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Elektroaltgeräte: Österreich ist Sammelmeister

21.09.2007
Die Sammlung und Entsorgung von Elektroaltgeräten in Österreich ist eine Erfolgsstory. 62 Millionen Tonnen Elektroschrott, das entspricht 186 voll beladenen Jumbojets, wurden 2006 bei den Sammelstellen in den Gemeinden abgegeben.

Die Elektroaltgeräteverordnung (EAG-VO) ist seit August 2005 in Kraft. Seitdem ziehen alle an einem Strang - die Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle Austria GmbH, kurz EAK, die Kommunen, die Wirtschaft und die Konsumenten. "Die Österreicher kommen ihrer Verpflichtung der umweltgerechten Entsorgung von Elektroaltgeräten weiterhin vorbildlich nach", freut sich die Geschäftsführerin der EAK, Mag. Elisabeth Giehser, im Gespräch mit dem Gemeindebund. Die Bundesländer haben Direktverträge mit den fünf bewilligten Sammelsystemen.

62 Millionen Tonnen oder 186 beladene Jumbo-Jets

Im Vorjahr konnte das EU-Sammelziel um mehr als 90 Prozent überschritten werden. Konkret bedeutet das: Die EU gibt ein Sammelziel von vier Kilogramm pro Einwohner  und Jahr vor. Bei den Sammelstellen in Österreichs Gemeinden wurden im Vorjahr 7,65 Kilogramm pro Österreicher, das sind 62 Millionen Kilogramm Elektroaltgeräte,  abgegeben. "Die Gesamtsammelmasse entspricht etwa einem Gewicht von 186 voll beladenen Jumbo-Jets.  Die Sammelmenge pro Einwohner steigerte sich von 2005 auf 2006 um 30 Prozent", sagt EAK-Chefin Giehser.  Und es wird immer mehr. Der Generalsekretär im Lebensministerium, Mag. DI DDr. Reinhard Mang, prognostiziert: "Die Elektroaltgeräte sind der Abfallstrom, der am schnellsten wächst. Innerhalb der nächsten zwölf Jahre wird sich das Abfallaufkommen verdoppeln."  Hinzu kommt, dass die Produktion von Fernsehgeräten mit Bildröhre und vom VHS-Videorekorder eingestellt wurde, meint der Vorsitzende des Aufsichtsrats der EAK KR Ing. Wolfgang Krejcik.

kommunalnet.at ist starker Partner

358 Sammelstellen aus fünf Bundesländern haben im Vorjahr die Abholkoordinierung durch die EAK in Anspruch genommen. Die Steiermark und Kärnten nutzen das EAK-Angebot besonders intensiv. Information steht im Vordergrund. "Wir betreiben auch umfassend Öffentlichkeitsarbeit. Die regelmäßige Information der Bevölkerung gehört zu den Hauptaufgaben der Koordinierungsstelle. Wir arbeiten eng mit kommunalnet.at zusammen und versenden via kommunalnet.at drei Mal pro Jahr einen digitalen Newsletter an die Gemeinden", erklärt Giehser. Mit Informationsfoldern, die Gemeindezeitungen beigelegt werden, soll das Bewusstsein weiter geschärft und die Sammeldisziplin weiter erhöht werden.


West-Ostgefälle bei Sammlung in Österreich

"In Österreich zeichnet sich bei der Sammlung von Elektroaltgeräten ein West-Ostgefälle ab. In Tirol und Vorarlberg gibt es vergleichsweise sehr hohe Sammelmengen. In einzelnen Regionen in Tirol werden sogar mehr als zwölf Kilogramm Elektroaltgeräte pro Kopf gesammelt. Richtung Osten wird es weniger", erklärt der Bundesobmann der ARGE Österreichischer Abfallwirtschaftsverbände und Bürgermeister der oberösterreichischen Kommune Schlägl , Ing. Josef Moser, im Gespräch mit dem Gemeindebund. Die Altstoffsammelzentren seien bürgernah, auch in den Landgemeinden seien die nächsten Zentren nicht mehr als fünf Kilometer entfernt. "Den Kommunen geht es immer darum, dass der Stoffkreislauf geschlossen und Vorsorge getroffen werden. Wertstoffe wie Kupfer und sogar Gold werden aus den Geräten herausgeholt, Giftstoffe wie Quecksilber und Blei eliminiert", sagt Moser.

Produzentenverantwortung war Hauptforderung

Zu den Kernforderungen der kommunalen Abfallwirtschaft zählt jene nach Produzentenverantwortung. Verhandelt wurde lange mit dem Bund. Es ist gelungen, freut sich Moser, in diesem Bereich die Interessen der Bürger zu vertreten. "Die Gemeinden haben sich als zuverlässige Dienstleister für die Wirtschaft erwiesen. Der Bürger kann sich hundertprozentig darauf verlassen, dass niemand ein Geschäft mit der Elektroaltgerätesammlung und -entsorgung macht. Der Bürger hat einen direkten Kontakt, denn der Bürgermeister ist vor Ort. In Oberösterreich ist beispielsweise jeder Freitag Altstoffsammeltag. Der Bürger kann dann sozusagen seine ökologische Beichte ablegen", meint Moser.

"Sorgen dafür, dass kein Entsorgungschaos entsteht"

Moser versichert  in seiner Position als Bundesobmann der Abfallwirtschaftsverbände, dass es auch in Zukunft kein Entsorgungschaos geben wird. Für Probleme hat er konkrete Vorschläge: "Kleine Gemeinden in Kärnten und in der Steiermark wenden sich an uns und jammern, dass die Altgeräte nur zwei Mal im Jahr abgeholt werden. Wir denken darüber nach, wie wir eine häufigere Abholung organisieren."


Verfasser: Nadja Tröstl (nadja.troestl@gemeindebund.gv.at)


 verfügbare Downloads

EAG-Sammlung in Österreich: Ergebnisse und neue Entwicklungen (DOC; 1,94 MB)
EAG: Zahlen/Daten/Fakten 2006 und 2007 (DOC; 344 KB)




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