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Postzustellung: Ländlicher Raum immer öfter benachteiligt

06.06.2012
Gerade übers Wochenende ist die rechtzeitige Zustellung von Partezetteln manchmal problematisch.
Bildrechte: Post AG
In den Pinzgauer Gemeinden kommt es - zum Ärger der Bürger - immer wieder vor, dass Partezettel erst nach einer Beerdigung an die Gemeindebürger zugestellt werden. Grund ist die Umstellung des Verteilersystems der Post Anfang Februar 2012. Nun fordern die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden, dass der ländliche Raum dabei nicht mehr benachteiligt wird.

Eine flächendeckende und verlässliche Postzustellung gehört zu den wichtigsten Infrastruktureinrichtungen in einer Gemeinde. Umso ärgerlicher, wenn diese nicht mehr gegeben ist. Wurden die Partezettel als nicht persönlich adressierte Massensendung am Postverteilerzentrum abgegeben, kam es durch die Umstellung des Verteilersystems der Post am 1. Februar 2012 nicht nur in vielen Pinzgauer Gemeinden dazu, dass Partezettel, erst nach dem Begräbnis zugestellt wurden. Partezettel wurden also gleich behandelt wie beispielsweise Werbung, die an die gesamte Gemeinde ausgeschickt wird.

"Bei uns am Land ist die Anteilnahme der Bevölkerung an Trauerfeierlichkeiten ein äußerst wichtiger Bestandteil unseres Brauchtums und unserer Kultur. Bei mir in der Gemeinde kam es nun jedoch schon öfter vor, dass Partezettel erst nach den Begräbnis zugestellt wurden, was besonders zur Verärgerung der älteren Bevölkerung geführt hat", schildert der Piesendorfer Bürgermeister Johann Warter die Vorkommnisse in seiner Gemeinde, "Früher haben wir die Partezettel zum nächsten Postfachverteilerzentrum gegeben und am nächsten Tag waren sie ausgeteilt. Heute dauert das Austragen zwei bis drei Tage." 

Schreiben an den Postvorstand und die Infrastrukturministerin

Aus diesem Grund hat Warter bei der Sitzung des Pinzgauer Regionalverbandes, bei der sich alle Bürgermeister der Region versammeln, dieses Problem vorgebracht, wobei herauskam, dass es ähnliche Vorfälle in vielen Pinzgauer Gemeinden gibt. Ende Mai 2012 wurde nun ein Schreiben an den Vorstand der Post AG, Walter Hitziger, und Infrastrukturministerin Doris Bures gesandt, in dem darauf hingewiesen wird, dass die Post den Auftrag hat, Versorgungsstandards des ländlichen Raums sicherzustellen. Die Postzustellung im ländlichen Raum sollte als Grundelement einer funktionierenden Daseinsvorsorge und Informationsversorgung begriffen werden. Bis zum Gespräch mit Kommunalnet ist noch keine Antwort einer der angeschriebenen Personen beim Pinzgauer Regionalverband eingetroffen.

Überraschung: Schnelle Zusendung der Partezettel war noch nie Teil eines Pakets

Auf Nachfrage von Kommunalnet stellt die Post folgendes klar: Es gab noch nie das offizielle Angebot der Post, dass Massensendungen innerhalb eines Tages zugestellt werden. Auch heute noch gibt es den Eilbrief, der eine Zustellung am selben oder dem nächsten Tag garantiert, jedoch etwas teurer als die normale Versendung ist. Bei nicht adressierten Massensendungen, zu denen auch die Werbung gehört, gab es immer schon ein Zustellfenster von fünf Werktagen. Die unbürokratische schnelle Zusendung der Partezettel war offensichtlich ein freiwilliger Service mancher Poststellen. Eine Lösung für das Problem der Partezettel scheint jedoch in Aussicht: Ab Juli 2012 soll es eine Ausnahmeregelung für die Zustellung von Partezettel geben. Allerdings soll auch dann nur garantiert werden, dass diese innerhalb von zwei Werktagen die Postkästen der Gemeindebürger erreichen.



Verfasser: Carina Rumpold (presse@gemeindebund.gv.at)



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