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Netzwerktreffen: "Das Rad nicht neu erfinden"

25.06.2012


Generationenspielplätze, Wimmelbücher, neu entwickelte Trachten. Unterschiedliche Gemeinden, Probleme und Lösungen. Beim Erfahrungsaustausch von Gemeinden aus sieben Bundesländern, die sich gerade mitten im Prozess "Audit familienfreundlichegemeinde" befinden, zeigte sich einmal mehr wie wichtig es ist, dass die Projektverantwortlichen ihre Erkenntnisse miteinander teilen.

Im Jahr 2030 werden 31 Prozent der Bevölkerung über 60 Jahre alt sein. In manchen Gemeinden liegt der Altersdurchschnitt deutlich darüber, in anderen darunter. Österreichs Gemeinden haben mit sehr unterschiedlichen Problemen zu kämpfen. Im Europäischen Jahr des Aktiven Alterns wurde beim Erfahrungsaustausch "Netzwerktreffen" der familienfreundlichen Auditgemeinden am 20. Juni 2012 in der Salzburger Gemeinde Anif ein Schwerpunkt auf die Einbindung der älteren Generation und die Generationenverständigung innerhalb der Familie "Gemeinde" gelegt.

Tirol gegen Oberösterreich - Die Gemeindevertreter zeigten, dass der Generationen-Spielplatz ankommt. (Bildrechte: Gemeindebund)Anif - eine der ältesten Gemeinden Österreichs

In der 4.000-Einwohner-Gemeinde Anif wurden die über 30 Teilnehmer/innen des Netzwerktreffens von Bürgermeister Dr. Hans Krüger persönlich begrüßt. "Wir sind hier ähnlich wie Kitzbühel mit extrem teuren Grundstücken konfrontiert. Ein Quadratmeter kostet bei uns 1.000 Euro. Deshalb ist Anif eine der ältesten Gemeinden. Trotzdem steht die Gemeinde finanziell ausgezeichnet da", so Krüger, der (noch) nicht Chef einer mit dem Zertifikat familienfreundlichegemeinde ausgezeichneten Gemeinde ist.

An einem Tisch: Gemeinde-Vertreter aus der Steiermark, Niederösterreich und Tirol tauschten sich auch in der Pause weiter aus. (Bildrechte: Gemeindebund)Vorzeigeprojekt: Generationen lernen

Anfis Nachbargemeinde Grödig kann hingegen auf viele erfolgreich durchgesetzt Maßnahmen im Rahmen des Audit familienfreundlichegemeinde zurückblicken. Grödig ist seit 2010 dabei. Bürgermeister Richard Hemetsberger erzählte stolz: "Eine unserer Maßnahmen wurde nun sogar vom ORF im Rahmen der Regionalsendung "Salzburg heute" vor den Vorhang geholt. Dabei geht es um das Projekt "Generationen Lernen", bei dem ältere Menschen, den jüngeren beim Lernen helfen." Das generationenübergreifende Lernen hat in der Salzburger Gemeinde bereits so viel Erfolg, dass Fünferschüler in ihren Noten wieder aufgestiegen sind und ganz nebenbei die Integration von Migrantenkindern in die Gemeinde gefördert wurde. Auch der Bürgermeister selbst nimmt sich Zeit, um einem Schüler beim Lernen zu helfen. Hemetsberger: "Die Erfolge lassen sich sehen. Das Besondere an dieser Aktion ist, dass man den Kindern damit auch neuen Mut für die Zukunft geben kann. Die Teilnahme am Audit hat unsere Gemeinde positiv voran gebracht. Wir sind dabei, weil der Audit-Prozess in Wahrheit nie aufhört."

Mit dieser kurzen Vorstellung seiner Gemeinde und dem anschließenden ersten Erfahrungsaustausch aller Teilnehmer wurde klar, wie viel das Audit bewirken kann. Mit der Salzburger Gemeinde Werfenweng war auch eine der jüngsten Gemeinden Österreichs vertreten. In der 900-Einwohner-Gemeinde sind nämlich nur zehn Prozent der Bevölkerung über 65 Jahre alt. Auch hier versucht man, den Anforderungen der demografischen Situation im Audit-Prozess gerecht zu werden. Projektmitglied Stephan Promegger sorgte für reichlich Staunen, als er berichtete, dass die Gemeinde in den drei Jahren der Umsetzung 88 Maßnahmen verwirklich möchte.

Die Vertreter der Gemeinden nutzten die Chance, auftretende Probleme mit ihren "Kollegen" aus ganz Österreich zu besprechen und fanden so durch die Lösungsvorschläge aus den anderen Gemeinden wieder neue Ansätze, um diese in ihrem eigenen Ort umzusetzen.

'HelgaGemeinden reagieren auf demografischen Wandel

Auch die fachlichen Inputs kamen an diesem Vormittag nicht zu kurz: Heike Trammer, Projektkoordinatorin des Audit familienfreundlichegemeinde, erläuterte in ihrem Vortrag, wie wichtig die "jungen" Alten für die Gemeinde sind und wie positiv es ist, wenn sie im Rahmen des Audit-Prozesses aktiv eingebunden und als Potenzial aktiviert werden. Auch die Generationenverständigung lässt sich in zahlreichen Vorzeigeprojekten aus den Gemeinden finden. Diese reichen vom Generationenspielplatz, über generationenübergreifende Häuser bis hin zu Kindergartenbesuchen von "Leseomas und -opas".

Mag. Anna Nödl-Ellenbogen, Audit-Projektabwicklerin, ging in ihrem Vortrag auf die Rolle des Österreichischem Gemeindebunds als kommunale Plattform für Gemeinden ein und zeigte auf, dass seit Übernahme der Abwicklung des Audit seit 2009 durch den Österreichischen Gemeindebund die Anzahl an Auditgemeinden um 35 Prozent gestiegen ist. Auch wissenschaftlich lassen sich die positiven Auswirkungen des Gemeindeentwicklungsprozesses dokumentieren, wie nicht nur die zahlreichen Publikationen des Familienforschungsinstituts, sondern auch die Vorstellung einer aktuell verfassten Diplomarbeit zeigen.

Barrierefreiheit, Nahversorgung, Tanzabende: Goldeggs Bürgermeister Hans Mayr stellte einige der 28 Maßnahmen im Rahmen des Audit vor.(Bildrechte: Gemeindebund)Ähnliche Probleme - eine Vielzahl an Lösungsmöglichkeiten

Mit einer intensiven Gesprächsrunde, in der alle Gemeinden über den Audit-Prozess in ihrer Gemeinde sprachen, bekamen die Teilnehmer einen Eindruck, wie der Audit-Prozess in anderen Kommunen umgesetzt wird, und es wurde ersichtlich, dass es für ähnliche Probleme eine Vielzahl an Lösungsmöglichkeiten gibt. So hat beispielsweise die Kärntner Gemeinde Poggersdorf einen eigenen Stoff für eine Tracht mit dem Wappen der Gemeinde entwickelt, um ein stärkeres "Wir-Gefühl" in den verschiedenen Ortsteilen zu schaffen. In anderen Gemeinden setzte man auf die aktive Einbindung in den Prozess, um durch das gemeinsame Ziel ein stärkeres Zusammengehörigkeitsgefühl zu fördern. Jede Gemeinde hat mit der Beteiligung der Bürger eine eigene, für sie passende Lösung gefunden. Auch durch die Vorstellung der erfolgreich umgesetzten Maßnahmen in Goldegg durch Bürgermeister Hans Mayr wurde allen Beteiligten noch einmal klar: Es ist wichtig, dass es diese Veranstaltung gibt, um über den Tellerrand der eigenen Gemeinde zu schauen und neue Motivation für die in den meisten Fällen ehrenamtlich geleistete Arbeit zu bekommen - oder wie der Spitzer Gemeinderat Johann Wanda es formuliert: "Man muss das Rad nicht immer wieder neu erfinden."


Verfasser: Carina Rumpold (presse@gemeindund.gv.at)


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