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Mit dem "Express" in die Volksschule

04.11.2013

Bild: ZVG
Mit dem "Schulexpress" gehen die Bad Ischler Volksschulkinder ab 2014 per pedes zur Schule. Initiiert wurde das Projekt, um den Autoverkehr vor dem Schulgelände einzudämmen. Eigene Sammelstellen und gelbe Fußabdrücke weisen den Kindern den sicheren Weg.
In Bad Ischl im Salzkammergut gehen nächstes Jahr im Frühling die Schüler der VS Concordia zu Fuß zum Unterricht. Mit dem Projekt "Schulexpress" will die Schule gemeinsam mit der Gemeinde den Verkehr vor der Schule beruhigen, sowie auf die Umgebung aufteilen und damit einerseits den Weg gefahrenfreier machen und den Schülern bewegte Zeit an der frischen Luft ermöglichen.

Zu viele Autos und müde Schulkinder

"Wir wollen etwas gegen den vielen Verkehr tun, bevor ein erster Unfall passiert", macht Bad Ischls Jugendstadträtin Ines Schiller auf die Gefahren vor der Schule aufmerksam. Seit Jahren steigert sich das Verkehrsproblem, da immer mehr Eltern ihre Kinder mit dem Auto zum Unterricht bringen. Sogar eine Polizistin muss teilweise den Verkehr vor der Schule regeln. Gerade Kinder, die nicht weit von der Schule entfernt wohnen, werden mit dem elterlichen PKW eher gebracht, als Kinder, die von weiter weg kommen. Derzeit besuchen ca. 240 Kinder die VS Concordia und der Großteil wird in der Früh mit dem Auto gebracht und am Nachmittag wieder geholt.

Ein positiver Nebeneffekt des Fußweges für Kinder ist, dass diese Zeit an der frischen Luft verbringen, sich vor dem Unterricht bewegen und wach werden. "Studien zeigen immer deutlicher, dass Kinder im Unterricht immer unruhiger werden und einen Mangel an ausreichender Bewegung haben", meint Schiller, die die zusätzliche Bewegung der Kinder befürwortet. Die Kinder sehen einander früher, können am Weg zur Schule tratschen und soziale Kontakte knüpfen. Forschungen belegen weiters, dass Kinder, die zu Fuß gehen, die Welt intensiver wahrnehmen. Ebenso wird durch das sebstständige Bestreiten des Schulwegs das Selbstbewusstsein sowie die Selbstständigkeit gefördert.

Der Schulexpress, ein gehender Bus

Die Lösung für dieses Problem kommt von der Mutter und Initiatorin Verena Nölle, die schon in über 100 Schulen in Deutschland den Kindern das Zufußgehen ermöglichte. Nach Gesprächen mit der Gemeinde Bad Ischl im März, präsentierte sie ihr Projekt Schulexpress. Anschließend wurde in Kooperation mit der Polizei ein sicherer Schulwegplan erstellt. Eigene Haltestellen dienen als Sammelpunkte für die Kinder und auch als Absetzpunkt für Kinder, die mit dem Auto gebracht werden. Diese neun Haltestellen befinden sich in einem Umkreis von einem Kilometer rund um die Schule. Von dort gehen die Kinder der VS Concordia gemeinsam ca. 15 Minuten zum Gebäude.

Eine weitere Hilfe sind gelbe Bodenmakierungen in Form von Füßen. Zusammen mit der Polizeiinspektion Bad Ischl und Verena Nölle wurden so Orte und Plätze markiert, an denen die Kinder gefahrenlos Straßen überqueren und sicher ihren Weg zur Schule bestreiten können. Die geringen Kosten für die Markierungen auf den Gehwegen übernimmt die Stadtgemeinde. Weitere Sponsoren, darunter auch die Sparkasse Bad Ischl, finanzieren die Schilder und die Aktionswoche im März. Dies zeigt, dass auch wirksame Maßnahmen nicht viel kosten müssen.

Projektwoche zum Start

Um die Kinder nicht unvorbereitet auf die Straße zu schicken, wird es zur Einführung des Schulexpresses im März verkehrserzieherische Aktionen für alle Altersgruppen geben. In dieser ersten Woche begleiten Eltern die Kinder auf ihrem Weg und zeigen ihnen worauf sie im Verkehr achten müssen. Außerdem wird es einen Roller- und Fahrradparcours geben und Schwerpunkte wie "Toter Winkel bei Autos" und "Verhalten im Straßenverkehr" werden mit den Kindern erarbeitet.

Um auch Lehrern und Eltern eine Möglichkeit der Information zu bieten, wurde schon ein Lehrerinformationsabend abgehalten und auch eine eigene Veranstaltung für die Eltern der Schulkinder ist geplant.

Schulreife Kinder können alleine gehen

Die Idee zu diesem Projekt hatte Verena Nölle, die vor zehn Jahren den Schulweg für ihre Tochter sicherer machen wollte. Sie fand ein ähnliches britisches Projekt, den "Walkingbus", bei dem Kinder mit einer Begleitperson zu Fuß zur Schule gehen, überholt. "Meiner Meinung nach können Kinder, die schulreif sind, auch alleine zur Schule gehen. Für Kinder gibt es schon so viele Möglichkeiten, aber zu Fuß zur Schule zu gehen, das wird ihnen nicht zugetraut", will Nölle die fehlerhaften Umstände aufzeigen. Das Projekt Schulexpress ist in Deutschland schon sehr erfolgreich, 2014 werden Kinder an über 100 Schulen zu Fuß zur Schule gehen. Wenn der Schulexpress an der Volksschule Concordia Erfolg hat, sollen auch die anderen Volksschulen im Bad Ischl in das Projekt eingebunden und zum Mitmachen angeregt werden.
Verfasser: Miriam Rafenstein

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