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Bad Bleiberg: "Wir nehmen Asylwerber auf"

29.11.2012
Das ehemalige Knappschaftskrankenhaus soll neues Quartier für 20 bis 30 Asylwerber werden
©Gemeinde Bad Bleiberg
Die Innenministerin bat Helmut Mödlhammer um Hilfe bei der Suche nach Gemeinden, die Asylwerber aufnehmen. Bad Bleibergs Bürgermeister reagierte sofort und stellt 20 bis 30 Quartiere bereit.

Beschaulich geht es normalerweise in der Gemeinde Bad Bleiberg in Kärnten zu: Auf 920 Metern Seehöhe gelegen und umkreist von Bergen lebten die Bürger der Gemeinde früher vom Bergbau. Heute hat sich die 2.750-Einwohner-Gemeinde in einen lebendigen Kurort verwandelt. Trotzdem verließen Bad Bleiberg seit 1961 weit mehr als 1.000 Menschen. In den letzten Jahren konnte die Abwanderung zwar gestoppt werden, trotzdem wandern keine neuen Bürger zu.

'Bürgermeister

Gute Erfahrungen mit Nächstenliebe

"Mein Vorgänger hat während der Jugoslawien-Krise 1992 über 100 Flüchtlinge im Ort aufgenommen. Bereits damals haben wir damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Wenn es Streit gab, dann nur unter den Flüchtlingen und auch das war nur zwei Mal der Fall, soweit ich mich erinnere. Die, die damals in Österreich geblieben sind, haben sich alle gut integriert. Das sind heute Vorzeigebürger. Durch den Bergbau waren aber auch schon immer unterschiedliche Nationen hier, was sich auch in der Offenheit der Gesellschaft bemerkbar macht. Für uns sind das Mitmenschen, keine Asylanten", so Bürgermeister Mag. Gottfried Gunnar Illing, auf die Frage, warum er in seiner Gemeinde Asylwerber aufnehmen will.

Ehemaliges Krankenhaus bietet zwölf Wohnungen

"Ich werde die Asylwerber ja nicht direkt im Wohngebiet unterbringen, sondern in einem ehemaligen Knappschaftskrankenhaus, das uns in den letzten Jahren als Hort gedient hat. In diesem Gebäude gibt es zwölf Wohnungen, die sich bestens für die Unterbringung der Asylwerber eignen würden", zeigt sich Illing, der im Zivilberuf Apotheker ist, von der Idee überzeugt.

Als er den Aufruf des Gemeindebund-Präsidenten gelesen hat, dachte er an die guten Erfahrungen von 1992 und die große Toleranz der Bürger. Dies hat ihn dazu bewogen, auch hier wieder mit gutem Beispiel voran zu gehen. "Ich habe unsere Flüchtlingsbeauftragte vom Kärntner Caritasverband Frau Dr. Payer informiert und nun müssen wir abwarten, welcher Träger das Flüchtlingsheim betreibt", so Illing über den Status quo. 

Mehr Bürger absolut erwünscht

Illing muss jedoch schlussendlich zugeben, dass auch ein kleiner Hintergedanke bei der Aktion mitschwingt: "Da wir keinen Bevölkerungszuwachs haben, kann die Aufnahme von Asylwerbern für uns auch ein Vorteil sein. Wir werden die Asylwerber in unsere Gemeinde gut integrieren, falls sie in Österreich dauerhaft bleiben dürfen."


Verfasser: Carina Rumpold

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