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Mureck ist die "Innovativste Gemeinde 2007"

27.09.2007
Im Rahmen des Gemeindetages wurden die "Innovativsten Gemeinden Österreichs" ausgezeichnet. Die steirische Gemeinde Mureck ist der Sieger des vom Gemeindebund mitveranstalteten Wettbewerbs. Der Zweite Platz geht an Wolfurt (Vbg.). Die Kärntner Kommune Diex kann sich mit dem Dritten Platz schmücken.

Die innovativste Gemeinde Österreichs des Jahres 2007 liegt in der Steiermark. Für das Projekt "Murecker Energiekreislauf" wird die steirische Kommune im Rahmen des Gemeindetages in Klagenfurt mit dem begehrten Preis ausgezeichnet. Der Wettbewerb zur "Innovativsten Gemeinde Österreichs" findet 2007 schon zum vierten Mal statt. Im Vorjahr hatte die NÖ Gemeinde Amstetten das Rennen gemacht, 2005 gewann die oberösterreichische Kleingemeinde Schenkenfelden, 2004 wurde die energieautarke Gemeinde Güssing im Burgenland ausgezeichnet.

"Murecker Energiekreislauf" bringt begehrten Innovationspreis

Der Murecker Energiekreislauf besteht aus drei Betrieben. Dabei handelt es sich um die Biodiesel-Erzeugung der SEEG (Südsteirische Energie- und Eiweißerzeugungsgenossenschaft), die Nahwärme Mureck und die ÖKO Stromanlage. Mit den in Mureck vorhandenen Bioenergiebetrieben werden 160% der in Mureck benötigten Energie durch Bioenergie abgedeckt. Die praktische Umsetzung war nur in Zusammenarbeit mit den Bioenergiebetrieben und unter Einbindung der gesamten Bevölkerung machbar. Jährlich besuchen 6000 bis 8000 Interessierte aus aller Welt Mureck, um sich den Energie-Kreislauf vor Ort anzuschauen. Das Murecker Projekt wird von drei Säulen getragen.
1. Rapsverarbeitung durch die SEEG: Etwa 500 Landwirte der Region sind Mitglieder der SEEG, die auch Altspeiseölverarbeitung für Biodiesel macht. Die SEEG ist als Genossenschaft organisiert, eine alt bewährte und wieder immer öfter genutzte Organisationsform im kommunalen Bereich.
2. Nahwärme: Die Nahwärme Mureck GmbH betreibt ein Biomasse-Heizwerk.
3. Ökostrom: Zur Absicherung des Strombedarfes errichtete die Ökostrom Mureck GmbH eine Biogas-Ökostromanlage mit einer elektrischen Leistung von 8000 MWh pro Jahr und einer ebenso großen Wärmeleistung. Eine Reinigungsanlage wird 2008 installiert, so dass das Gas auch für den mobilen Bereich als Kraftstoff verwendet werden kann. Als Energieträger werden Wirtschaftsdünger und nachwachsende Rohstoffe, sowie die Nebenprodukte der Biodieselerzeugung verwendet. Der "Murecker Energiekreislauf" ist ein zukunftsträchtiges und nachhaltiges Energiekonzept. Eine Nachahmung ist aus ökologischer, ökonomischer und gesellschaftspolitischer Sicht notwendig.
Die Highlights des Murecker Energiekreislaufes sind, dass jährlich rund 300.000 Euro für Energieausgaben in der Gemeinde Mureck eingespart werden konnten. Weiters ergibt sich für die Region eine Wertschöpfung von rund elf  Millionen Euro. Durch das Heranwachsen des "Murecker Energiekreislaufes" wurden und werden neue Arbeitsplätze geschaffen. Durch die Energieerzeugung mit Rohstoffen aus der Region werden außerdem folgende Vorteile erreicht: Umweltschonung  durch 35 Millionen kg CO2-Einsparung pro Jahr - bringt mehr Sicherheit, Komfort, Wertschöpfung und Lebensqualität in der Gemeinde. 

Zweiter Platz geht an Wolfurt für "Zukunftsnetzwerk für Senioren"

Den zweiten Platz beim Innovationswettbewerb des Gemeindebundes erreicht die Vorarlberger Gemeinde Wolfurt, die einen besonderen Schwerpunkt auf das Wohlbefinden der älteren Generation gelegt hat. "Dies ist in Zukunft eine der großen Herausforderungen unserer Gesellschaft", so Bürgermeister Egon Mohr. "Das beschränkt sich nicht nur auf den Bau von Seniorenheimen, betreuten Wohnungen usw., sondern Wolfurt ist gegenüber neuen und innovativen Ideen immer aufgeschlossen und setzt sie auch um." 
Die wichtigsten Elemente des Wolfurter Projekts:
1. Zentrale Beratung und die weichen Faktoren - die menschlichen Seiten der Organisation - werden für die Lebensqualität älterer Menschen in den Gemeinden entscheidend sein. In Wolfurt besteht bereits ein gut funktionierendes soziales Netzwerk. Die Koordinierung professioneller und ehrenamtlicher Dienste ist die wichtigste Herausforderung. Durch "Case-Management" findet die Abklärung der persönlichen Situation sowie des Umfeldes des Betreuungsbedürftigen statt; das "Care-Management" hat die Abklärung des Gesundheitszustandes zum Inhalt. Ziel ist es, ältere Menschen so lange wie möglich in ihrer gewohnten Umgebung zu lassen. Die Einbeziehung möglichst vieler ehrenamtlicher Helfer bietet den Klienten nachhaltig finanzier- und leistbare Lösungen an.
2. Fahrzeugpool: Wurde aus gekauften und gespendeten Fahrzeugen und Geräten eingerichtet, die von bewegungseingeschränkten Personen bei Bedarf ausgeliehen werden können.
3. Barrierefrei im ganzen Ort: Heuer wird der ganze Ort von einer Experten-Gruppe auf rollstuhlgerechte Ausführung von Gehsteigen, Wegen, Übergängen, öffentlichen Gebäuden, Geschäften, Gasthäusern usw. überprüft und eine Liste für Verbesserungen erstellt.
4. Stationäre Betreuung und Pflege auf 4-Sterne Niveau: Wenn die stationäre Pflege nicht mehr zu vermeiden ist, soll diese auf hohem Niveau und für die Betroffenen zutiefst menschlich angeboten werden.
5. Seniorenstiftung Wolfurt: Durch die Gemeinde eingerichtet, die aus dem Gemeindebudget jährlich mit derzeit 72.000 Euro gespeist wird. Inzwischen gab es auch bedeutende Zustiftungen von Privaten, das Stiftungsvermögen für Pflege von alten und kranken Menschen beläuft sich derzeit auf über 1,5 Mio. Euro. Aus den Stiftungserträgnissen werden Seniorenbetreuungs-Dienste, wie z B. Krankenpflege, unterstützt und können kostengünstig bzw. sogar kostenlos ihre Dienste anbieten.
Mit den aufgelisteten Maßnahmen will die  Gemeinde den im Ort wohnenden Menschen ein hohes Maß an Lebensqualität und Sicherheit auch im Alter gewährleisten. Wolfurt ist überzeugt, damit zukunftsweisende Schritte gesetzt zu haben! Nutzen: Deutliche Kosteneinsparung durch Vermeidung von Doppelgleisigkeiten in der Organisation. Spürbare Kosteneinsparungen durch Einbindung von ehrenamtlich tätigen Mitbürgern. Höchster Grad an Zufriedenheit und positivem Feedback von älteren Menschen. Durch Einrichtung der Seniorenstiftung gezieltes "Fundraising", eine neue Finanzierungsquelle der Zukunft nach amerikanischem Muster. 


Diex erreicht mit Sonnenkraft den dritten Platz

Mit durchschnittlich über 2000 Stunden Sonnenscheindauer im Jahr ist Diex als "die sonnenreichste Gemeinde Österreichs" bekannt. Diese überdurchschnittliche Sonneneinstrahlung ermöglicht der Gemeinde den verstärkten Einsatz der Photovoltaik. Die Gemeinde hat sich mit dem Projekt "Sonnenkraft Diex" zum Ziel gesetzt, ihre öffentlichen Gebäude mit Photovoltaikanlagen auszustatten, die öffentliche Beleuchtung auf diese Technologie umzustellen sowie die Gemeindebürger zu animieren, in die Errichtung von Photovoltaikanlagen (Kleinanlagen bis 5kWp) zu investieren. Begleitend dazu investiert die Firma Software-Systems in Diex  in die Errichtung einer PV-Anlage von insgesamt 20kWp und somit auch in die solare Mobilität für ihre Mitarbeiter (Einsatz von E-Autos und Schaffung einer E-Tankstelle). Am 20. Juli 2007 wurde der erste Teil der öffentlichen Beleuchtung in Betrieb genommen. Am neuen Amtsgebäude wurde eine 3kWp Photovoltaikanlage errichtet, mit welcher der Großteil der im Amt benötigten elektrischen Energie abgedeckt und der Überschuss-Strom in das Netz eingespeist wird. Alle Ortsbegrüßungstafeln wurden mit PV-Beleuchtung ausgestattet. Bei der Umsetzung dieses Projektes wird die Gemeinde von der Photovoltaik Austria Federal Association und der Fachhochschule in Wels unterstützt. Neben der Firma software-systems.at sind weiters mit dabei: die Unternehmen Solartec Photovoltaik GmbH. aus St. Stefan im Lavanttal, EPS-Soltec aus Hörbranz (Vbg.) und der Leuchtmittelhersteller Fa. Osram (Regensburg). Dieses Projekt ist auch bei der Kommunalmesse anlässlich des Österreichischen Gemeindetages 2007 in Klagenfurt mit den Projektpartnern vertreten. 

Sonderpreis für besondere technologische Innovation geht an Fohnsdorf

Die steirische Gemeinde Fohnsdorf setzt neue Maßstäbe in der Kommunikation mit ihren Gemeindebürgern. Fohnsdorf verfügt über ein vollständiges und ständig wachsendes Videoportal auf der gemeindeeigenen Homepage. Über dieses Portal stellt der Bürgermeister seine Gemeinde vor, auch alle relevanten Gemeindepolitiker geben in einem "Word Rap" Auskunft über ihre Beziehung zur Gemeinde, ihre Arbeitsschwerpunkte und künftige Vorhaben. Zudem betreibt die Gemeinde eine eigene Video-Nachrichtensendung im Internet. Wann immer in Fohnsdorf etwas Berichtenswertes passiert, informiert man die Gemeindebürger mit einer eigenen, kleinen aber sehr professionellen Nachrichtensendung. Auch die Gemeindezeitung ist in einer Online-Version mit bewegten Bildern verfügbar. Das Video-Portal wurde in Zusammenarbeit mit dem Wiener Unternehmen Web-Free-TV entwickelt.
Die steirische Gemeinde zählt damit österreichweit zu den Vorreitern einer offensiven Internet-Kommunikationsstrategie und erhält dafür den Sonderpreis der "Innovativsten Gemeinde Österreichs 2007" für eine besondere technologische Innovation.

Österreichischer Gemeindetag 2007 


Verfasser: Nadja Tröstl (nadja.troestl@gemeindebund.gv.at)



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