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Jugend in Zahlen: Phase der "Jugend" dauert immer länger

21.07.2014


In welcher Altersgruppe gilt man heute als "jugendlich"? Was ist ihnen wichtig? Ist Bücherlesen als Freizeitbeschäftigung wirklich aus der Mode gekommen? Und wie finden sie Jugendzentren? Hier die Antworten.

Die Jugend steht im Zentrum der diesjährigen Kommunalen Sommergespräche. Doch was macht diese Gruppe aus? Wer sind überhaupt "die Jugendlichen"? Die Kommunalnet-Redaktion hat zahlreiche Studien durchforstet und kann Ihnen nun anhand der Zahlen konkrete Antworten geben.

22,4 Prozent der Österreicher fallen in die Gruppe der Jugendlichen. (Bild: © denis_pc - Fotolia.com)

Ab welcher Altergruppe ist man jugendlich?

In welchem Alter man als Jugendlicher gilt, ist von Organisation zu Organisation höchst unterschiedlich. Während die UN-Generalversammlung Menschen im Alter zwischen 15 und 25 (Teenager ist man laut dieser Definition zwischen 13 und 19, junger Erwachsener zwischen 20 und 24 Jahren) als "jugendlich" bezeichnet, geht man in der bekannten "Shell-Studie" von einem Alter zwischen zwölf und 25 Jahren aus. Während man früher mit 18 bereits als erwachsen galt, kommt auf heutige 18-Jährige noch nicht der volle Ernst des Lebens zu. Die Lebensphase "Jugend" markiert eine ausgedehnte Zeit des Übergangs, die nicht zuletzt durch die ausgedehnteren Ausbildungszeiten verlängert wird. Die Phase der Jugendlichkeit beginnt mit 11, 12 oder 13 Jahren, wenn die Betroffenen selbst keine Kinder, sondern Jugendliche sein wollen. Mit der längeren Dauer der finanziellen Abhängigkeit zögert sich auch das Ende der Phase der Jugendlichkeit immer länger hinaus. 

In den neueren Forschungsstudien gelten Menschen als Jugendliche, wenn sie zwischen elf und 29 Jahren alt sind. Nach diesem Maßstab gibt es derzeit 1,9 Millionen Jugendliche - das sind 22,4 Prozent der Bevölkerung. 971.604 der Jugendlichen sind männlich, 936.136 weiblich.

Breite Streuung bei höchsten Abschlüssen

16 Prozent der 25- bis 29-Jährigen hatten 2011 als höchste abgeschlossene Ausbildung einen Pflichtschulabschluss. Die größte Gruppe bilden die Absolventen einer Lehre (30%). Neun Prozent haben einen AHS Abschluss, zwölf Prozent einen BMS-Abschluss und 14 Prozent einen BHS-Abschluss. 16 Prozent haben in dieser Altergruppe eine Universität oder eine Fachhochschule abgeschlossen. 

Das Land der meisten jungen Raucher

Eine gesunde Lebensweise zählt nicht zu den Hauptprioritäten der Teenager in Österreich, denn Österreich ist das Land mit den meisten Jugendlichen, die rauchen. Ein Viertel der 15-Jährigen raucht zumindest einmal in der Woche. Das ist Platz eins unter den 34 OECD-Ländern. Auch beim Alkohol ist die Schwelle gering: 31 Prozent der Mädchen und 39 Prozent der Burschen im Alter von 15 waren zumindest schon zweimal betrunken (Platz 10 unter den OECD-Ländern).

Ob der Alkoholeinfluss schuld ist oder nicht: 2013 waren 21 Prozent der vor Gericht Verurteilten jugendlich - fast 4.000 Jugendliche im Alter zwischen 14 und 17 Jahren und 7.100 junge Erwachsene zwischen 18 und 20 Jahren.

Obwohl Jugendliche die Poltik nicht sonderlich schätzen, interessieren sich immerhin über 50 Prozent für das politische Geschehen. (Bild: © ehrenberg-bilder - Fotolia.com)

Politik tangiert die Jugend nur wenig

Für 81 Prozent der Jugendlichen ist die Familie der wichtigste Lebensbereich, für 71 Prozent die Freunde. Politik und Religion bilden die Schlusslichter im Ranking. Für ungefähr die Hälfte sind Schule

und Ausbildung bedeutsam.

Obwohl die Politik für die meisten Jugendlichen im Alltag eher unwichtig ist, geben doch 54 Prozent an, sich für Politik zu interessieren. Allerdings vertrauen 73,8 Prozent den politischen Parteien wenig bis gar nicht. 87 Prozent der Befragten beurteilen das demokratische System als "sehr gut" oder "eher gut". Zusätzlich würden sich die Jugendlichen und jungen Erwachsenen aber mehr Beteiligungsmöglichkeiten wünschen. Ein demokratisches politisches System, in dem zu allen wichtigen Themen auch die Bürger in Form von Volksbefragungen mit einbezogen werden, stößt auf eine Zustimmung von 78 Prozent.

Woher beziehen Jugendliche ihre Informationen über Politik?

Das Fernsehen ist immer noch die primäre Bezugsquelle für politische Informationen (70%). Platz zwei belegen Zeitungen/Magazine (60%) und Platz drei das Radio (47%). Internet-Seiten von TV, Zeitschriften und Radio interessanterweise nur Platz vier (35%). Am uninteressantesten für Jugendliche sind politische Blogs (7%) und Blogs von Politikern (4%).

Lieblingsfreizeitaktivitäten: Musik hören und im Internet surfen

Nach der Lektüre von "Kinder der Krise" von Beate Grossegger wissen wir, dass sich die Jugendlichen in ihre eigene private Welt zurückziehen. Besonders interessant ist es deshalb, was sie in dieser freien Zeit gerne machen. Laut der oberösterreichschen Jugendstudie aus dem Jahr 2014 ist es am öftesten Musik zu hören (70%). Mit einem Prozent Unterschied folgt auf Platz zwei, im Internet zu surfen. Erfreulich ist, dass auf Platz drei der Besuch von Freunden oder Verwandten steht (68%). Die Parties kommen erst auf Platz fünf (63%). Ins Kino gehen zumindest noch 50 Prozent der oberösterreichischen Jugendlichen gerne (Platz 9). Auf Platz zehn folgt erst, Sport zu betreiben (45%). Gleich großer Beliebtheit wie der Sport erfreut sich das Telefonieren. Lesen findet sich auf den hinteren Plätzen: Ein Buch zu lesen schafft es nur auf Platz 21 (27%), Zeitung lesen auf Platz 29 (14%) und Illustriere und Hefte zu lesen belegt gar den letzten Platz und ist nur bei elf Prozent der Jugendlichen in der Altersgruppe von 14 bis 22 Jahren beliebt.

Jugendzentren gewollt, aber selten besucht

Für alle Gemeinden interessant dürfte auch das Ergebnis der OÖ Jugendstudie zu den Jugenzentren sein: Für 62 Prozent der 14- bis 18-Jährigen ist ein Jugendzentrum in der eigenen Gemeinde nämlich wichtig, aber 72 Prozent der Jugendlichen, in denen es ein Jugendzentrum in der Nähe gibt, gaben an, dieses selten bzw. nie zu besuchen. Immerhin 18 Prozent besuchen dieses mindestens einmal in der Woche. Die restlichen zehn Prozent gaben an, mindestens einmal im Monat hin zu gehen.

Sehr wichtig sind Jugendzentren laut der Umfrage am meisten für Jugendliche in Gemeinden über 10.000 Einwohnern, die wenigsten "sehr wichtig"-Angaben kamen von Jugendlichen aus Gemeinden unter 2.000 Einwohnern.




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