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Gemeindeübergreifende Kinderbetreuung

18.09.2007
Die Vorarlberger Gemeinden vernetzen sich bei der Kinderbetreuung. Ab sofort können Kinder zur Betreuung auch in Nachbargemeinden kommen. Dieses Angebot wurde bereits von einigen Kommunen beschlossen und soll auf weitere ausgeweitet werden. Eine neue Landesförderung bietet den Gemeinden einen zusätzlichen Anreiz, sich an der gemeindeübergreifenden Kinderbetreuung zu beteiligen.

Bei der Gewährleistung einer umfassenden Kinder- und Schülerbetreuung stoßen vor allem kleinere Gemeinden schnell an ihre Grenzen. Finanzielle Unterstützung des Landes gibt es erst ab einer bestimmten Anzahl von Kindern. Mit dem neuen Modell, eine gemeindeübergreifende Lösung des Problems zu finden und diese auch zu fördern, stößt das Land auf offene Ohren bei den Gemeindevertretern. Mit der freien Wahl des Kinderbetreuungsplatzes können Eltern ihre Kinder jetzt auch in den Nachbargemeinden unterbringen und auf gemeindeübergreifende Ansprechpartner zählen. Die Gemeinden Schlins (Bezirk Feldkirch), Lochau (Bezirk Bregenz) und Koblach (Bezirk Feldkirch) sind bereits fix an Bord.

Gemeinde-Kooperationen werden gefördert

Der Vorarlberger Gemeindeverbandspräsident Wilfried Berchtold zeigt sich erfreut über die gute Zusammenarbeit der Gemeinden: "Als Beispielgemeinde hat Schlins das Kooperationsmodell bereits beschlossen und bietet somit seinen Bewohnern eine flexible Kinderbetreuung über die Gemeindegrenzen hinweg. Auch mit anderen Gemeinden arbeiten wir sehr gut zusammen und sind optimistisch, dass diese sich mehr und mehr an dem Projekt beteiligen." Der Gemeindeverband sieht einen hohen Bedarf in diesem Betreuungsmodell. Familien sind immer mehr auf diese freie Wahl des Betreuungsplatzes angewiesen, da entweder Wohnort und Arbeitsplatz nicht im selben Ort sind oder das Betreuungsangebot in der eigenen Gemeinde nicht dem Bedarf entspricht.


"Bestmögliches flexibles Betreuungsangebot"

Der Bürgermeister von Schlins, Mag. Harald Sonderegger, sieht die Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden aus der Umgebung als eine Bereicherung und Verbesserung des Betreuungsangebotes an. Die Idee ist für den Gemeindechef zwar nichts Neues, in der Praxis gäbe es diese Kooperation schon seit längerem, er begrüße jedoch das offizielle Modell und die finanzielle Unterstützung vom Land. "Es ist uns sehr wichtig, ein bestmögliches flexibles Betreuungsangebot für die Kinder zu bieten. Eltern sind vielfach berufstätig und müssen bei der Kinderbetreuung von der Gemeinde unterstützt werden. Mit dem Modell ist es uns möglich, auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Bürger einzugehen", betont Sonderegger. In der Gemeinde Schlins werden Kindern aus der gesamten benachbarten Region Plätze zur Verfügung gestellt, einige Dreijährige besuchen dafür in der Nachbargemeinde Röns den Kindergarten. "Auch wenn es noch keine detaillierten Zahlen gibt, kann die Gemeinde bis Ende September mit rund 5.000 bis 7.000 Euro an finanziellen Zustchüssen rechnen", sagt der Gemeindechef.

"Optimales Angebot auch für kleine Gemeinden"

Auch die Gemeindechefs von Lochau und Koblach befürworten die Gemeindekooperationen. "Das Thema Kinderbetreuung ist uns in Lochau immer schon sehr am Herzen gelegen, weshalb wir diese Regelung auch sehr begrüßen. Sollten wir also Bedarf von anderen Gemeinden haben, dann decken wir diesen auch gerne ab", betont Xaver Sinz, Bürgermeister von Lochau. Der Koblacher Bürgermeister Fritz Maierhofer zeigt sich ebenso begeistert von der Idee: "Auch kleine und mittlere Gemeinden wollen natürlich ein möglichst optimales Angebot an Kinderbetreuung zur Verfügung zu stellen. Der Bedarf an Betreuungsplätzen ist groß und wenn dieser in kleineren Gemeinden nicht gedeckt werden kann, dann sind Kooperationen mit Nachbargemeinden doch sicherlich eine sehr gute Lösung."

Landesförderung als Anreiz für die Gemeinden

Um den Gemeinden einen Anreiz zur Beteiligung am Kooperationsmodell zu geben, fördert das Land die Gemeinden, indem ein zusätzlicher Personalaufwand für Kinder- und Schülerbetreuung unterstützt wird. Voraussetzung für diese Förderung ist, dass die Gemeinde einerseits den Eltern die freie Wahl der Kinderbetreuungseinrichtung ermöglicht und andererseits sie dem Träger der Betreuungseinrichtung einer anderen Gemeinde einen Beitrag von mindestens 0,40 Euro pro Kind und Betreuungsstunde bezahlt. Ziel des neuen Fördermodells ist eine Kooperation zwischen größeren und kleineren Gemeinden, um bestehende Einrichtungen besser auszulasten und ein qualitativ hochwertiges Angebot zu gewährleisten. So wird auch für kleinere Gemeinden die Kinderbetreuung leistbar und sie können den Bedarf an Kinderbetreuung besser abdecken.


Verfasser: Iris Freundorfer (volontaer@gemeindebund.gv.at)



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