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Niederösterreich: "Im Bundesrat etwas für die Gemeinden tun"

16.05.2013

©noe.spoe.at
Niederösterreich hat Anfang März einen neuen Landtag gewählt. Landeshauptmann Pröll bleibt, neue Bundesräte kommen. Drei Neo-Bundesräte kommen sogar direkt aus der Kommunalpolitik: Als Bürgermeister wollen sie in der Landeskammer vor allem etwas für die Region tun.

Fünf ÖVPler und drei SPÖler zogen am 8. Mai 2013 als Bundesräte neu in den Landtag ein. Gerhard Köck (ÖVP), Gerhard Schödinger (ÖVP) und Adelheid Ebner (SPÖ) sind Bürgermeister und Bundesrat in Personalunion. Köck und Schödinger frischgebacken, Ebner bereits im insgesamt neunten Jahr.

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Bundesrat zum ersten Mal

Der 50-jährige Gerhard Schödinger ist Ortschef im niederösterreichischen Wolfsthal und war schon früh bei der jungen ÖVP politisch tätig. Allerdings hörte er dort bald auf. 1997 betrat er als Gemeinderat erneut die Bühne der Kommunalpolitik. Acht Jahre später wurde er dann zum Bürgermeister gewählt.

Der Gendarm erhielt 2007 den Centropepreis, 2011 wurde seine 870 Einwohner umfassende Gemeinde mit den "Euregio Innovationspreis" ausgezeichnet. "Beide Preise haben wir dafür bekommen, dass wir Wolfsthal für Nachbarstaaten geöffnet haben. 25 Prozent der Wolfsthaler sind Slovaken. Unsere Gemeinde ist deshalb eine wachsende, innovative Gemeinde. So sehr, dass über uns sogar Berichte von Japan bis Amerika liefen", so der Bürgermeister und frisch gebackene Bundesrat stolz.

Gut für Österreich und seine Gemeinden

Schödingers größter Wunsch ist, in den Ausschuss für die Europäische Union zu kommen, um seine bisher kultivierte grenzüberschreitende Politik intensivieren zu können. Denn er spricht aus Erfahrung: "Die Leute müssen international arbeiten und leben können. Wie bei uns, wo Slovaken in Wolfsthal arbeiten und heimfahren nach Bratislava, oder eben bei uns wohnen." Internationalität solle zur Alltäglichkeit werden.

Schödinger ist zwar noch zu kurz im Amt, kann aber seine kommunalpolitische Erfahrung gewinnbringend in der Landeskammer einsetzen. "Nachdem ich erste Sitzungen hinter mir habe, sehe ich das als irrsinnig wertvollen Posten an, um Netzwerke zu schaffen von der Bundes- zur Landespolitik. Das ist eine unheimlich gewinnbringende Informationsfülle für einen Kommunalpolitiker", weiß der Ortschef bereits zu berichten. Primär ist für ihn der Zugang zu Entscheidungsträgern, die ihm helfen können, Projekte für Österreich und seine Gemeinden umzusetzen.

Bindeglied zwischen Bevölkerung und Bund

Einen ähnlichen Zugang, jedoch mit weit mehr Erfahrung, hat auch Adelheid Ebner, Bürgermeisterin von Gutenbrunn im Bezirk Zwettl. "Die Vorteile, wenn man gleichzeitig Bürgermeisterin und Bundesrätin ist, liegen auf der Hand", so die Ortschefin. Dreizehn Jahre lenkt sie bereits die Geschicke Ihrer Gemeinde, insgesamt acht Jahre ist sie schon Bundesrätin. Nun tritt sie ihre nächste Amtsperiode. "Am wichtigsten ist es, Kontakte zu knüpfen und Anfragen der Bürger weiter zu transportieren. Treffe ich einen Minister, kann ich mit ihm reden, ob gewisse Einrichtungen in meinem Bezirk möglich sind. Man ist dahingehend einfach ein Bindeglied zwischen Bevölkerung und Bund", so die erfahrene Politikerin.

Drei Posten gleichzeitig zu bekleiden – Ebner ist zusätzlich auch noch Gemeindesekretärin – kann nur als Vorteil für die Bürger gereichen. Am wichtigsten seien ihr nämlich die Anliegen ihres Bezirkes und der Bürger: "Wir arbeiten ja sehr nahe mit dem Land zusammen. Als Bundesrat können wir einfach die landespolitischen Themen aufgreifen und die Bedürfnisse der Region behandeln."

"Den Dienst an der Gemeinde zusätzlich aufwerten"

Das ist oft ein harter Job, aber die Chefin des 570 Einwohner starken Ortes ist es gewohnt, er macht Ihr Freude. Bis zu 80 Stunden hat Sie pro Woche zu tun. Sie arbeitet also viel, aber nicht um im klassischen Sinn aufzusteigen. "Es gibt keinen nächsten Schritt. An vorderster Stelle steht mein Amt als Bürgermeisterin, die Bürger des Ortes sind mir am wichtigsten. Als Bürgermeister kann man direkt etwas bewirken, man ist nahe beim Bürger. Selbstverständlich sind beide Tätigkeiten sehr spannend, aber ich möchte nicht missen, wo ich jetzt bin", so Ebner weitsichtig.

Schödinger und Ebner verbindet, dass sie Bürgermeister und Bundesrat in Personalunion sind. Beide schreiben sich auf ihre Fahnen, mit dem Amt in der Landeskammer jenes im Gemeindeamt zu bereichern. Die Gutenbrunner Ortschefin findet dafür die passenden Worte: "Als Bundesrätin und Bürgermeisterin kann ich einfach den Dienst an meiner Gemeinde zusätzlich aufwerten."




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