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Drei Gemeinden vorbildlich bei Baukultur

14.11.2012
Lauterach ist die am schnellsten wachsende Gemeinde Vorarlbergs.
©Stefan Scherhaufer/LandLuft
Ottensheim, Hopfgarten und Lauterach überzeugten mit ihren Projekten, die nicht nur architektonisch wegweisend sind, sondern auch in ihrer Entwicklung Vorzeigewirkung entfaltet haben. Deswegen wurden sie mit dem Baukultur-Gemeindepreis 2012 ausgezeichnet.

Der LandLuft Baukultur-Gemeindepreis 2012 wird für Innovationsbereitschaft, Engagement und die produktive Auseinandersetzung mit brennenden Zukunftsfragen in den Gemeinden verliehen. Dass ländliche Gemeinden in Österreich mehr zu bieten haben als zeitgemäße Architektur, zeigen die Siegergemeinden Hopfgarten im Osttiroler Defereggen, Lauterach in Vorarlberg und Ottensheim in Oberösterreich. Sie erhielten den Baukultur-Gemeindepreis der zuletzt im Jahr 2009 an die Gemeinde Zwischenwasser ging. An der feierlichen Preisverleihung in Wien im Palais Eschenbach nahmen 500 Gäste teil.

Die nominierten Gemeinden im Überblick. ©Stefan Scherhaufer/LandLuft

Vorbildfunktion für Nachhaltigkeit

Die Initiative für die Ausschreibung des Preises wurde von LandLuft, einem Verein zur Förderung der Baukultur im ländlichen Bereich, gestartet. Gemeinsam mit dem Österreichischen Gemeindebund lobte man bereits zum zweiten Mal den Wettbewerb aus. Aus insgesamt 33 eingereichten Bewerbungen wählte die Expertenjury unter dem Vorsitz von Univ. Prof. Roland Gnaiger insgesamt 13 Gemeinden aus sieben Bundesländern aus und nominierte sie für den Preis 2012: Neckenmarkt im Burgenland, Velden am Wörthersee in Kärnten, Waidhofen an der Ybbs in Niederösterreich, Neumarkt im Mühlkreis und Ottensheim in Oberösterreich, Hartberg in der Steiermark, Galtür, Hopfgarten in Defereggen und Rattenberg in Tirol sowie die vier Vorarlberger Gemeinden Hittisau, Klaus, Lauterach und Röthis. Drei Kommunen konnten die Jury schlussendlich von ihren nachhaltigen Projekten überzeugen.

Baukultur umfasst viele Bereiche

Baukultur ist mehr als Architektur. Baukultur schließt den Prozess der Entstehung mit ein und klammert auch die Nachhaltigkeit und Wirkung nicht aus. Welche Wirkung wird mit Bauprojekten erzielt? Und wie kamen sie zustande? Wie ein neues Gemeindezentrum oder ein neuer Nahversorger angenommen wird, hängt nicht nur mit der Funktionalität zusammen, sondern auch wie dieses Projekt entstand. Dabei darf nicht vergessen, dass sich ein neues Bauwerk auch in die bestehende Architektur integrieren muss. Diesem Gedanken folgen auch die prämierten Projekte:

Die Gemeinde Hopfgarten als baukultureller Vorzeigeort. ©Stefan Scherhaufer/LandLuft

Hopfgarten im neuen Stil

Die Tiroler Gemeinde Hopfgarten hat sich in den letzten zehn Jahren zum baukulturellen Vorzeigeort entwickelt. Der Prozess rund um das neue Feuerwehr- und Kulturhaus war Anstoß für eine neue Ortspolitik: gemeinsam, lösungsorientiert und mit möglichst vielen Beteiligten. "Wenn man zusammensteht kann man etwas riskieren, man muss nicht immer im Tiroler Lederhosenstil bauen", meint Bürgermeister Franz Hopfgartner.

Diesem Leitsprich folgend, wurden mit dementsprechend viel Mut Bauprojekte in Angriff genommen. Den Start bildete die Umgestaltung eines Lokals im Ortskern zur "Machlkammer" im Jahr 2005. Seither herrscht Leben auf dem Dorfplatz. Die "Galerie der Mitte", die Sanierung der landschaftstypischen, historischen "Tröglschupfen", die Renaturierung der Schwarzach sowie der Umbau des Gemeindehauses und die Neugestaltung des Dorfplatzes bilden weitere Highlights in der Entwicklung der Baukultur in der Gemeinde.

In Ottensheim hatte die Sanierung der Hauptschule oberste Priorität. ©Stefan Scherhaufer/LandLuft

Ottensheim alles andere als leer

Unter den Nominierten hatte Ottensheim ebenfalls die Nase vorne, da gelebte Baukultur in sämtlichen Bauwerken und in der aktiven Bürgerbeteiligung Akzeptanz fand. Aus dem Prozess der Bewusstseinsbildung, der Konzeption und der Strategieentwicklung entstand das vielfach preisgekrönte Amtshaus, der Marktplatz, die Hauptschulsanierung und die Bibliothek. Dies führte letzten Endes dazu, dass der Leerstand im Zentrum reduziert werden konnte. Heute zieht der umgestaltete Markt, Interessierte aus nah und fern an. Außerdem hebt sich die Gemeinde als Pilotgemeinde für Shared-Space-Entwicklungen hervor. Für die Zukunft sollen die Ortsbildentwicklung vorgetrieben und der Leerstand im Ortszentrum weiter minimiert werden.

Bei der Wanderaustellung treten die Menschen aus den Vorzeigemeinden in den Vordergrund. ©Stefan Scherhaufer/LandLuft

Belebtes Dorfzentrum in Lauterach

In der am schnellsten wachsenden Gemeinde Vorarlbergs, sah man sich besonderen Problemen gegenüber: Einerseits mussten die kommunalen Einrichtungen an die neuen Anforderungen angepasst werden, andererseits hatte sich auch die Struktur von einer eher bäuerlich geprägten, hin zu einer städtischen verändert. Im Miteinander zwischen Experten und Betroffenen konnten Konzepte von Umwelt bis Verkehr entwickelt werden. Die architektonische Ästhetik wurde mit dem seit 1991 bestehenden Gestaltungsbeirat gewahrt. Bei etwa 4.000 Arbeitsplätzen und 9.600 Einwohnern ist es den Lauterachern gelungen, ein ausgeprägtes Dorfzentrum mit Gemeindeamt, ein Sozialzentrum, Geschäfte und Büros zu entwickeln. Grünflächen wird ebenso viel Bedeutung geschenkt wie einem durchdachten Verkehrskonzept und einer zukunftsorientierten Energiebilanz.

Preisträgergemeinden im Rampenlicht

Die künftigen Preisträgergemeinden stehen nicht nur bei der Preisverleihung im Rampenlicht, sondern vor allem durch die Wanderausstellung, die die Vorzeigegemeinden in 30 Ausstellungsorten in den kommenden drei Jahren vorstellt. Die Projekte werden durch Fotodokumentationen vorgestellt aber auch durch die Menschen, die hinter den Vorzeigekommunen stehen.


Verfasser: Redaktion (presse(at)gemeindebund.gv.at)



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