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Kein Privatjet, kein Whirlpool, aber ein Konto in Attnang-Puchheim

29.10.2013

©Gemeindebund
Mit ihrer Video-Vorstellung der Finanzministerin in "Dingsda"-Manier hatten die Schüler/innen einer Linzer Volksschule für österreichweites Schmunzeln gesorgt. Jetzt lud die Finanzministerin sie nach Wien ein.

Für die Kinder der Volksschule 32 aus Linz war es ein ganz besonderer Tag. Inzwischen gehen einige von ihnen zwar schon ins Gymnasium. Trotzdem waren sie bei der Finanzministerin der Republik Österreich, Maria Fekter, eingeladen.

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Ihr Name reimt sich auf "Nektar"

Wenige Wochen zuvor hatten sie die mehr als 2.000 Bürgermeister und Gemeindevertreter am Gemeindetag in Linz schmunzeln lassen, als sie in "Dingsda"-Manier die Finanzministerin vor ihrem Auftritt beschrieben hatten. Blond sei sie, hieß es da. Und ungefähr 40 Jahre alt. Und sie habe eine tiefe Stimme, wenn es ernst werde. Ihr Name reime sich auf Nektar und jeden Tag werde sie von einer Limousine in die Arbeit gebracht, weil sonst sofort die Paparazzi hinter ihr her wären. Auf lustige und manchmal altkluge Weise beschrieben die Linzer Schüler/innen ihre Finanzministerin.

Die nahm die Sache schon vor Ort am Gemeindetag mit Humor. "Wartet nur, ihr seid auch noch dran", rief sie den Referenten und Rednern, die nach ihr an der Reihe waren, vom Podium zu. Und in der Tat kamen auch der Bundespräsident, der oberösterreichische Landeshauptmann Josef Pühringer oder Helmut Mödlhammer in den Genuss einer Vorstellung durch Volksschüler.

Einige der Kinder gehen inzwischen bereits ins Gymnasium. ©Gemeindebund

Kein Privatjet und wenig Schlaf

Der Auftritt der Kinder imponierte der Ministerin nachhaltig und so lud sie die betreffende Klasse zu Besuch ins Finanzministerium ein. 16 Schüler/innen reisten nach Wien, um die Ministerin, schon in den neu restaurierten Räumen in der Himmelpfortgasse, zu besuchen. Fekter nahm sich lange Zeit um den aufgeweckten Kindern ihre Arbeit und die Geschichte des Hauses zu erklären. Sogar ins Allerheiligste, ins Büro der Ministerin, durften die Schüler/innen einen Blick werfen. "Wobei das nicht die wirklichen Prunkräume von Prinz Eugen sind", so Fekter, "diese Räume sind zugänglich, ihr könnt sie nachher anschauen, das sind die schönsten Räume, die ich in meinem Leben je gesehen habe."

Davor gab es aber erst einmal zu Essen und zu Trinken. Und es kommt nicht alle Tage vor, dass man von der Ministerin selbst Würstel und Gebäck persönlich ausgeteilt bekommt. Dann durften die Kinder alles fragen, was sie interessierte. Nein, sie habe keinen Whirlpool, antwortete Fekter auf eine Frage. "Ich habe daheim in Attnang Puchheim einen Swimming Pool, den aber mein Mann pflegen muss. Hier in Wien wohne ich in einer Wohnung." Wo sie denn ihr eigenes Geld lagere, wollte ein anderer Schüler wissen. "Ich habe ein Konto bei der Sparkasse in Attnang Puchheim. Und dort bleibt es auch." Über einen eigenen Jet verfüge sie auch nicht. "Wir haben zwar von der Hypo Alpe Adria ein paar Flieger geerbt, die haben wir aber gleich wieder abgegeben", plauderte die Ministerin aus. Anstrengend aber schön sei ihre Arbeit, sagte Fekter. "Ich habe aber viele Tage, an denen ich nicht vor Mitternacht ins Bett komme. Das ist halt der Preis eines solchen Amtes."

Es kommt nicht alle Tage vor, dass man von der Ministerin selbst Würstel und Gebäck persönlich ausgeteilt bekommt. ©Gemeindebund

Handy mit Gummiringerl löste Erstaunen aus

Verwunderung löste Fekter beim Herzeigen ihres Handys aus. "Das ist ein Uralt-Gerät, das ich mit einem Gummiringerl zusammenbinden muss, damit es nicht auseinander fällt", zeigte die Ministerin ihr Telefon her. Zum Erstaunen der Schüler, von denen viele über ein Smartphone verfügten.

Dazwischen erzählte Fekter sehr unbefangen von ihren Aufgaben und ihrer Arbeit. "Man glaubt es nicht, aber ich habe auch noch nie mehr als ein paar tausend Euro auf einmal in Geldscheinen gesehen, obwohl ich für Milliardenbeträge zuständig bin", erklärte sie. "Aber das läuft ja in diesen Summen alles elektronisch."

Für die beiden Geburtstagskinder Dabio und Natalie habs sogar Geschenke. ©Gemeindebund

Besondere Überraschung für Geburtstagskinder

Für zwei Kinder gab es noch eine zusätzliche Überraschung. Fabio und Nathalie feierten an diesem Tag Geburtstag und bekamen von der Ministerin nicht nur ein Geschenk überreicht, sondern auch ein Gedicht vorgetragen:
Ein Herzerl voll Liebe, ein duftender Strauß,
ein Knixerl, ein Busserl und ´s Verserl ist aus!

Mit einer ausführlichen Führung durch die Prunkräume des Palais von Prinz Eugen, in dem das Finanzministerium nun residiert, endete ein für die Schüler/innen sehr aufregender Wien-Besuch.



Verfasser: Daniel Kosak

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