, folgt Spiss gleich eine zweite Tiroler Gemeinde - nämlich Galtür mit einem Bevölkerungsrückgang von minus 6,24 Prozent. Platz drei im Ranking belegt die 276-Einwohner-Gemeinde Dürnstein in der Steiermark, die von 2011 auf 2012 einen Rückgang von 5,8 Prozent der Bevölkerung hinnehmen musste.

Der Amtsleiter der 134-Einwohner-Gemeinde Spiss, Roland Schlamminger, kann sich den starken Bevölkerungsrückgang leicht erklären: "Wir haben letzten Jahr die Adressen bereinigt. Es gab viele, die hier als Hotelpersonal eine Saison lang gewohnt haben, und die sich nie abgemeldet haben." Trotzdem ist die Aussicht mehr als trüb. Es gab 2011 keine Geburten, aber auch keine Todesfälle. Lediglich durch die Abwanderung lässt sich dieses starke Minus erklären. In absoluten Zahlen sind es nämlich nur zehn Einwohner, die sich hier so stark bemerkbar machen. "Es ist schade. Wir sind hier direkt an der Schweizer Grenze und haben Vollbeschäftigung. Das heißt, wer hier ein Haus baut, der wäre auch versorgt. Trotzdem müssen wir um die Volksschule bangen. Derzeit wird sie noch einklassig geführt, in den nächsten Jahren könnte sie zugesperrt werden. Das wäre schade, weil man, um in die nächste Volksschule zu kommen, 1.000 Höhenmeter zu überwinden hat, was auch im Winter aufgrund gesperrter Straßen schwierig werden könnte", so der Amtsleiter.

 

Gemeinde 2011 2012 Von 2011 auf 2012, relativ
Spiss (T) 144 134 -6,94%
Galtür (T) 881 826 -6,24%
Dürnstein in der Steiermark 293 276 -5,80%
Kaisers (T) 74 70 -5,41%
Frauenberg (Stmk.) 167 158 -5,39%
Namlos (T) 93 88 -5,38%
Niederwölz (Stmk.) 628 599 -4,62%
Krensdorf (Bgld.) 620 592 -4,52%
Osterwitz (Stmk.) 156 149 -4,49%
Wörth an der Lafnitz (Stmk.) 379 362 -4,49%

2002 bis 2012 - Unterschiede weiten sich drastisch aus

Der Vergleich 2002-2012 zeigt: Die Gemeinden in NÖ gehören zu den Gewinnern, Gemeinden in der Steiermark zu den Verlierern. (Quelle: Statistik Austria, Tabelle: Kommunalnet)Wagt man den Langzeitvergleich zwischen 2002 und 2012 so zeigt sich, dass sich eine große Schere auftut: Ist die steirische Gemeinde Eisenerz mit minus 23,63 Prozent jene mit dem höchsten Bevölkerungsminus in diesen zehn Jahren, so schwenkt die Kurve bei der niederösterreichische Gemeinde Haslau-Maria Ellend und der Tiroler Gemeinde Rohrberg mit einem Plus von 41,76 Prozent weit auf die andere Seite aus. Signifikant ist, dass die Top-Ten der Gemeinden, die den stärksten Bevölkerungsrückgang verzeichnen mussten, hier fast ausschließlich aus der Steiermark kommen, während jene die den größten Bevölkerungszuwachs hatten, bis auf zwei nur niederösterreichische Gemeinde sind.

 




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