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Nationalratswahl 2013: Die skurrilsten Gemeinde-Ergebnisse

30.09.2013

Quelle: BMI
Wie haben die Spitzenkandidaten in ihren Heimatgemeinden abgeschnitten? Was ist das beste Gemeinde-Wahlergebnis der Parteien? Und wer hat wo am meisten verloren?
Die Nationalratswahl brachte nicht nur beim Bundesergebnis einige Überraschungen. Auch die Ergebnisse in den Heimatgemeinden der Spitzenkandidaten dürften nicht immer den Wunschvorstellungen entsprochen haben.

Verluste in den Heimatgemeinden von Faymann und Spindelegger

Werner Faymann musste in seinem Heimatbezirk Wien-Liesing Verluste hinnehmen: Mit einem Minus von 2,4 Prozent straften ihn die Wähler. Kleines Trostpflaster: Seine SPÖ ist mit 34 Prozent immer noch auf Platz eins. Die höchsten Zugewinne konnte die SPÖ jedoch wo anders erzielen: In der burgenländischen Gemeinde Tschanigraben (52 Wahlberechtigte) stieg das Wahlergebnis nochmal um 8,4 Prozent auf 77,1 Prozent.

In Michael Spindeleggers Heimatgemeinde Hinterbrühl verlor der ÖVP-Spitzenkandidat 0,2 Prozent, die ÖVP ist aber mit 39,8 Prozent weiterhin stimmenstärkste Partei. Das stärkste Ergebnis erzielte die Volkspartei in Jungholz, Tirol, mit 86,5 Prozent der Stimmen, womit die ÖVP noch einmal 6,9 Prozent zulegte.

Friesach: BZÖ wurde stärkste Partei

Die Kärntner Gemeinde Friesach hielt ihrem Politheld Josef Bucher die Treue. Hier erreichte das BZÖ 31,6 Prozent und wurde damit mit Abstand zur stimmenstärksten Partei von den 4.319 Wahlberechtigten gewählt. Anders erging es da seinem einstigen Parteifreund Heinz Christian Strache, der in seinem Heimatbezirk Wien-Landstraße nur Platz drei (15,8%) erreichte und weder Stimmen verlor, noch Stimmen dazu gewann.

Die gebürtige Seebodnerin Eva Glawischnig konnte mit den Grünen in ihrer Heimatgemeinde ebenso nicht stimmenstärkste Partei werden. Die Grünen konnten dort zwar 5,8 Prozent dazu gewinnen, rangieren mit 11,6 Prozent jedoch nur auf Platz vier. Stimmenstärkste sind die Grünen allerdings in Wien-Neubau mit einem Ergebnis 31,5 Prozent (-1,1%). Das ist auch der höchste Stimmenanteil für die Grünen.

Große Unterstützung für neue Kandidaten

NEOS-Kandidat Matthias Strolz stützte gleich ein ganzes Bundesland den Rücken: Im Ländle erreichte er sein bestes Länderergebnis von 13,2 Prozent. In seiner Heimatgemeinde Dalaas fuhren die NEOS überhaupt das beste Ergebnis für ihre Partei ein - sie wurden von 39,9 Prozent der Wahlberechtigten favorisiert.

Nach den starken Verlusten von ÖVP und SPÖ in der Steiermark konnte Frank Stronach neben der FPÖ dort besonders punkten. In seiner niederösterreichen Heimatgemeinde Oberwaltersdorf schaffte es das Team Stronach auf 11,9 Prozent und wurde damit auf Anhieb viertstärkste Kraft. Das beste Gemeindeergebnis erhielt die Partei in Etzersdorf-Rollsdorf, Bezirk Weiz, mit 26,4 Prozent.

Geringstes Ergebnis für BZÖ in Ollersdorf

Das Burgenland ist kein BZÖ-Land. Die Orangenen erhielten dort nur zwei Prozent der Stimmen (-3,3 Prozent) und mussten in Ollersdorf auch ihr schlechtestes Ergebnis einfahren. Nur eine einzige Stimme erhielt die Partei dort bei 842 Wahlberechtigten.

Interessant auch das schlechteste Ergebnis der ÖVP: Minus 25,6 Prozent der Stimmen verloren die Schwarzen in der steirischen Fusionsgemeinde Pichl-Preunegg. Damit stehen sie in dieser Gemeinde nur mehr bei 4,5 Prozent. Die SPÖ konnte im Vorarlberger Damüls, in der sie das schlechteste Ergebnis einfuhr, sogar noch 0,5 Prozent der Stimmen dazu gewinnen. Dort wählten zwei statt einem Wahlberechtigten die Sozialdemokraten.

Steiermark-Ergebnis überraschte

Die Wahlkarte der Steiermark zeigt nach der Nationalratwahl ein völlig neues Bild. Gleich fünf Bezirke inklusive der Landeshauptstadt konnte die FPÖ erobern. Die Blauen sind damit nun stärkste Kraft mit einem Wahlergebnis von 25,1 Prozent. Die SPÖ, die 2008 noch 29,3 Prozent der Wähler von sich überzeugte, rutschte mit 24 Prozent damit auf Platz zwei. Die ÖVP muss sich nun mit Platz drei (20,7%) begnügen, die Partei verlor hier noch mehr als die SPÖ, nämlich 5,4 Prozent. Neben der FPÖ konnten auch die Grünen dazugewinnen - sie stehen nun bei 9,6 Prozent -, das Team Stronach erzielte auf Anhieb 10,1 Prozent und die NEOS schafften 3,7 Prozent.

Die Steiermark brachte den beiden Regierungsparteien auch die größten Verluste. Nachdem der Bürgermeister von Pichl-Kainisch und 14 weitere Mandatare aus der SP-Fraktion aus Protest gegen die Gemeindestrukturreform ausgetreten sind, straften die Bürger der Gemeinde auch die Bundespartei mit einem Stimmenverlust von 30,4 Prozent. Die SPÖ holte hier nur mehr 6,7 Prozent. Ähnliches Bild auch für die ÖVP: Minus 35,7 Prozent gab es in der 342-Einwohner-Gemeinde Ganz. Damit steht die ÖVP bei 25,8 Prozent der Stimmen. Auch diese Gemeinde soll mit zwei anderen - und zwar Mürzzuschlag und Kapellen - zusammengelegt werden.

Vorläufiges Endergebnis zeigt buntes Bild im Nationalrat

Stimmenstärkste Partei im Parlament ist nach wie vor die SPÖ mit 27,1 Prozent und einem Minus von 2,2 Prozent. Platz zwei konnte die ÖVP mit Müh und Not halten: Sie erreichte 23,8 Prozent der Stimmen und verlor ebenfalls 2,2 Prozent. Knapp dahinter mit einem Stimmenplus von 3,9 Prozent die FPÖ. Sie erhielt 21,4 Prozent der Stimmen. Die viertstärkste Kraft im Land sind weiterhin die Grünen mit 11,5 Prozent. Sie konnten zwar nicht so viele Wähler wie erwartet für sich begeistern, legten aber doch zumindest ein Prozent zu. Auch Frank Stronach behauptete sich bei seiner ersten Nationalratswahl: Er erreichte 5,8 Prozent der Stimmen und schaffte damit den Einzug ins Parlament. Neu im Parlament sind die NEOS. 4,8 Prozent der Bevölkerung konnten sich für diese Wirtschaftspartei begeistern. Weder die Piraten, KPÖ noch das BZÖ schafften die Vier-Prozent-Hürde.

Mit diesem Wahlergebnis verliert die SPÖ vier Sitze im Nationalrat und steht damit bei 53 Mandaten, auch die ÖVP verliert - und zwar gleich fünf Sitze und darf damit nur mehr 46 Sitze im Nationalrat besetzen. Die FPÖ steigert sich von 34 auf 42 Sitze, die Grünen gewinnen zwei Sitze dazu und stehen damit bei 22 Sitzen, das Team Stronach wird elf Mandatare und die NEOS werden künftig neun Kandidaten ins Parlament entsenden.

Wahlbeteiligung stark gesunken

Die vorläufige Wahlbeteiligung (Briefwähler und Wahlkarten wurden noch nicht ausgezählt) deutet auf ein weiteres Sinken der Wahlbeteiligung hin: Gingen 2008 noch 78,8 Prozent der Wahlberechtigten zur Wahlurne, waren es am Wahlsonntag 2013 nur mehr 65,9 Prozent. Das endgültige Ergebnis der Nationalratswahl 2013 wird von der Bundeswahlbehörde allerdings erst am 16. Oktober 2013 bekanntgegeben.

Die "bravsten" Wahlberechtigten sind im niederösterreichischen Großhofen beheimatet. Hier gingen 93,1 Prozent zur Wahl. Die niedrigste Wahlbeteiligung gab es in Unterperfuss, Bezirk Innsbruck-Land, mit 44,4 Prozent. Hier sank die Wahlbeteiligung um ganze 23,2 Prozent.
Verfasser: Redaktion

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