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Schulen: Warnung vor höheren Kosten

27.11.2006
Gemeinde- und Städtebund wehren sich gegen zusätzliche finanzielle Belastungen für die Gemeinden durch die Senkung der Klassenschülerhöchstzahlen. Allein die zusätzlich notwendigen Klassenzimmer würden den Gemeinden in Salzburg Ausgaben in Millionenhöhe bescheren, so Gemeindebund-Chef Bgm. Helmut Mödlhammer und der Salzburger Bürgermeister Heinz Schaden.

Die Absenkung der Klassenschüler-Höchstzahlen dürfe nicht zu Lasten der Städte und Gemeinden gehen. Diesen Appell richteten der Präsident des Österreichischen Gemeindebundes, Helmut Mödlhammer, und der Vizepräsident des Städtebundes, Heinz Schaden, heute, Montag, bei einem Pressegespräch an die künftige Bundesregierung. Sie warnten vor einer Investitionslawine, die durch Neubauten auf die Schulträger zukommen könne, und forderten flexible Regelungen.

"Sind keine Reformverweigerer"

"Wir sind keine Reformverweigerer, und wir wissen, dass eine Senkung der Schülerzahlen pädagogisch sinnvoll ist", sagte Mödlhammer. Die damit verbundenen zusätzlichen Klassen seien aber mit vielen Investitionen verbunden. In Salzburgs Landgemeinden ergebe sich dadurch derzeit ein Mehrbedarf an 75 Klassen. Allein die reinen Baukosten dafür bezifferte Mödlhammer mit 7,5 Mio. Euro. Er plädierte dafür, die Schülerzahlen dort abzusenken, wo es räumlich möglich wäre.


"Schulen sollen autonom entscheiden können"

In anderen Fällen sollte es Ausnahmeregelungen und mehr Flexibilität geben. Man müsste sich außerdem die Schülerentwicklung in den einzelnen Gemeinden ansehen. "Wenn in einer Klasse heute 26 Kinder sind und ich weiß, dass es in zwei Jahren nur mehr 23 Schüler sein werden, kann die Gemeinde nicht eine zusätzliche Klasse bauen", argumentierte Mödlhammer. Er plädierte in dieser Frage für Flexibilität und Autonomie für die Schulen.

Nur in 19 % der Klassen sind mehr als 25 Kinder

Für mehr Pragmatismus spricht sich auch Schaden aus. Er relativierte das Problem anhand der Zahlen aus Salzburg. Durchschnittlich seien in den Pflichtschulklassen in der Stadt Salzburg 22 Schüler. In 19 Prozent der insgesamt 215 Klassen an städtischen und privaten Volksschulen sitzen mehr als 25 Kinder.  An den städtischen und privaten Hauptschulen gebe es in 29 von 115 Klassen mehr als 25 Schüler. Trotzdem rechnet er bei einer generellen Absenkung der Schülerhöchstzahlen von 30 auf 25 Kinder mit einem erheblichen Investitionsbedarf für die Stadt Salzburg: Es müssten dann 18 Klassen neu gebaut werden. Die Kosten: acht bis neun Mio. Euro für die Stadt Salzburg. "Das ist klein Klacks", sagte Schaden. Auch die privaten Schulträger seien mit den Investitionen überfordert, glaubt Schaden.

Keine Generalregeln aufstellen

"Es wäre klüger, statt einer Generalregel die Autonomie der Schulen zu stärken und ihnen zu überlassen, wo sie zusätzliche Lehrer brauchen", meinte der Bürgermeister. Er ortet einen Bedarf vor allem im Bereich der Integration: In einzelnen Volksschul-Klassen in der Stadt Salzburg beherrschen bis zu 60 Prozent der Kinder nicht die deutsche Muttersprache.

Mödlhammer sprach sich dafür aus, vor der Absenkung der Klassenschüler-Höchstzahlen die Schulreformdiskussion abzuwarten. "Die Dinge gehören gemeinsam gelöst und abgestimmt", sagte der Gemeindebund-Präsident.


Verfasser: Daniel Kosak (daniel.kosak@gemeindebund.gv.at)



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