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Bürgermeister von Maria Enzersdorf zurückgetreten

14.09.2006
In der 8.000-Seelen-Gemeinde gehen die politischen Wogen hoch: Der Bürgermeister von Maria Enzersdorf (NÖ) Christian Beck ist zurückgetreten. Ihm wird vorgeworfen, die Sanierung des ehemaligen Bergwerkes verzögert und den Abriss einer Klostermauer beschlossen zu haben.

Bürgermeister Christian Beck begründet seinen Rücktritt in einem Brief an die Gemeindebewohner mit Vorwürfen, die im Zusammenhang mit der verzögerten Sanierung des ehemaligen Gipsbergwerkes auf der Marienhöhe und dem geplanten Abriss der Klostermauer gegen ihn aufgetaucht sind und ihn "zutiefst verletzt" haben.

Beck: "Vorwurf trifft mich hart"

Die Vorwürfe und Negativ-Schlagzeilen in Regionalmedien haben Beck nach einem USA-Aufenthalt ereilt und "große Betroffenheit" ausgelöst. Die Sanierung des Bergwerks auf der Marienhöhe war ein Stein des Anstoßes: "Es wurde der Eindruck erweckt, dass es in meinem Interesse sei, wenn der Beginn der Arbeiten verschoben werden würde. Da ich in unzähligen Gesprächen, Telefonaten und persönlichen Besuchen im Winter und Frühjahr gerade in dieser Sache unterwegs war, trifft mich dieser Vorwurf sehr hart", so Beck in seinem Schreiben.

Warten auf Finanzhilfe des Bundes

Bund, Land und Gemeinde hatten sich im Mai darauf geeinigt, die Kosten von drei Millionen Euro für die Sanierung des ehemaligen Bergwerks zu gleichen Teilen zu tragen. In dem Brief stellte Beck klar, dass "nur mehr die Auszahlung der Finanzierungshilfe des Bundes und die zustimmenden Unterschriften der betroffenen Grundeigentümer" fehlen würden. Dann könnten die Arbeiten vergeben und bei geeigneter Witterung (mindestens fünf Monate kein Frost) begonnen werden.

"Klostermauer-Abriss wurde nicht diskutiert"

In dem Schreiben versichert Beck, dass ein totaler Abriss der Klostermauer aus dem 15. Jahrhundert "weder diskutiert noch beschlossen wurde". Der Öffentlichkeit wären falsche Sachverhalte vermittelt worden. Die Schlagzeile einer Regionalzeitung "Ortschef will Klostermauer aus dem 15. Jahrhundert niederreißen" ist für Beck "absolut unverständlich". Nun wird klar gestellt: Die Klostermauer wird nur so weit abgetragen, wie das aus Gründen der Verkehrssicherheit unbedingt notwendig ist – also rund zwei Meter.

"War Zielscheibe für unsachliche Angriffe"

Abschließend betont Beck, dass das Ziel seiner Arbeit als Bürgermeister stets "Miteinander" lautete. Ein Ziel, das nicht erreicht werden konnte. Denn: "Ich war – sogar in meiner Abwesenheit – immer wieder eine Zielscheibe für unsachliche und teilweise diffamierende Angriffe. Immer mehr meiner Arbeitszeit und meines Engagements musste ich für Richtig- und Klarstellungen aufbringen. Immer mehr gewann ich den Eindruck, es gehe nicht um Sachanliegen für die Gemeinde, sondern nur um eine öffentliche Inszenierung."

Wie geht es nun mit Maria Enzersdorf weiter?

Die geschäftsführende Gemeinderätin Edeltraud Obner (V) hat die interimistische Führung von Maria Enzersdorf übernommen. Sie soll auch Becks Nachfolge antreten. Für 26. September ist eine Sitzung des Gemeinderates mit der Wahl der Bürgermeisterin vorgesehen.

Weitere Informationen:
Marktgemeinde Maria Enzersdorf


Verfasser: Mag. Nadja Tröstl (nadja.troestl@gemeindebund.gv.at)



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