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Tourismusstrategie des Österreichischen Gemeindebundes

27.06.2013

©Steigenberger
Der Tourismusausschuss des Österreichischen Gemeindebundes hat sich intensiv mit den Problemen und Herausforderungen der österreichischen Tourismus- und Freizeitwirtschaft befasst. Diese wurden samt Lösungsansätzen in einem Strategiepapier zusammengefasst.

In Kooperation mit der Österreichischen Hoteliervereinigung hat der Österreichische Gemeindebund die wesentlichen Faktoren einer funktionierenden Tourismus- und Freizeitwirtschaft in Form eines Strategiepapiers ausgearbeitet.

Wenngleich Österreich in der Tourismus- und Freizeitwirtschaft keinen Vergleich mit anderen Nationen zu scheuen braucht, müssen in vielen Bereichen die Hebel angesetzt werden, nicht zuletzt um die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu halten und auszubauen.

Neben der weitläufig unterschätzten Bedeutung der Tourismus- und Freizeitwirtschaft versucht das Strategiepapier in insgesamt 10 Thesen die Problemfelder in der österreichischen Tourismus- und Freizeitwirtschaft aufzuzeigen, Forderungen an die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft zu formulieren und die aktuell wichtigsten Maßnahmen darzustellen.

Als Problemfelder wurden dabei folgende skizziert:

  • Steuerliche Rahmenbedingungen
  • Unternehmersituation
  • Angebotsentwicklung
  • Marketingsituation
  • Mitarbeitersituation
  • Situation für junge Menschen
  • Mobilität

Das Strategiepapier versteht sich freilich nicht als abschließend, sondern soll Denkanstoß und Anreiz zugleich sein, Maßnahmen umzusetzen, die eine nachhaltige und wettbewerbsfähige Tourismus- und Freizeitwirtschaft in Österreich sicherstellen.

Aktuell wichtigste politische Maßnahmen:

  • In Zukunft ist eine sachliche Trennung zwischen dem Tourismusangebot selbst und deren (Be-)Werbung verstärkt vorzunehmen. Nach dem Motto „Schuster bleib bei deinem Leisten“ sollen Vertriebs- und Werbeorganisationen das bestehende Tourismusangebot bewerben, aber im Regelfall nicht auch selbst entwickeln.

  • Eine Kooperation im Schulwesen von Landwirtschaft und Tourismus ist umgehend einzurichten. Durch die dadurch entstehenden neuen Berufsfelder ist das Tourismusangebot  für junge Menschen sowohl als Anbieter (Unternehmer, Mitarbeiter), wie auch als Nachfrager (Gäste von morgen) interessant.

  • Eine Stärkung der Regionen (Gemeinden) im Hinblick auf Marketing und Werbung als deren Auftraggeber muss die Hoheit der Angebotserstellung über diese Maßnahmen absichern.

      
  • Förderungsmaßnahmen für Betriebskooperationen sind auf allen politischen Ebenen zu intensivieren.

  • Zur Sicherung und Forcierung der Investitionsbereitschaft und damit auch der Aufträge an die Gewerbebetriebe in der Region ist es unerlässlich, die Abschreibung für Abnutzung zeitlich mit der tatsächlichen Nutzungsdauer gleichzusetzen. Angesichts des beachtlichen Investitionsvolumens von 3,5 Mrd. Euro, das zur Aufrechterhaltung der internationalen Wettbewerbsposition notwendig ist, und der Vergabe von 80 % der Investitionsaufträge im Umkreis von 90 km würde sich ein weiterer Rückgang der Investitionen in der österreichischen Hotellerie nachhaltig negativ auf die Wettbewerbsposition der betroffenen Destinationen einerseits wie auch auf die Entwicklung im regionalen Gewerbe andererseits auswirken.
     
  • Kalte Betten in Form von Ferienwohnungen, die nur zu Saisonhöhepunkten genutzt werden, belasten über den Infrastrukturbedarf die Gemeindefinanzen, ohne einen entsprechenden Mehrwert im Vergleich zur Hotellerie zu bieten (Investitionen, Arbeitsplätze, Gästeausgaben, Steuern, siehe Volksbegehren Schweiz, sogenannte „Zweitwohnungs-Initiative“).

  • Unternehmen, die aufgrund unzureichender Rentabilität notwendige Investitionen nicht finanzieren können, daher das Preisniveau in der gesamten Region senken und damit Arbeitsplätze gefährden, soll der Ausstieg erleichtert werden, indem die Steuerfreiheit auf Stille Reserven ausgeweitet wird. Die Gemeinden würden darüber hinaus durch die Nachnutzung von nicht marktkonformen Hotels etwa als Altenwohnheime, Jugendstart- oder Mitarbeiterwohnungen profitieren. Auch hier sollte auf bereits ausgearbeitete Vorschläge, wie etwa das von der Österreichischen Hoteliervereinigung ausgearbeitete Positionspapier „Betriebsaufgabe steuerlich erleichtern – Strukturbereinigung ermöglichen“) zurückgegriffen werden.

  • Betroffenen Gemeinden muss im Zusammenhang mit der Zweitwohnsitzproblematik ein größerer Handlungsspielraum eingeräumt werden, sei es widmungs- oder abgabenrechtlich.

 




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