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Gegen Auflösung von Schulsprengeln

01.02.2008
Zuletzt war von Unterrichtsministerin Claudia Schmied die Auflösung der Schulsprengel öffentlich angedacht worden. Eine Idee, gegen die sich die Gemeinden sehr heftig wehren, weil sie den Tod viele Kleinschulen im ländlichen Raum befürchten.

Eine klare Absage erteilt Gemeindebund-Präsident Bgm. Helmut Mödlhammer den Vorschlägen von Unterrichtsministerin Claudia Schmied, die zuletzt laut über eine Auflösung der Schulsprengel nachgedacht hatte. „Man muss wissen, dass die Auflösung der Sprengel der sichere Tod für viele Kleinschulen im ländlichen Raum wäre“, so Mödlhammer.

„Würde man die Schulsprengel auflösen, dann hätte das im ersten Schritt vor allem für die Schulen in unmittelbarer Nähe zu Ballungsräumen und regionalen Zentren katastrophale Folgen“, so Mödlhammer. Dadurch würden nämlich tausende Schüler künftig die Schulen in den Bezirks- oder Landeshauptstädten besuchen, weil diese den Arbeitsplätzen der Eltern näher liegen würden. „Das heißt, dass viele so genannte Umland-Gemeinden in Bälde ihre Pflichtschulen zusperren werden können“, befürchtet Mödlhammer.

Schüler nicht zu Auspendlern machen

Im zweiten Schritt würden, so der Gemeindebund-Präsident weiter, auch die Klein- und Kleinstschulen in den ländlichen Gebieten gehörig unter Druck geraten. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass es im Interesse der Frau Ministerin ist, wenn Schüler dann dauerhaft aus ihren Wohngemeinden auspendeln müssen, um zur Schule zu gelangen.“ Gerade die Kleinschulen würden – über das Bildungsangebot hinaus – einen wichtigen Zweck erfüllen. „Hier geht es auch um die Verankerung unserer Kinder in ihrer unmittelbaren Lebensumgebung“, so Mödlhammer. „Ich halte gar nichts davon, derartige Dinge einem vermeintlich freien Wettbewerb zu opfern. Der ländliche Raum hat schon genug mit Infrastrukturproblemen zu kämpfen. Bei allem Verständnis für Flexibilität, die Entwurzelung der Kinder kann nicht unser Anliegen sein.“

Keine Planungssicherheit mehr für Gemeinden

Für die Gemeinden selbst wäre die Auflösung der Schulsprengel auch organisatorisch und logistisch fatal: „Die Organisation von Schülertransporten wäre künftig unplanbar, weil man ja nie lang genug vorher weiß, wie viele Kinder wohin transportiert werden müssen. Dazu kommt eine extreme Planungsunsicherheit bei der Bereitstellung und Ausstattung der Schulen. In manchen Gebieten müssten dann neue Schulen gebaut werden, in anderen würden bestehende Schulen bald leerstehen.“

Unter den Gymnasien und weiterführenden berufsbildenden Schulen gebe es ohnehin schon Wettbewerb, „den müssen wir nicht künstlich auch noch auf den Pflichtschulbereich ausdehnen“. Schon jetzt sei es im AHS- und BHS-Bereich oft so, dass die Kinder extrem lange Anfahrtswege in Kauf nehmen müssten. „Ich bin nicht sicher, ob die Frau Ministerin weiß, um welche Uhrzeiten viele Kinder heute schon aufstehen müssen, um zeitgerecht eine höhere Schule zu erreichen. Falls sie es nicht weiß, dann lade ich sie herzlich ein, sich das einmal vor Ort anzuschauen und dann noch einmal zu überlegen, ob man das auch schon Kindern im Volksschulalter zumuten will, wenn die Schule in der eigenen Gemeinde zugesperrt werden muss.“


Verfasser: Daniel Kosak (daniel.kosak@gemeindebund.gv.at)



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