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Hofkindergarten: "Spielzeug ist unnötig"

10.09.2012
Das Bäuerliche Schul- und Bildungszenturm bildet, gemeinsam mit dem Rheinhof, den Rahmen für den Hofkindergarten.
©Stadt Hohenems
Hohenems hat neben einem Waldkindergarten jetzt auch einen Hofkindergarten geplant. Schon im September 2012 werden die Kinder spielerisch den Umgang mit den Tieren und Produkten des Rheinhofs kennen lernen.

Ein etwas anderer Kindergarten eröffnet im September 2012 seine Pforten. Hohenems in Vorarlberg, gibt seinen kleinsten Bürgern die außergewöhnliche Möglichkeit sich hauptsächlich in der Natur aufzuhalten und das auch noch betreut. Wie auch schon der Waldkindergarten in Hohenems, spezialisiert sich der neue Hof- und Naturkindergarten vor allem auf die Bewegung und Sinneserfahrungen im Freien.

Der neue Kindergarten findet großen Anklang. Für kommenden Herbst sind bereits alle verfügbaren Gruppenplätze vergeben.

Ein Bauernhof als Spielplatz

 

Um sich "Hofkindergarten" nennen zu dürfen, steht den Kindern der Rheinhof des Bäuerlichen Schul- und Bildungszentrum (BSBZ) zur Verfügung. Die Kinder werden dort spielerisch in den Ablauf des Hofes eingebunden und erleben das Wachstum, die Pflege, die Arbeit und die Verarbeitung der angebotenen Produkte direkt mit. Auch ihre Jause und das Mittagessen werden je nach Möglichkeit gemeinsam mit den Kleinen aus den Produkten des Hofes zubereitet.

"Die Idee zum Hofkindergarten entstand im Gespräch mit Markus Schwärzler, dem Direktor des Bäuerlichen Schul- und Bildungszentrum in Hohenems. Uns war es besonders wichtig Gespräche mit Lehrpersonen zu führen und den Lehrhof der Schule, sowie die Umgebung zu besichtigen, um eine Vorstellung zu erhalten, wie die Kombination von Schule, Bauernhof und Kindergarten aussehen kann", erzählt Gertraud Gächter vom Kindergartenreferat.

Der Rheinhof umfasst etwa 55 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche und hat neben einigen Milchkühen und Rindern auch mehr als 50 Schweine und 150 Puten. Zusätzlich bietet der Hof einen Stall mit Pferden. Die Produkte, die am Hof erzeugt und verarbeitet werden, werden im eigenen Hofladen anschließend auch gleich verkauft.  Die Schüler und jetzt auch die Kindergartenkinder lernen den Umgang mit vielen Tierarten, aber auch den heimischen Obstsorten und Pflanzen kennen.

Die Kinder lernen spielerisch den Umgang mit den Tieren am Hof.

Kein Spielzeug

 

Eine Besonderheit ist es auch, dass der Kindergarten großteils ohne herkömmliches Spielzeug auszukommt, denn die Natur bietet genug Möglichkeiten der Phantasie der Kinder freien Lauf zu lassen. Wie früher sollen die Spielgefährten und ihre Umgebung im Mittelpunkt stehen, um den Kindern die richtigen Werte zu vermitteln. Um das Verantwortungsgefühl der Kinder zu stärken, bekommt die Gruppe zwei Kaninchen als Kindergartentiere, diese werden von den Kindern selbst gepflegt und versorgt.

Ein Tipi-Zelt als Rückzugsort

Diese Innovation kommt ohne klassische Kindergartenräumlichkeiten aus. Für Gruppenaktivitäten gibt es ein Indianerzelt am Gelände des BSBZ und wenn es einmal kalt ist, wird Feuer gemacht, nur bei sehr schlechtem Wetter steht im Kindergarten an der Lustenauer Straße ein Gruppenraum zur Verfügung. Eine Voraussetzung für einen Kindergarten im Freien ist, dass ein beheizbarer Raum für extreme Wetterbedingungen vorhanden sein muss.

Außergewöhnliche Qualifikationen der Pädagoginnen

Um einzeln auf die Kinder eingehen zu können, sind kleine Gruppen besonders wichtig, darum werden für nur 16 Kinder zwei bis drei Pädagoginnen eingesetzt. Man muss, neben der Ausbildung zur Kindergartenpädagogin, keine eigene Ausbildung für den Hofkindergarten absolvieren, allerdings wurde bei der Auswahl der Betreuerinnen auf spezielle Qualifikationen geachtet. "Eine der Pädagoginnen ist selbst auf einem Bauernhof aufgewachsen, die andere hat eine Ausbildung zur Sonderkindergartenpädagogin und als Teilzeitkraft haben wir eine Waldpädagogin eingestellt", berichtet Gächter. Mehrkosten fallen für diese Art des Kindergartens für die Eltern keine an, der Kindergartenbeitrag ist in allen Kindergärten gleich.

Gefahren reduzieren

Da die Natur und vor allem die Tiere auch Risiken für die Kinder mitbringen, absolvieren die Pädagoginnen bereits jetzt ein Praktikum am Rheinhof, um den genauen Ablauf und die möglichen Gefahren für die Kinder kennen zu lernen. Angst vor Haftungsproblemen bei Unfällen hat Frau Gächter nicht: "Wir haben den Versicherungsschutz für unsere Betreuerinnen nochmals überprüft. Bisher hatten wir Glück und auch im Waldkindergarten hatten wir noch keine gröberen Unfälle."

Kommunale Belastung geringer

Spezielle Förderung gibt es für den außergewöhnlichen Kindergarten keine. Wie bei allen anderen öffentlichen Kindergärten in Vorarlberg werden für die Räumlichkeiten 50 Prozent der Kosten vom Land übernommen. Im Fall eines Wald- oder Hofkindergarten beschränkt sich diese lediglich auf einen beheizbaren Raum, sanitäre Anlagen und die Umgebungsgestaltung. "Die Erfahrungen mit dem Waldkindergarten zeigen, dass die Anschaffungskosten für die Gemeinde wesentlich geringer sind als in üblichen Kindergärten. Bei den laufenden Kosten hält es sich allerdings in der Waage", so Gächter.

Alles in allem kommt die neue Idee sehr gut an, für Herbst 2012 sind bereits alle Plätze vergeben.


Verfasser: Evelyn Knoll (presse@gemeindebund.gv.at)



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