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Daseinsvorsorge im ländlichen Raum

05.12.2006
Im Forschungsprojekt "LEDA" wurden in der burgenländischen Gemeinden Neuhodis die Kriterien für eine funktionierende Daseinsvorsorge untersucht. Wie viele andere Kleingemeinden ist auch Neuhodis massiv von der Schließung infrastruktureller Einrichtungen betroffen.

Im Forschungsprojekt LEDA wurde die Daseinsvorsorge im ländlichen Raum am Beispiel der burgenländischen Gemeinde Markt Neuhodis untersucht, die wie andere kleine Landgemeinden in Österreich auch von einem Rückzug von Dienstleistungen der Daseinsvorsorge betroffen ist: So haben etwa vor wenigen Jahren das Postamt und das Kaufhaus des Dorfs zugesperrt.

Untersuchung dauerte ein ganzes Jahr lang

Das Forschungsprojekt LEDA fand vom Frühling 2005 bis zum Herbst 2006 in der Gemeinde statt. LEDA ist eine Abkürzung des Projekttitels „LEistungen der DAseinsvorsorge im ländlichen Raum unter besonderer Berücksichtigung von Nonprofit Organisationen“. Das Forschungsprojekt wurde vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kunst beauftragt und war ein Teil des Forschungsprogramms TRAFO „Transdisziplinäres Forschen“. Dieses Programm sollte die Zusammenarbeit zwischen Forschung und Praxis besonders fördern.

Im Sinne der Zusammenarbeit zwischen Forschung und Praxis wurde ein transdisziplinäres Kernteam mit Vertreterinnen und Vertretern aus der Gemeinde gegründet, das das Forschungsprojekt begleitete.

Das Forschungsprojekt LEDA ging von der Annahme aus, dass bei den Leistungen der Daseinsvorsorge Verschiebungen zwischen dem privatwirtschaftlichen Sektor (Markt), dem öffentlichen Sektor (Staat) und dem Nonprofit Sektor stattfinden.


Beitrag der Ehrenamtlichen im Mittelpunkt des Interesses

Am Beispiel der Gemeinde Markt Neuhodis wurden solche Verschiebungen näher untersucht. Johann Wallner, Bürgermeister von Neuhodis, hatte das Projekt initiert. Der Beitrag von örtlichen Vereinen und ehrenamtlichen Organisationen zur Daseinsvorsorge, die Zufriedenheit und die Ansprüche der Bevölkerung sowie der Unterstützungsbedarf der Vereine und Ehrenamtlichen standen im Mittelpunkt des Interesses. Die Erhebungen in Markt Neuhodis stützten sich vor allem auf die Auswertung statistischer Daten, auf eine Befragung der Gemeindebevölkerung mittels Fragebogen und auf qualitative Interviews mit ausgewählten Personen.

Schlussfolgerungen für eine Politik für den ländlichen Raum

Nonprofit Organisationen, Vereine und ehrenamtliche Organisationen werden in Zukunft eine Hauptrolle bei der Gestaltung von attraktiven Gemeinwesen in ländlichen Regionen spielen.

Die Leistungen der Daseinsvorsorge werden vor allem durch innovative organisatorische Hybride gesichert, die aus Elementen der öffentlichen Hand, des Marktes sowie von NPOs und ehrenamtlicher Tätigkeit bestehen. Die dadurch entstehenden strukturell bedingten Konflikte und die Herausforderungen, die durch den Wandel von sehr einfachen zu sehr komplexen Organisationsstrukturen entstehen, sind von den unmittelbar Betroffenen auf der lokalen Ebene kaum ohne externe Unterstützung zu bewältigen.

Eine Ertüchtigung der Vereine und ehrenamtlichen Organisationen für ihre neuen Aufgaben bedarf ebenfalls externer Hilfsangebote.
Deshalb wird die Einrichtung einer ständigen regionalen Informations- und Beratungsstelle, die auch gute Praxisbeispiele sammelt und weiter verbreitet empfohlen, ebenso die Entwicklung von Ausbildungsangeboten.

Zielgruppen dafür sind organisatorische „Hybride“, örtliche Vereine und ehrenamtliche Organisationen sowie Gemeinden in Fragen der Daseinsvorsorge und des Vereinslebens. Die EU Programme der nächsten Förderperiode, insbesondere das Programm zur Ländlichen Entwicklung, sollten für die genannten Maßnahmen genützt werden.

Hier gehts weiter zum Projektvideo


Verfasser: Sozialdemokratischer Gemeindevertreterverband Burgenland (gvvbgld@spoe.at)



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