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OGM-Umfrage zu Gemeinden

19.09.2006
In einer OGM-Umfrage ließ der Gemeindebund abfragen, welche Erwartungshaltungen die Bevölkerung an ihre Gemeinde hat. Die Ergebnisse sind für die Gemeinden durchaus erfreulich.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Zufriedenheit der Bürger/innen mit den Lebensbedingungen in ihrer Gemeinde

 

Aufgaben und Pflichten der Verwaltung

51 % der Befragten sind der Meinung, dass die Aufgaben und Pflichten der Verwaltung auf Gemeindeebene am stärksten zugenommen haben. 17 % meinen, dass auf dieser Ebene die Aufgaben abgenommen haben. Interessant ist, dass 40 % meinen, dass auf EU-Ebene die Anforderungen an die Verwaltung zugenommen haben. Damit liegt die EU-Ebene noch vor der Bundes- und Landesebene. 39 % glauben, dass die Landesverwaltung immer mehr zu tun hat, 33 % billigen der Bundesebene einen erhöhten Verwaltungsaufwand zu.

Gemeinden wirtschaften am besten

Sehr eindeutig ist die Antwort auf die Frage, welche dieser Ebenen am besten mit Steuergeldern wirtschaftet. 59 % meinen, dass die Gemeinde am besten und effizientesten mit Steuergeldern umgeht. Mit sehr großem Abstand kommen hier die Bundesländer (17 %) und die Bundesebene (6 %). Am wenigsten Vertrauen in den sorgsamen Umgang mit Steuergeldern haben die Menschen in die EU-Ebene. Nur 3 % glauben, dass die EU mit öffentlichen Mitteln am besten umgeht (60 % meinen, dass die EU am schlechtesten wirtschaftet).


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zufriedenheit mit Angeboten der Gemeinde

92 % der Menschen zeigen sich mit den Lebensbedingungen in ihrer Gemeinde weitgehend zufrieden. Nur 8 % äußern hier deklariert Unzufriedenheit. 90 % sind mit Wasserversorgung sowie Abwasser- und Müllentsorgung sehr oder eher zufrieden. 77 % der Befragten sind mit der Verwaltung und dem Bürgerservice in ihrer Gemeinde zufrieden. „Diese drei Bereiche geben natürlich großen Anlass zur Freude“, so Gemeindebund-Präsident Bgm. Helmut Mödlhammer. „Das zeigt, dass die Gemeinden ihre Hausaufgaben machen und zur Zufriedenheit ihrer Bürgerinnen und Bürger arbeiten.“

74 % zeigen sich mit dem Angebot für Freizeit und Kultur zufrieden, 71 % wissen das Angebot an Kinderbetreuungseinrichtungen zu schätzen, 61 % bewerten das Angebot an Hilfs- und Pflegeleistungen für ältere Menschen positiv.

Unzufriedenheit mit Arbeitsplatzangebot und öffentlichem Verkehr

Tendenziell unzufrieden sind die Menschen mit dem Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln. Hier sind 40 % deklariert unzufrieden (immerhin 51 % sind jedoch noch zufrieden) und wünschen sich eine bessere Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Den einzigen wirklichen Negativwert in diesem Bereich erreicht die Frage nach der Zufriedenheit mit dem Angebot an Arbeitsplätzen in der Region. 49 % der Menschen sind mit dem Arbeitsplatzangebot unzufrieden, nur 45 % zufrieden. „Das ist natürlich ein Alarmsignal und zeigt, dass es hier einen großen Handlungsbedarf gibt“, so Mödlhammer. „Wir liegen mit unserem Motto des Gemeindetages „Arbeit sichern, Zukunft leben, Gemeinde stärken“ also goldrichtig. Die Menschen wollen tendenziell auch dort arbeiten können, wo sie wohnen, wo sie den Mittelpunkt ihrer Lebenswelt haben.“ Hier, so Mödlhammer weiter, seien natürlich auch die Gemeinden gefordert. Interkommunale Kooperationen und die Stärkung von Klein- und Mittelbetrieben (KMU) im ländlichen Raum sind der Schlüssel zu einem dynamischen Arbeitsmarkt.

Die wichtigsten Einrichtungen in einer Gemeinde

98 % der Menschen halten die Existenz eines Lebensmittelgeschäfts in ihrer Nähe für sehr oder eher wichtig. 97 % wollen einen Kindergarten in ihrer Gemeinde. Das Vorhandensein einer Pflichtschule (95 %), eines Postamts (87%) und eines Gasthauses (81 %) sind weitere Einrichtungen, die sich die meisten Menschen in ihrer Heimatgemeinde wünschen.

Pfarrer ist den Menschen wichtiger als Höhere Schule

Interessantes Detail am Rande: 73 % der Befragten halten einen eigenen Pfarrer in der Gemeinde für wichtig, für nur 64 % ist die Existenz einer Höheren Schule von Bedeutung.

Klares Nein zur Privatisierung von Gemeindeaufgaben und zur Zusammenlegung von Gemeinden

Relativ eindeutig fällt auch die Antwort auf die Frage, ob die Gemeinden künftig mehr Aufgaben an Private auslagern sollen, aus. Nur 29 % der Menschen würden dies befürworten, 59 % lehnen die Privatisierung oder Ausgliederung von Gemeindeaufgaben ab. Ähnlich eindeutig sprechen sich die Menschen gegen die Zusammenlegung von Gemeinden aus. 57 % lehnen dies ab.


 
Die Forderungen des Gemeindebundes

1. Der Masterplan für Infrastruktur im ländlichen Raum ist schnellstmöglich zu erstellen und umzusetzen. Die OGM-Umfrage zeigt deutlich, dass sowohl die harten als auch die weichen Infrastrukturfaktoren eine erhebliche Rolle im Standort-Wettbewerb spielen. Der Masterplan soll zuerst den Ist-Zustand der Infrastruktur im ländlichen Raum erheben und danach einen Soll-Zustand definieren, der sich auch, aber nicht nur an wirtschaftlichen Kriterien orientiert. Bestandteil dieses Masterplan muss auch eine Erhebung der Öffentlichen Verkehrsanbindungen sein.

2. Die Wohnbauförderung soll zunehmend als strategisches Steuerungselement angewandt werden. Am Beispiel Niederösterreichs zeigt sich, dass die Wohnbauförderung als strategisches Mittel durchaus geeignet ist. Gemeinden mit ernsthaften Bevölkerungsrückgängen werden bevorzugt behandelt, günstiger Wohnraum zieht zwangsläufig auch Betriebe und Unternehmer an.

3. Bessere Vernetzung der regionalpolitisch arbeitenden Institutionen. In allen Bundesländern und Regionen sind regionale Verbände und Einrichtungen aktiv. Deren Vernetzung unter einander ist noch stark verbesserungsfähig. Sinnvoll wäre die Einrichtung einer Servicestelle für Betriebsgründungen, an die sich sowohl Gemeinden als auch KMU wenden können, um die Kontakte herzustellen und zu aktivieren. Oft wissen KMU nicht, an wen sie sich bei der Auswahl ihres Standortes wenden können. Eine solche Servicestelle könnte Profile von Regionen erstellen, die darstellen für welche Art von KMU diese Region die besten Voraussetzungen bietet.

4. Umstellung der Förderkulisse für den ländlichen Raum. Gerade für KMU gibt es viele Förderungs- und Unterstützungsmöglichkeiten. In den vergangenen Jahren und Monaten wurden viele Förderpakete geschnürt, die alle die Unterstützung von KMU zum Inhalt hatten. Wichtiger wäre jedoch das Investment in perfekte Rahmenbedingungen. KMU nehmen Direkt-Förderungen zwar gerne an, sie bieten ihnen jedoch keine langfristige Perspektive für einen bestimmten Standort. Investitionen in Infrastruktur und qualifizierte Arbeitskräfte sind dauerhaft erfolgsversprechender.


Verfasser: Daniel Kosak (daniel.kosak@gemeindebund.gv.at)


 O-Ton

Audio-O-Ton Präs. Mödlhammer: "Gutes Zeugnis für heimische Gemeinden"
 

Audio-O-Ton Präs. Mödlhammer: "Gemeindebund fordert Masterplan für Infrastruktur"
 

Bachmayer: "Zufriedenheit mit Grundversorgung"
 

Bachmayer: "Zufriedenheit mit Gemeinden allgemein"
 


 verfügbare Downloads

Alle Ergebnisse der OGM-Umfrage im Detail (PDF)




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