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Pflege ist grösste Herausforderung

19.12.2006
Als eine der wichtigsten Herausforderungen für die Gemeinden bezeichnet WIFO-Expertin Margit Schratzenstaller den Pflegebereich. Dem müssten auch die Finanzierungsschlüssel angepasst werden, so die Expertin bei der Vorstellung des Gemeindefinanzberichtes.

Hier gehts zu den Audio-O-Tönen der Pressekonferenz

Die künftige demographische Entwicklung stellt auch die Gemeinden vor beträchtliche Herausforderungen. Dabei spielt der Pflege- und Altenbetreuungsbereich eine große Rolle. Die Zunahme der durchschnittlichen Lebenserwartung wird langfristig die gesamtgesellschaftliche Nachfrage nach Betreuungs- und Pflegeleistungen dauerhaft erhöhen. Gleichzeitig
wird das sich verändernde Erwerbsverhalten der Frauen die zeitlichen und personellen Ressourcen und Kapazitäten einschränken, die für die Pflege und Betreuung älterer Menschen in Form von unbezahlter Arbeit zur Verfügung stehen.

Eine rationale Organisation des Betreuungs- und Pflegebereiches im öffentlichen Sektor erfordert eine klare Abgrenzung und Zuordnung der Kompetenzen im Verhältnis der Gebietskörperschaften. Grundlegende Voraussetzung hierfür ist die Identifikation und Definition der künftig in diesem Bereich anstehenden Aufgaben. Anschließend ist zu entscheiden, auf welcher staatlichen Ebene diese Aufgaben im Sinne einer effizienten Aufgabenerfüllung anzusiedeln sind. Wünschenswert wäre die Integration der (Neu-) Regelung der Zuständigkeiten
im Pflege- und Altenbetreuungsbereich in die überfällige Bundesstaatsreform.

Den Gemeinden kommt aufgrund ihrer Nähe zu Betreuenden/Pflegenden und Betreuten/
Gepflegten und dem damit verbundenen Informationsvorsprung bezüglich der konkreten
Bedarfe auf beiden Seiten eine bedeutende Funktion zu. Für ein stärkeres Engagement der Gemeindeebene im Bereich Altenbetreuung und Pflege spricht auch, dass attraktive kommunale Angebote ein zunehmend wichtiger Standortfaktor für Wohnsitzgemeinden sind.

Die Kommunen könnten sich in Zukunft in den folgenden vier Bereichen, die für eine umfassende
und zukunftsorientierte Pflege- und Altenbetreuungspolitik zentral sind und zum Teil
auch im WIFO-Weißbuch "Mehr Beschäftigung durch Wachstum auf Basis von Innovation und Qualifikation" detaillierter behandelt werden, stärker engagieren:

1. Planung von Pflege- und Altenbetreuungsmaßnahmen der öffentlichen Hand

2. Pflege- und Betreuungsangebote (z.B. Pflegeplattformen)

3. altersgerechtes Wohnen (z.B. Wohnblocks mit Betreuungseinheit oder Integration neuer
Kommunikations- und Pflegetechnologien in Wohnungen und Wohnungsverbünde)

4. Infrastruktur (z.B. öffentlicher Personennahverkehr)

Eine verstärkte Einbeziehung der Kommunen in Pflege und Altenbetreuung erfordert schließlich
auch eine entsprechende Anpassung der föderalen Finanzbeziehungen.

Gemeindefinanzbericht 2006 präsentiert
Hier gehts zu den Audio-O-Tönen der Pressekonferenz


Verfasser: Daniel Kosak (daniel.kosak@gemeindebund.gv.at)



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