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E-Government: Österreich weiter im Spitzenfeld

10.08.2012
Alles Online - E-Government ist die Zukunft der Ämter.
Bildrechte: KatharinaBregulla/pixelio.de

E-Government wird immer wichtiger, auch in Österreich lässt sich der Siegeszug nicht mehr aufhalten. Die Mehrheit der Österreicher benutzt dieses Online-Angebot und ist damit auch sehr zufrieden.


Die aktuelle E-Government MONITOR Studie 2012 der "Initiative D21" und dem Forschungsinstitut Iprima zeigt, dass Österreich zu den besten Ländern im E-Government-Bereich zählt. Österreich liegt gemeinsam mit Schweden im Spitzenfeld. 

Etwa zwei Drittel der 1.000 befragten Österreicher nutzen die Online-Angebote ihrer Gemeinde regelmäßig und sind damit großteils auch sehr zufrieden. Wichtig sind den österreichischen Usern vor allem die Zuverlässigkeit der Systeme, die zeitliche Unabhängigkeit sowie vollständige Informationen.

59 Prozent der Nutzer sind äußerst zufrieden mit dem E-Government-Angebot.Nutzer fürchten "gläsernen Bürger"

Es gibt jedoch auch Bedenken im Bezug auf den Datenschutz. Vor allem die Sicherheit bei der Datenübertragung und die mangelnde Sorgfalt beim Umgang mit Daten, bereiten einigen Bürgern Sorgen. Die Angst vorm "gläsernen Bürger" ist einer der Hauptgründe dafür.

Es ist ihnen ein Anliegen, dass das Online-Angebot ihrer Gemeinden übersichtlich strukturiert ist und man sich schnell zurechtfindet, weswegen es zentral ist, dass das E-Government-Angebot auf der Homepage gut aufgebaut ist. 

Eine dieser Funktionen, die angeboten werden, ist das Online-Formular zur Steuererklärung. Dieses wird von mehr als zwei Dritteln aller Nutzer verwendet und findet großen Anklang. Die Studie zeigt, dass die Bürger vor allem beim Ausfüllen der Formulare weniger Fehler machen und daher die Effektivität letztendlich erhöht wird.

Ausbaupotenzial zeigt die Möglichkeit der Online-Beteilgung an politischen Entscheidungen, 40 Prozent aller Befragten würden dieses Service gerne nutzen: Damit liegt Österreich ebenfalls an der Spitze.

Österreich liegt mit 67 Prozent E-Government-Nutzer im Spitzenfeld.Bürger auf Vorteile aufmerksam machen


Damit sich die elektronische Verwaltung weiter durchsetzt, sollten die Bürger auf die E-Government-Angebote aufmerksam gemacht und überzeugt werden, diese einmal auszuprobieren. Denn, wie man der E-Government Monitor Studie entnehmen kann, sind die Nutzer von den Vorteilen dieses Dienstes überzeugter als die Nicht-Nutzer.

Barrieren, die einer intensiven Nutzung des Online-Angebots im Weg stehen, sind beispielsweise unüberschaubare Strukturen und die unzureichende Hilfestellung. Nachholbedarf gibt es im Bereich der mobilen Nutzung, denn bisher kennen und verwenden nur die wenigsten dieses Service. 

Zwei österreichische Gemeinden zeichnen sich im E-Government-Bereich besonders aus.

E-Government Gütesiegel

Die Marktgemeinden Kremsmünster und Telfs haben sich in den letzen Jahren besonders hervorgehoben und wurden 2009 vom IKT-Board der Bundesregierung mit dem E-Government Gütesiegel ausgezeichnet. Beide Gemeinden bieten Ihren Bürgern eine breite Palette von Diensten.
Kremsmünster begann 2006 das Online-Angebot umzustellen und zwei Jahre später zog Telfs im Rahmen des E-Government-Projektes "Tirol 2.0" nach.

Um die eindeutige Identifizierung des Antragstellers zu gewährleisten, bieten die Gemeinden eine Bürgerkarte in Form von E-Cards oder Handysignaturen an. Den Gemeindebürgern ist es damit möglich Behördengänge unabhängig von den Öffnungszeiten des Amtes, einfach über das Internet zu erledigen.

Über 90 Formulare und elektronische Briefzustellung

Kremsmünster als Vorreiter bietet neben etwa 100-Online Formularen auch eine barrierefreie Homepage, die Duale-Zustellung von Gemeindevorschreibungen sowie ein Open Government Data Service. Von Abbuchungsaufträgen über Sterbeurkunden bis hin zu Hundeanmeldungen können alle Anträge in Kremsmünster online eingereicht werden. Die Formulare werden entweder direkt auf der Website der Gemeinde ausgefüllt oder als Download per E-Mail an die zuständige Behörde geleitet. Es wundert also kaum, dass die Homepage jeden Monat von ca. 8.000 Besuchern angeklickt wird.


In Telfs werden die E-Government-Angebote noch eher zaghaft angenommen. "Man muss immer wieder darauf hinweisen, dass es diese Möglichkeit gibt", so Hansjörg Hofer vom Standesamt Telfs. Besonders häufig wird der Antrag auf Kindergeld online eingereicht, aber auch das Bürgerportal findet in Telfs Anklang. Geplant ist, wie in Kremsmünster, die duale Briefzustellung einzuführen sowie das Online-Formularangebot zu erweitern.

Trend zu elektronischen Aktensystemen

Mag. Dr. Parycek, Leiter des Zentrums für E-Governance an der Donau-Universität Krems, sieht vor allem für die Bewohner größerer Gemeinden einen erheblichen Vorteil der E-Government-Angebote, da dort Behördengänge oft kompliziert und vor allem zeitaufwändig sind.

"Ein Trend der Zukunft werden elektronische Aktensysteme sein," so Parycek, "in größeren Gemeinden werden bereits jetzt Prozess- und Datenmanagement vielfach elektronisch abgewickelt, kleine Kommunen werden sukzessive elektronische Aktensysteme einsetzen, in Kleinstgemeinden werden Datenmanagementsysteme auch ausreichend sein." Durch Kooperation mehrerer kleinerer Gemeinden würde die Einführung elektronischer Verfahren aber auch in ländlichen Gebieten eine moderne Verwaltung möglich machen. Verwaltungskooperationen sind durch die B-VG Novelle aus dem Jahr 2011 auch für hoheitliche Verwaltungsverfahren möglich, die mit gemeinsamen ELAK Systemen durchgeführt werden können.


Verfasser: Evelyn Knoll (presse@gemeindebund.gv.at)



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