English | Française
SUCHE


STARTSEITELINKSIMPRESSUMKONTAKT
Verpflichtendes Kinderjahr kommt nicht

05.03.2008

Die Einführung eines verpflichtenden Kindergartenjahres für Kinder mit schlechten Deutschkenntnissen verzögert sich oder kommt sogar gar nicht. Die Gemeinden verweigern die alleinige Umsetzung und kritisieren undurchführbar hohe bürokratische Aufwände. Gemeindevertreter empören sich über die "Husch-Pfusch-Aktion".


Die Planung eines verpflichtenden Kindergartenjahres hat sich nun als eine "Husch-Pfusch-Aktion" erwiesen, die rechtlich nicht durchzusetzen ist, beklagen führende Gemeindevertreter. Bereits im Mai sollen Kindergärtnerinnen bei einem Schnuppertag die Deutsch-Kenntnisse der Vier- bis Fünfjährigen testen und dann über das verpflichtende Kindergartenjahr entscheiden.

"Bürokratischer Aufwand unmöglich"

Wie man jene Kinder erreicht, die sich eben nicht im Kindergarten einschreiben lassen, ist für Gemeindebund-Präsident Bgm. Helmut Mödlhammer völlig offen. "Wenn hier der Erziehungsberechtigte sagt: 'Mein Kind kann deutsch', dann kann ich es auch nicht bestreiten. Das heißt, ich bräuchte ein Expertengutachten und müsste dann vielleicht einen Bescheid erlassen, dass das Kind nicht deutsch kann. Dieser Bescheid ist dann wieder anfechtbar. Alles in allem ergibt sich daraus ein unmöglicher bürokratischer Aufwand", so Präsident Mödlhammer.


Mödlhammer will Chaos nicht akzeptieren

Ebenso ist für Mödlhammer die Frage ungeklärt, wie man Eltern dazu bringen könnte ihre Kinder in den Kindergarten zu schicken. "Was sollen wir tun, wenn die ausländischen Eltern ihre Kinder nicht in den Kindergarten schicken? Niemand kann sie dazu zwingen, ich kann die Kinder ja nicht mit der Polizei abholen lassen", betont Mödlhammer. "Das sind chaotische Zustände, es ist empörend, wie man mit den handelnden Personen umgeht."

Auch der steirische Gemeindebundpräsident Erwin Dirnberger bezweifelt, dass sich zeitlich alles ausgeht und kritisiert, er habe noch keine Informationen bekommen. So sei nicht geklärt, wie und wer überhaupt feststellen soll, welche Kinder nicht gut genug Deutsch können.

Kindergartenjahr ist Ländersache

Für die Sprachtests sei der Bund veranwortlich, für die Umsetzung des Kindergartenjahres die Länder. Das Unterrichtsministerium fühlt sich von der Kritik nicht betroffen. Vorerst scheint es also nichts mit dem verpflichtenden Kindergartenjahr für Ausländerkinder zu werden.


Verfasser: Marlies Nadlinger (marlies.nadlinger@gemeindebund.gv.at)



Feedback

Vorname :
Nachname :
Betreff :
Feedback :
*Rückmeldung :

Wünschen Sie eine Rückmeldung, dann geben Sie hier eine E-Mailadresse oder Telefonnummer an.
*Sicherheitsabfrage :


 Wie bewerten Sie diesen Artikel?

 sehr informativ neutral kaum informativ



 | Artikel per Email verschicken


Haben Sie eine Frage zu österreichs Gemeinden?

Schwerpunkte


.