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Europa: Delegation des kroatischen Gemeindebundes zu Gast in Österreich

28.04.2014
Wie haben es die österreichischen Gemeinden geschafft, so einflußreich zu werden? Diese und viele weitere Fragen hatte der Präsident des kroatischen Gemeindebundes Duro Bukvic im Gepäck.
©Gemeindebund
Kroatien ist eines der jüngsten EU-Mitgliedstaaten. Ebenso jung ist auch die kommunale Interessensvertretung. Eine vierköpfige Delegation besuchte nun den Österreichischen Gemeindebund, um von den Kommunen hierzulande zu lernen.

Österreichs Gemeinden sind Vorbilder in Europa. Das bestätigte zuletzt auch der Besuch einer vierköpfigen Delegation des Kroatischen Städte- und Gemeindebundes bestehend aus dem Präsidenten des Kroatischen Städte- und Gemeindebundes Duro Bukvic, Bürgermeister der Gemeinde Lukac, des Vizepräsidenten Martin Baricevic, Bürgermeister der Gemeinde Jasenice, des Vorstandsmitglieds Ivica Kovacevic, Bürgermeister von Jakšic, sowie der Kommunikationschefin des Verbandes Vesna Fabris im Wiener Büro des Österreichischen Gemeindebundes am 28. April 2014. Nicht nur die starke Stellung der Kommunen innerhalb des Staatsgebildes, sondern auch die lange Geschichte der kommunalen Interessensvertretungen standen dabei im Hauptinteresse.

Duro Bukvic, sein Vize Martin Baricevic und Ivica Kovacevic besuchten im Zuge ihrer Reise auch die burgenländische Gemeinde Oslip. ©Gemeindebund

Wie schaffen es Österreichs Kommunen gehört zu werden?

 

"Nachdem Kroatien 2011 zur EU beigetreten ist, wurden uns Österreich und Deutschland als Vorbilder genannt, um zu erfahren, wie eine erfolgreiche kommunale Interessensvertretung funktionieren kann", erzählte Duro Bukvic und verwies damit auf die junge Geschichte des Verbandes, der erst 2002 gegründet wurde. Gemeindebund-Präsident Helmut Mödlhammer und Gemeindebund-Generalsekretär Dr. Walter Leiss nahmen sich Zeit, um über die Struktur der österreichischen Gemeinden zu sprechen, aber auch die zahlreichen Fragen der drei kroatischen Bürgermeister zu beantworten.

Als eines der Hauptprobleme der Kommunen in Kroatien sprach Duro Bukvic die mangelnde Finanzierung und die schlechte Darstellung der Kommunen in der Öffentlichkeit an. "Als höchst zentralistisch organisierter Staat haben wir Schwierigkeiten, dass die Anliegen der Gemeinden gehört werden", räumt Bukvic ein. Mit Interesse vernahmen sie, dass die kommunalen Interessensvertretungen in Österreich in der Verfassung verankert sind. Sie versicherten, dass sie sich Österreich auch in diesem Punkt als Vorbild nehmen wollen. Aufgrund der jungen Geschichte sind von den 428 Gemeinden erst 280 Mitglieder im kroatischen Verband. 

Sie wollen auch in Zukunft mehr kooperieren: Duro Bukvic und Helmut Mödlhammer. ©Gemeindebund

Europas Gemeinden mit ähnlichen Problemen

 

Als eine der Hauptaufgaben bezeichnete Bukvic das Stoppen der Abwanderung aus den ländlichen Gebieten - ein Problem, das durchaus auch den österreichischen Gemeinden bekannt ist. Das Thema wolle man auch auf europäischer Ebene im Rahmen des Ausschusses der Regionen gemeinsam stärker thematisieren, bekräftigten beide Seiten. "Die kroatischen Gemeinden haben leider auch in der Öffentlichkeit kein positives Image. Wir sind hier mit einer Medienhetze konfrontiert, in der immer von der aufgeblähten Verwaltung und der zu hohen Anzahl an Gemeinden die Rede ist", so Bukvic.

Gemeindebund-Präsident Mödlhammer entgegnete, dass auch die österreichischen Gemeinden immer wieder mit diesen Forderungen konfrontiert seien, aber die Gemeinden immer noch jene Ebene sind, der die Bürger am meisten vertrauen. "Außerdem haben die Kommunen in den letzten beiden Jahren Schulden reduziert. Das haben weder der Bund noch die Bundesländer geschafft", fügte Mödlhammer an.

Gemeinsame Geschichte verbindet

Martin Baricevic, Vizepräsident des kroatischen Städte- und Gemeindebundes und Bürgermeister der Gemeinde Jasenice, wies auf die gemeinsame Geschichte innerhalb der Monarchie hin: "Als Kroatien noch in der Habsburger-Monarchie war, waren wir noch rund zehn Prozent weniger entwickelt als der Rest. Erst danach entwickelten sich Österreich und Kroatien auseinander."

Die Vertreter beider Seiten betonten, künftig die Zusammenarbeit wieder verbessern zu wollen. In vielen Detailbereichen wollen sich die Kroaten an Österreich Vorbild nehmen. Auch im Ausschuss der Regionen soll mehr kooperiert werden.

Im Zuge ihres Österreich-Besuchs reisten die vier auch ins burgenländisch-kroatische Oslip, wo sie Bürgermeister Johann Schumich durch "seine" Gemeinde führte.




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