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Salzburger Kommunalwahl: Von Urgesteinen und Grünschnäbeln

20.02.2014

Bild: ZVG
Bei den Salzburger Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen am 9. März 2014 dürfen 421.616 Wahlberechtigte ihre Stimme abgeben. Insgesamt 265 Kandidaten, darunter 25 Frauen, buhlen in 119 Gemeinden um den Bürgermeister-Sessel.
Die meisten Salzburger Bürgermeister - fast 80 Prozent - stellt derzeit die ÖVP. Das entspricht 95 Ortschefs. Bei den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen am 9. März 2014 werden die Karten neu gemischt. Die ÖVP schickt 112 Kandidaten ins Rennen, darunter sieben Frauen. Die meisten weiblichen Bewerberinnen kommen mit neun Frauen aus der SPÖ.

30 Gemeinden stellen jeweils nur einen einzigen Kandidaten, in 29 kommt dieser von der ÖVP, in einer von der SPÖ und zwar in der Gemeinde Lend. In weiteren 52 Gemeinden kann zumindest unter zwei Personen gewählt werden. Die größte Auswahl haben die Wähler mit acht Kandidaten in der Stadt Salzburg. In jeweils drei Gemeinden, darunter Hallein, treten erstmals die NEOS an. Auch das Team Stronach tritt in drei Gemeinden an. Die Bürgermeister-Partei schlechthin in Salzburg ist - und bleibt auch bei dieser Gemeinderatswahl - die ÖVP. Das politische Urgestein kommt ebenfalls aus der ÖVP.

Bürgermeister-Urgesteine

Bereits seit 35 Jahren bekleidet Peter Nindl (ÖVP) die Funktion als Bürgermeister in der Pinzgauer Gemeinde Neukirchen am Großvenediger und ist somit sogar länger im Amt als die politischen Urgesteine Michael Häupl und Erwin Pröll. Seit 1979 schenken die Gemeindebürger Nindl das Vertrauen. Am 9. März entscheidet sich, ob der 64-Jährige auch weiterhin die Geschicke seines Ortes leiten wird.

Aber auch in der SPÖ gibt es langjährige Ortschefs, beispielsweise Peter Eder, Bürgermeister von Lend. Seit 21 Jahren amtiert der 66-jährige Bürgermeister Peter Eder in der Gemeinde Lend und ist somit dienstältester Ortschef der SPÖ in Salzburg. Da er als Einziger kandidiert, bleibt er auch im Amt. "Dies wird aber meine letzte Funktionsperiode sein", so Eder. Vorgenommen hat er sich, "natürlich die Arbeit in der Gemeinde weiterzuführen, die Abwanderung zu stoppen sowie die Infrastruktur auszubauen." Zur Problematik, dass es in Lend keinen Gegenkandidaten gibt, meint er: "Dies war eigentlich schon immer so, ich weiß nicht warum."

Die beiden jüngsten Kandidaten jeweils 27, der älteste 74

Während der "durchschnittliche" Bürgermeister-Kandidat 50,3 Jahre alt ist, reicht der Altersbereich vom jüngsten Bewerber im Alter von 27 Jahren bis zum ältesten Bewerber, der im 74sten Lebensjahr steht.

In Fusch kandidiert Hannes Schernthaner für das Amt des Bürgermeisters. Mit 27 Jahren sind er und der NEOS-Kandidat Roland Bamberger (in Obertrum am See) landesweit die jüngsten Bürgermeisterkandidaten. "Wichtig für das Amt ist es, Leute zu mögen und gerne für Menschen zu arbeiten", sagt Schernthaner. Da er der einzige Kandidat in seiner Gemeinde ist, wird er mit 27 Jahren jüngster Salzburger Bürgermeister.

An politischer Vorbildung bringt er mehrjährige Erfahrung als Jugendbeauftragter mit. Weiters ist er seit 2012 Bezirksobmann-Stellvertreter der ÖVP Pinzgau sowie seit Herbst 2013 Bezirksobmann des ÖAAB.

Generell kann er sich die Arbeit als Bürgermeister sehr gut für die nächsten Jahre vorstellen, idealerweise will er jedoch nicht länger als zehn bis 15 Jahre in der Politik bleiben. "An vorderster Stelle steht für mich das Ziel, Fusch noch l(i)ebenswerter zu machen. Hier will ich die Fuscher Bevölkerung direkt einbinden und setze vor allem auf Gespräche mit Familien, Senioren und Jugendlichen, um deren Anliegen aufzugreifen und gemeinsam Lösungen zu erarbeiten. Eine große Herausforderung wird auch sein, das Wohnen für junge Fuscher zu ermöglichen. Nur wenn wir für unsere Jugend und die jungen Familien genügend Wohnraum, egal ob in Miete oder als Eigentum, zur Verfügung stellen können, verhindern wir die Abwanderung in andere Gemeinden. Ein großes Anliegen ist mir auch das Zertifikat familienfreundlichegemeinde zu bekommen", so Schernthaner zu seinem ambitionierten Programm.

Nach 23 Jahren im Amt hat sein Vorgänger Leonhard Madreiter auf eine neuerliche Kandidatur bei den Bürgermeisterwahlen 2014 verzichtet.

Der älteste Bürgermeister-Kandidat der wahlwerbenden Parteien ist mit 74 Jahren der Pensionist Johann Feuerstein (FPÖ). Er stellt sich zusammen mit vier weiteren Kandidaten, darunter der erst seit 2013 im Amt befindliche Bürgermeister Gerhard Anzengruber (ÖVP), in der ehemaligen Salinenstadt Hallein der Herausforderung. Erstmals treten hier auch die NEOS mit Spitzenkandidat Alexander Eisenmann an.


Eine von insgesamt drei in Salzburg:
Sonja Ottenbacher (li), Bürgermeisterin
von Stuhlfelden, hier mit ihrer
Amtskollegin aus Lermoos/Tirol
Maria Zwölfer. ©Gemeindebund
Dritte Amtsperiode für Bürgermeisterin Ottenbacher


Derzeit gibt es drei Bürgermeisterinnen im Bundesland Salzburg, eine davon ist LAbg. Sonja Ottenbacher, die seit 2004 das Amt in Stuhlfelden inne hat. Zusammen mit zwei anderen Pinzgauerinnen war sie eine der ersten Bürgermeisterinnen in der Geschichte Salzburgs, da es vor 2004 keine Frauen in dieser Position im Bundesland Salzburg gab.

Als generellen Grund für die geringe Anzahl von Frauen in der Gemeindepolitik nennt Ottenbacher Angst und Unbehagen, an die vorderste Front zu gelangen sowie natürlich die Problematik der Vereinbarung von Familie und Beruf, da das Bürgermeisteramt mit den vielen Abend- und Wochenendterminen nicht sehr attraktiv für junge Frauen mit Familie ist. "Dennoch erkenne ich immer mehr Interesse und sehe es natürlich als erfreulich und begrüßenswert an, wenn es eine Mischung von Frauen und Männern in der Politik gibt", so die Stuhlfeldner Bürgermeisterin.

Dies ist Ottenbachers dritte Amtsperiode, wie bereits bei den zwei letzten Wahlen hat sie auch heuer keinen Herausforderer. "Demokratiepolitisch wäre es natürlich sehr wünschenswert, wenn es mehr Kandidaten gäbe, allerdings ist das Bürgermeisteramt eine große Herausforderung, das sich nicht so nebenbei meistern lässt", erklärt Ottenbacher.

Insgesamt kandidieren 25 Frauen für das Bürgermeisteramt. Die jüngste Bürgermeisterkandidatin ist 37, die älteste 65 Jahre alt. Das Durchschnittsalter der Bürgermeisterkandidatinnen ist gleich hoch wie jenes der männlichen Bewerber, nämlich 50,3 Jahre.

Altersstruktur der Gemeindevertretungs-Kandidaten/innen

Interessant ist auch ein Blick auf die Altersstruktur der antretenden Kandidaten/innen für einen Sitz in der Gemeindevertretung. Hier reicht die Altersspanne vom jüngsten Bewerber mit 18 Jahren bis zum ältesten Kandidaten, der im 93sten Lebensjahr steht. Das Durchschnittsalter der Gemeindevertretungskandidaten beträgt 46 Jahre.

Wer schlussendlich in den Gemeinderat einziehen wird, das entscheiden die Wähler/innen am 9. März. Wahlberechtigt sind alle österreichischen Staatsbürger/innen sowie alle EU-Bürger, die am Tag der Wahl das 16. Lebensjahr vollendet haben, vom Wahlrecht nicht ausgeschlossen sind und in einer Gemeinde in Salzburg ihren Hauptwohnsitz haben.

Verfasser: Julia Rotter

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