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Internationale Konferenz in Velden

30.09.2005
Am 29. September wurde in Velden von Präs. Mödlhammer die vom International Communal Network (ICNW) organisierte Konferenz "Strategische Entwicklung von ländlichen Gemeinden und Raumplanung in ländlichen Regionen" eröffnet. Der Gemeindebund ist treibende Kraft des ICNW.

Die Konferenz am 30. September in Velden ist die erste von drei größeren Veranstaltungen des Netzwerkes, die für die inhaltlichen Komponenten geplant sind.

Das Thema lautet „Strategische Entwicklung von ländlichen Gemeinden und Raumplanung in ländlichen Regionen“ und entspricht damit der Komponente C3 des Netzwerkes. Grundsätzlich ist die Raumplanung in allen europäischen Ländern virulent, darum ist diese Thematik neben kommunaler Infrastruktur und Koorperation mit der Wirtschaft eine der drei inhaltlichen Säulen des Netzwerkes.

Nur begrenzte Vergleichbarkeit

Die Wichtigkeit der Thematik lässt aber nur eine begrenzte Vergleichbarkeit zu. Die anzustrebenden strategischen Entwicklungsziele und die zu lösenden raumplanerischen Probleme sind in ganz Europa identisch, aber immer unter dem Prätext der unterschiedlichen Entwicklungsstände in den einzelnen Ländern zu sehen.

Raumplanung muss auf bestimmte Stärken und Schwächen der Region eingehen können, andererseits muss in einzelnen Ländern erst die Schaffung von Planungseinrichtungen und Stellen erfolgen, die erst die Voraussetzung für eine solche Planung darstellen. Hier sieht man den Unterschied der MOEL zu den in einer starken Planungstradition stehenden mitteleuropäischen Ländern, zu denen Österreich, die Schweiz und Deutschland zählen.
In Österreich hat es schon in den 70er Jahren Bestrebungen gegeben, durch eine koordinierte Raumordnung die Prinzipien der „nachhaltigen Entwicklung“ umzusetzen.

Pioniere aus OÖ

In den westlichen Staaten waren die Planer allerdings auch erst nach den Boomjahren der 50er und 60er Jahre (für viele zu spät) auf die effektive Umsetzung dieser Ziele gekommen. Einer der Pioniere der Raumordnung dieser Zeit war der OÖ Gemeindebunddirektor Univ. Prof. Hans Neuhofer.
Das Bemühen ist nunmehr in West und Ost groß, die Entwicklung in den Griff zu bekommen. Vor allem im ländlichen Raum stecken auch gewaltige Sparansätze, aber auch umweltrelevante Potenziale wie das Kyoto - Ziel, Energieeffizienz u.v.a. gehören dazu. All das und vieles mehr gehört im weitesten Sinn zu den Parametern einer nachhaltigen Entwicklung - Erhaltung von Lebensraum.

· Erhalt natürlicher Lebensgrundlagen, wozu auch der umsichtige Umgang mit der Natur und den Ressourcen gehört

· Ausgeglichene Wettbewerbsfähigkeit

· Gleichwertiger Zugang zu Infrastruktur und Bildung
Dazu gehört auch die Forderung des Gemeindebundes, dass der ländliche Raum dauerhaft funktionsfähig gehalten und weiter entwickelt wird.

Lebensraum und Standortqualität sichern

Bei der Konferenz werden daher Beispiele guter kommunaler Praxis von nahezu allen ICNW-Partnern vorgestellt. Sie sollen Ansätze der strategischen Entwicklung von ländlichen Gemeinden und die Raumplanung ländlicher Regionen in den Partnerländern illustrieren. Dabei soll die Bedeutung der Gemeinden im ländlichen Raum hervorgehoben werden, indem sie durch strategische Planung und die Gewährleistung einer entsprechenden Infrastruktur nachhaltig Lebensraum und Standortqualität sichern.

Es ist aber auch zu betonen, dass sehr wohl auch städtische Probleme oder typische Situationen von Umlandgemeinden in der Konferenz behandelt werden. Auch die Probleme der Ballungsräume können eher in den Griff bekommen werden, wenn für den ländlichen Raum klare Ziele formuliert und angestrebt werden.

Internationale Partner

Neben der strengen Praxis der Österreicher oder der Südtiroler im Flächenmanagement, die bei dieser Tagung vorgestellt werden, gibt es bei den neuen Mitgliedsländern zumeist eine andere Herangehensweise. Allerdings haben auch sie zu gewärtigen, dass auch bei ihnen Boomjahre bevorstehen. Wer schon jetzt weiß, in welche Richtung es gehen kann, hat einen Vorteil, wie etwa das Beispiel unserer polnischen Partner (Stadt Terespol) belegt – die Stadt hat mehrere Ortsteile, ist sehr zersiedelt, hier müssen klare Prioritäten gesetzt werden. Deshalb ist es jetzt gerade so wichtig die MOEL-Partner an der Hand zu nehmen und sie in ihrem Bemühen zu bestärken.

In den westeuropäischen Ländern waren nach den Jahren des Wirtschaftswunders viele Entwicklungen eingetreten, die mit raumordnerischen Mitteln nur sehr schwer aufgearbeitet werden konnten. Langsam hat rigorose Planungsdisziplin eine Konsolidierung bewirkt. Die Disziplin kann durch mehrere Faktoren unterstützt werden. Finanzielle Not oder aber auch Mangel an Flächen. Insofern sind die Ansätze der Osteuropäer mit etwa jenen der Österreicher und Südtiroler in ihrer Motivation gut vergleichbar.
Auch können die Vertreter aus den MOEL von den Fehlern der alten EU-Mitglieder lernen. Das hilft Europa und unserer gemeinsamen wirtschaftlichen Entwicklung (Stichwort wirtschaftlicher und sozialer Zusammenhalt) enorm weiter.

Grundtenor dieser Aussagen: Kluge Planung sichert nachhaltige Entwicklung, man darf nicht auf Sand bauen. Die Raumplanung muss auch in den MOEL politische Akzeptanz finden.


Verfasser: Daniel Kosak (daniel.kosak@gemeindebund.gv.at)


 weiterführende Links

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