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KWG-Wissenschaftspreis: 27 Einreichungen - zwei Gewinnerarbeiten

07.11.2013

© Gemeindebund
Zwei junge Forscherinnen und ein junger Forscher haben die Jury beim Wissenschaftspreis mit ihren Arbeiten überzeugen können. Mödlhammer: "Die Qualität der Arbeiten wird bei diesem Preis großgeschrieben."
Kommunale Forschung befindet sich im Aufwind. Soviele junge Forscher/innen wie noch nie buhlten um den kommunalen Wissenschaftspreis 2013. Unter den 27 Einreichungen konnten jedoch nur zwei die Jury überzeugen: Petra Steinkellner und Nadine Zheden mit ihrer Masterarbeit "Prozessanalyse im Bereich der Gemeindeverwaltung zur Vorbereitung des Elektronischen Akts" und Matthias Pendl mit seiner Diplomarbeit zu einer zivilrechtlichen Sonderbestimmung im steirischen Raumordnungsgesetz.

KWG-Vorsitzender Karl Weber betonte in seiner Rede, dass die hohe Qualität der Preisträger erhalten bleiben soll: "Wir legen den Maßstab bei der Bewertung der Arbeiten an drei Kriterien an: Das hohe wissenschaftliche Niveau, den kommunalen Inhalt und den Bezug zur Praxis. Diese Anforderungen erfüllten dieses Jahr nur zwei Arbeiten."

Je 1.000 Euro Preisgeld, die von der kommunalwissenschaftlichen Gesellschaft, bestehend aus Österreichischem Gemeindebund, Österreichischem Städtebund und MANZ-Verlag, gestiftet werden, werden damit gleich drei Forscher/innen bei ihrem Werdegang unterstützen.

Praxis und Forschung verbinden

Der Modernisierung von Verwaltungsprozessen sollte eine Prozessanalyse zugrunde liegen. Erst darauf aufbauend lassen sich E-Government-Instrumente erfolgreich einführen. Ausgehend von dieser grundsätzlichen Erkenntnis arbeiteten sich die beiden Forscherinnen Petra Steinkellner und Nadine Zheden für den Abschluss ihres Studiums der Betriebswirtschaft durch die Verwaltungsprozesse der Gemeinde Neulengbach. Basierend auf einer Prozessanalyse in der Buchhaltungsabteilung der Gemeinde, soll in weiterer Folge die Einführung des elektronischen Akts vorbereitet werden.

Weber: "Die Autorinnen begleiteten den Prozess minutiös und kritisch. Gemeinden, die sich die Einführung des elektronischen Akts antun wollen, kann die Lektüre dieser Arbeit vor Fehlern bewahren."

Sonderbestimmung und ihre Auswirkungen

Die Diplomarbeit von Matthias Pendl beschäftigt sich mit einer zivilrechtlichen Sonderbestimmung, die sich an einer ungewöhnlichen Stelle, nämlich im steiermärkischen Raumordnungsgesetz befindet. Danach kann der Veräußerer einer laut Flächenwidmungsplan nicht bebaubaren Liegenschaft unter bestimmten Umständen die Vertragsaufhebung begehren. Die wesentlichen Voraussetzungen dafür sind, dass das Grundstück binnen fünfzehn Jahren nach dem Veräußerungsvorgang umgewidmet und dadurch bebaubar wird.

Bei der näheren Analyse dieses Paragrafen wurde rasch klar, dass die Sonderbestimmung mitunter unbestimmte und unklare Formulierungen enthält und es fraglisch ist, unter welchen Umständen eine Liegenschaft als bebaubar oder unbebaubar einzustufen ist, oder welche Wirkungen eine Vertragsaufhebung qua Raumordnungsrecht überhaupt nach sich zieht. In Zuge seiner Forschung kam Matthias Pendl zu dem Ergebnis, dass sich die zivilrechtliche Sondernorm des § 44 Abs. 9 StROG als schlecht durchdacht und mehrfach unsachlich herausstellt und der Autor deswegen deren ersatzlose Streichung fordert.

Warum bekam gerade er den Preis: "Mag. Matthias Pendl hat sich in dieser Arbeit mit der Schnittstelle zwischen öffentlichem Recht, Raumplanung und Zivilrecht befasst. Er hat damit auf eine verfassungsrechtlich bedenkliche Sonderbestimmung aufmerksam gemacht, die in der Praxis durchaus Relevanz bei Betriebsansiedelungsprojekten hat."

Qualität wird weiterhin großgeschrieben

Auch im nächsten Jahr will die Jury auf die Qualität Acht geben, wie der Generalsekretär des Städtebundes formuliert: "Es geht ums Eingemachte und nicht ums Herumreden."

Verfasser: Carina Rumpold

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