English | Française
SUCHE


STARTSEITELINKSIMPRESSUMKONTAKT
Bürgermeister wehren sich: "Salzburgs Flughafen ist essentiell wichtig"

26.11.2013

©Kim Herdt / pixelio.de
Die Bürgermeister der Tourismusgemeinden wehren sich gegen die verbalen Angriffe aus Bayern, die Anflüge auf den Salzburger Flughafen stark einschränken zu wollen. "Das wäre für den Tourismus in Westösterreich existenzgefährdend", so die Ortschefs einhellig.
Deutschlands Verkehrsminister Peter Ramsauer sorgt sich um den Fluglärm, der beim Anflug auf den Salzburger Flughafen, der über bayrischem Gebiet stattfindet, entsteht. Er hat einen Entwurf für eine Verordnung vorgelegt, wonach Instrumentenanflüge "über deutschem Hoheitsgebiet nur in besonderen Fällen genutzt werden" dürfen. Dazu gehören etwa Notfälle oder Wetterbedingungen, die einen Anflug im Sichtflug unmöglich machen.

In einer ersten Reaktion sprach Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer von einer "Kriegserklärung". Die Verordnung würde defacto das Aus für den Salzburger Flughafen bedeuten, weil der Instrumentenflug damit so gut wie verboten wäre. Auch das Verkehrsministerium versteht die Gründe des deutschen Verkehrsministers nicht ganz. Da heißt es, dass der in Freilassing gemessene Lärmpegel unter dem Schwellenwert liege. Auch die Zahl der Flugbewegungen hat drastisch abgenommen: Waren es im Jahr 2005 noch 24.500, so sank die Zahl bis 2012 auf 17.000 Flugbewegungen.

Bürgermeister wehren sich

Mit scharfer Kritik an den bayrischen Plänen meldeten sich auch die Vertreter der österreichischen Tourismus-Gemeinden zu Wort. "Wenn der Salzburger Flughafen nicht mehr in der bisherigen Form angeflogen werden kann, dann würde das fatale Schäden für den Tourismus in Westösterreich zur Folge haben", warnt Ludwig Muxel, Bürgermeister von Lech am Arlberg und Chef der heimischen Bürgermeister von Tourismus-Gemeinden. "Mehr als eine Million Gäste reisen jedes Jahr über den Salzburger Flughafen in die Tourismus-Gemeinden Westösterreichs an", berichtet Muxel.

Über eine Milliarde Euro an negativen Wirtschaftseffekten

Auch der Chef des Tiroler Gemeindeverbandes Ernst Schöpf weist auf die wirtschaftliche Bedeutung für die heimischen Tourismusdestinationen hin. "Wenn der Flughafen Salzburg in Gefahr ist, dann reden wir von mehr als einer Milliarde Euro an Wirtschaftseffekten, die dadurch ebenfalls in Gefahr sind", so Schöpf, der auch Bürgermeister von Sölden ist. "Ich verstehe nicht, warum die bayrischen Politiker das in Kauf nehmen wollen", so Schöpf.

Johannes Peinsteiner, Bürgermeister von St. Wolfgang, sagt: "Der Salzburger Flughafen ist aus vielen Gründen ein Motor für den Tourismus und die Wirtschaft. Da geht es ja nicht nur um den Tourismus, sondern auch um andere Wirtschaftszweige, die mit Einbußen zu rechnen hätten. Nicht zuletzt sind am Salzburger Airport viele Arbeitsplätze in Gefahr, wenn die Bayern ernst machen."

Gemeindebund-Chef appelliert an die bayrische Politik

Ebenso wie seine Kollegen, hofft auch Gemeindebund-Chef Helmut Mödlhammer auf ein Einlenken. "Vielleicht war den Freunden aus Bayern nicht bewusst, was sie mit dieser Idee an Konsequenzen und Schäden anrichten", so Mödlhammer. "Ich appelliere sowohl an die bayrische Politik, als auch an die heimische Bundespolitik hier einen großen Schaden abzuwenden.  Am besten wäre, wenn sich alle Beteiligten an einen Tisch setzen und eine gemeinsame Lösung finden.  Voreilige Ankündigungen und Absichtserklärungen in der Öffentlichkeit sind sicher nicht hilfreich, wenn es um solche Dinge geht", so Mödlhammer.

Verfasser: Redaktion

Feedback

Vorname :
Nachname :
Betreff :
Feedback :
*Rückmeldung :

Wünschen Sie eine Rückmeldung, dann geben Sie hier eine E-Mailadresse oder Telefonnummer an.
*Sicherheitsabfrage :


 Wie bewerten Sie diesen Artikel?

 sehr informativ neutral kaum informativ



 | Artikel per Email verschicken


Haben Sie eine Frage zu österreichs Gemeinden?

Schwerpunkte


.