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Gemeindebund trauert um Ehrenpräsident Ferdinand Reiter

08.10.2013


Der Ehrenpräsident des Österreichischen Gemeindebundes Ferdinand Reiter ist im 88. Lebensjahr verstorben. "Mit ihm verlieren wir einen großen Pionier der österreichischen Kommunalpolitik", trauert Gemeindebund-Chef Helmut Mödlhammer.
Mit großer Betroffenheit reagierte Gemeindebund-Präsident Helmut Mödlhammer über die Nachricht des Ablebens von Ferdinand Reiter. "Er war für mich nicht nur ein politisches, sondern auch ein großes persönliches Vorbild", so Mödlhammer. Ferdinand Reiter stand insgesamt 16 Jahre lang als Präsident an der Spitze des Österreichischen Gemeindebundes.

"Es gibt heute nur noch wenige Politiker seines Formats", betonte Mödlhammer. "Bei ihm hat ein Versprechen noch etwas gezählt und ein Handschlag hat gegolten." Reiter war 25 Jahre lang Bürgermeister seiner Heimatgemeinde Zistersdorf, viele Jahre lang Chef des NÖ-Gemeindevertreterverbandes der ÖVP und von 1971 bis 1987 Präsident des Österreichischen Gemeindebundes. "Reiter hat die Grundlage dafür geschaffen, dass die Gemeinden heute eine schlagkräftige Interessensvertretung auf Bundesebene haben. Zugleich war er ein überzeugter und engagierter Föderalist mit höchsten Ämtern im Land NÖ."

Bis zuletzt war Reiter an den Entwicklungen auf kommunal-, landes- und bundespolitischer Ebene höchst interessiert. "Er war ein wacher Geist und ein hochpolitischer Mensch. Bis vor wenigen Monaten war er steter Gast auf Veranstaltungen des Gemeindebundes", berichtet Mödlhammer.

"Ein großer Kommunalpolitiker hat die Bühne verlassen. Mein Mitgefühl gilt in diesen Tagen der Familie von Ferdinand Reiter, insbesondere seiner Frau Johanna", schloß Mödlhammer.

Das Leben von Ferdinand Reiter

Mit ihm geht ein großes Stück kommunale Geschichte. Am 7. Oktober 2013 verstarb der ehemalige Präsident des Österreichischen Gemeindebundes und niederösterreichische Landtagspräsident Ferdinand Reiter im 88. Lebensjahr.

Am 6. Februar 1926 erblickte Reiter im burgenländischen Ritzing das Licht der Welt. Nach der Volksschule, die er in Ritzing besuchte, absolvierte Reiter in Wien das Gymnasium und Lehrerbildungsanstalt. Zwischen 1943 und 1946 leistete er Reichsarbeitsdienst, wurde zum Militärdienst eingezogen und war gegen Ende des Krieges in amerikanischer Kriegsgefangenschaft. Währenddessen wurde er den Franzosen ausgeliefert und musste zehn Monate in einem französischen Kohlebergwerk arbeiten. Anfang April 1946 kehrte er mit 49 Kilogramm wieder in die Heimat zurück. Bereits am 28. April 1946 begann er wieder als Lehrer in Zistersdorf zu arbeiten. 1948 erhielt er die Lehrbefähigung in St. Pölten für Volksschulen. Zwischen 1947 und 1960 war er gleichzeitig Lehrer an der landwirtschaftlichen Fortbildungsschule in Zistersdorf. 1955 begann Reiters politische Karriere: Er wurde in den Gemeinderat gewählt und fungierte von 1960 bis 1985 als Bürgermeister von Zistersdorf.

Im Jahr 1963 erklomm der Sohn eines Baupoliers eine weitere Sprosse auf der Karriereleiter: Er wurde in den Landtag gewählt. 1964 übernahm er zusätzlich die Funktion des Dritten Präsidenten des Niederösterreichischen Landtags. 1971 wurde er Direktor der Volksschule Zistersdorf, 1981 wurde Reiter Präsident des Landtags. Dieses Amt übte er bis zu seinem Ausscheiden aus dem Landtag aus.

Seine Karriere als Interessensvertreter der Gemeinden begann 1967, wo er für vier Jahre die Funktion des Vizepräsidenten des Österreichischen Gemeindebundes inne hatte. Von 1971 bis 1987 bekleidete er als Präsident des Österreichischen Gemeindebundes das höchste kommunalpolitische Amt.

Außerdem wirkte er zwischen 1969 und 1971 als Vizepräsident des Niederösterreichischen Roten Kreuzes, war von 1973 bis 1986 Obmann des ÖVP Gemeindevertreterverbandes Niederösterreich und hatte weitere Parteifunktionen inne.

1986 erhielt er den Ehrenring des Landes Niederösterreich, den Ehrenring mit Brillanten des ÖVP-GVV NÖ und den Ehrenring des Österreichischen Gemeindebundes. Reiter hat als Gemeindebund-Chef vier Finanzausgleiche ausgehandelt und fünfzehn gesamtösterreichische Gemeindetage, mit jeweils über 2.000 Teilnehmern, ausgerichtet. Über Österreich hinaus hat er sich aber auch in europäischen Kommunalgremien, im Europarat und im Rat der Gemeinden und Regionen Europas, einen Namen gemacht. Durch seine ausgleichende, stets konsensbereite Art hat sich Reiter in seiner aktiven Zeit in allen politischen Lagern höchstes Ansehen erworben. Er gilt als wesentliche Kraft bei der Abflachung des abgestuften Bevölkerungsschlüssels, der damals vor allem den kleinsten Gemeinden geholfen hat. "Seinen" Gemeinden blieb er als Ehrenpräsident des Bundesvorstandes des Österreichischen Gemeindebundes bis zuletzt erhalten.



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