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"Aktion Schilderwald" sehr erfolgreich

02.07.2007
157 Verkehrsschilder will Eisenstadt nun aus seinem Stadtzentrum entfernen. In der letzten Juni-Woche waren insgesamt 400 Verkehrszeichen für einige Tage verhüllt worden, nun liegt das Ergebnis des österreichweit bisher einzigartigen Pilotversuches vor.

Die Aktion der Stadtgemeinde und des Automobilklubs ÖAMTC "(K)ein Schild", sollte auf nicht verständliche und überflüssige Schilder, im Eisenstädter Stadtzentrum aufmerksam machen. Experten der Stadt, des ÖAMTC und der Polizei haben eine Woche lang die Verkehrssituation beobachtet. Jetzt sollen die überflüssigen Schilder entfernt werden, damit Fehlreaktionen und Fehlverhalten der Kraftfahrer künftig besser vermieden werden. Nach den positiven Erfahrungen will man den Versuch in absehbarer Zeit auf das gesamte Stadtgebiet ausdehnen. Eisenstadt hat derzeit etwa 2.500 Verkehrsschilder.

Zustimmung in der Bevölkerung

"Die Aktion war sehr erfolgreich. Wir haben durchwegs positive Reaktionen von den Verkehrsteilnehmern bekommen", erklärt Eisenstadts Vizebürgermeister Josef Christian Schmall. Bei einer Befragung von 200 Menschen, parallel zur Aktion, gaben mehr als 90 Prozent an, die Idee für sinnvoll zu halten. 80 Prozent der Verkehrsteilnehmer wussten über die Aktion Bescheid. Nach dieser Testaktion sollen nun 157 unnötige Schilder in den nächsten Tagen entfernt werden. Abgenommen werden größtenteils Zusatzschilder und Hinweistafeln, so Mario Rohracher, Chef der ÖAMTC-Interessensvertretung. Heute, Montag, wurden bereits die ersten unnötigen Schilder "umgeholzt". Der ÖAMTC ist von der Aktion überzeugt: "Wir fühlen uns in unserer Annahme bestätigt, dass Kraftfahrer mit Freiräumen verantwortungsbewusst umgehen können und weniger Schilder mehr Sicherheit auf den Straßen bringen", sagt Rohracher.


 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

Vizebürgermeister Josef Christian Schmall und Mario Rohracher vom ÖAMTC freuen sich über das erfolgreiche Pilotprojekt. Die ersten Schilder wurden bereits heute, am 2. Juli 2007, entfernt.

Verkehrsdelikte hielten sich in Grenzen

In der Versuchswoche blieben Verkehrsprobleme aus, es wurden auch keine Verstoße aufgrund verhüllter Schilder registriert, so Schmall. "Wir haben in der vergangenen Woche bei Vorfällen Informationszettel verteilt und keine Strafen verhängt. Die Delikte haben sich jedoch ohnehin in Grenzen gehalten, da meist nur der ruhende Verkehr betroffen war", berichtet Bezirksinspektor Günter Bauer im Gespräch mit kommunalnet.at. Über den Sommer soll nun entschieden werden, ob neben den 157 geplanten Verkehrszeichen auch noch weitere abgebaut werden. "Bei den meisten der unnötigen Verkehszeichen kommen erst einmal nur die Zeichen selber weg, die Ständer bleiben noch stehen. Denn bei Problemen werden die Schilder wieder montiert", erklärt Bauer. Die Verkehrszeichen können ohnehin nicht einfach so entfernt werden. Die Abholzung der überflüssigen Schilder wird je nach den rechtlichen Erfordernissen in den kommenden Wochen und Monaten erfolgen. In vielen Fällen - nämlich bei Schildern auf Gemeindestraßen - ist dazu ein Beschluss des Gemeinderates notwendig. Von der Aktion überzeugt möchte die Stadt das Projekt noch weiter ausdehnen. "In den nächsten Monaten wird eine Expertengruppe das gesamte Stadtgebiet durchforsten und weitere unnötige Schilder entfernen", so Schmall.

Wahllose Entfernung ist nicht möglich

"Bei der Aktion in Eisenstadt wurde im Vorhinein genau überprüft, welches Verkehrsschild verhüllt werden kann, ohne dass dabei große Probleme auftreten würden", berichtet Bauer. Welches Verkehrszeichen letzlich verhüllt oder sogar entfernt wird, darüber hat die Exekutive mitentschieden. "Mit dieser Klärung im Vorhinein wollten wir vermeiden, dass wichtige Verkehrszeichen ohne Bedacht entfernt werden. Denn sollte ein Unfall an einem Ort geschehen, wo ein wichtiges Verkehrszeichen fehlt, dann kann es schnell zu einem Rechtsstreit kommen" so Bauer. "Eine wahllose Entfernung von Verkehrsschildern ist daher nicht möglich. Es sollte daher immer eine umfangreiche Analyse der Notwendigkeit von Verkehrszeichen geschehen, um etwaige Problemsituation zu vermeiden." Dass diese Analyse ohnehin zwingend gesetzlich vorgesehen ist, wissen viele nicht. Rein rechtlich müsste die Notwendigkeit jedes Verkehrszeichens alle zwei Jahre von Gutachtern bestätigt und von der Gemeinde begründet werden.

Interesse aus ganz Österreich

Viele andere Gemeinden aus ganz Österreich hätten sich bereits gemeldet um ihr Interesse an einer derartigen Aktion zu bekunden, sagt Rohracher. Auch mit dem Wiener Verkehrsstadtrat Rudolf Schicker werde es Gespräche geben. Der ÖAMTC-Experte betont zudem, dass die "Aktion Schilderwald" auch Signalwirkung für die Zukunft hat und verhindern soll, dass weitere unnötige Schilder aufgestellt werden.


Verfasser: Antonia Udwardi (volontaer@gemeindebund.gv.at)


 weiterführende Links

Eisenstadt verhüllt Verkehrsschilder




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