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Murecks Energieerzeugungskonzept erobert die Welt

16.05.2008
Der "Murecker Kreislauf" ist nicht nur ein mehrmals prämiertes Konzept zur Erzeugung erneuerbarer Energie, sondern ist in dieser Form einzigartig auf der Welt. Als erste Region mit autarker Energieversorgung gilt die steirische Stadtgemeinde als globale Vorzeigekommune und produziert sogar mehr Energie als sie benötigt.
Eine Idee, die am Stammtisch entstanden ist, mauserte sich in den letzten Jahrzehnten zu einem revolutionären Konzept zur regionalen Bioenergieerzeugung. Die Grundidee war zunächst, unabhängig von Energie- und Tierfutterimporten zu werden und Biodiesel aus selbst angebautem Raps zu erzeugen. Bereits 1991 konnte das von der Südsteirischen Energie und Eiweißerzeugung Gen.m.b.H. (SEEG) verwirklicht werden. Mittlerweile wurde das Konzept ausgeweitet und dank des sogenannten "Murecker Kreislaufes" wird in der Region jetzt sogar mehr Energie erzeugt, als die Gemeinde überhaupt braucht. Jetzt wollen die Murecker breitere Massen mit ihrem revolutionären Energieerzeugungs-Modell erreichen.

"Von der Pfanne in den Tank" - Jeder Bürger leistet seinen Beitrag

Nicht nur Raps, auch Altöl wird von der SEEG zu Biodiesel verarbeitet. Die Gemeinden und Betriebe helfen mit, erneuerbaren und umweltfreundlichen Treibstoff zu produzieren, indem sie ihr altes Speiseöl sammeln. Seit der Inbetriebnahme der Nahwärme Mureck ist es der Gemeinde möglich, sich als erste Region weltweit selbst mit Bioenergie zu versorgen. Die Nahwärme betreibt ein Biomasse- Kraftwerk, das Heizmaterial dazu liefern Bauern und Sägewerksbesitzer. Zusätzlich ist in der Nahwärme ein Blockheizkraftwerk im Einsatz, das aus einem Nebenprodukt der Biodiesel-Produktion Strom erzeugt. Dadurch ist Mureck selbst bei einem Stromausfall mit Energie versorgt. Zur Vollversorgung von Strom und Wärme dient die Biogasanlage, bei der Mais, Wirtschaftsdünger und nachwachsende Rohstoffe verwendet werden. Mit diesen vernetzten Energiekreisläufen ist es der steirischen Gemeinde gelungen, unabhängig von Energieimporten und fossilen Rohstoffen zur Energieerzeugung zu werden.

Konzeptumsetzung auch in slowenischen Gemeinden

Das Bioenergie-Modell von Mureck soll auch in ausländischen Gemeinden erfolgreich umgesetzt werden. Unter dem Namen "steirische mur drau- bio energie region- mein platz zum leben" werden die Erfahrungen und Erkenntnisse zur Bioenergieerzeugung an acht steirische und sechs slowenische Gemeinden weitergegeben. Das nationale und internationale Interesse an dem nachahmenswerten Energiesystem von Mureck steigt erheblich an. Um anderen Regionen die Umsetzung des Systems näher zu bringen, werden Seminare und Besichtigungen der Murecker Energieanlagen veranstaltet.

Elf Millionen Euro Wertschöpfung für die Region

Durch den "Murecker Energiekreislauf" kann sich die Gemeinde nicht nur eigenständig mit Wärme und Strom versorgen, sondern profitiert auch finanziell davon. Die Gemeinde spart sich jährlich 300.000 Euro Energiekosten, an jährlicher Wertschöpfung bringt das Energiekonzept der Region rund elf Millionen Euro. Dank der Nahwärme Mureck erspart sich ein Haushalt 600 bis 800 Euro pro Jahr an Strom- und Heizkosten. Zusätzlich sichert das Murecker-Konzept Arbeitsplätze und reduziert die Abhängigkeit von Energieimporten. Nicht zuletzt trägt es nachhaltig zum Klimaschutz bei. Mureck verzeichnet eine Ersparnis von rund 45.000 Tonnen an CO² im Jahr.

Dieses Projekt wurde für den Wettbewerb "Klimaschutzgemeinde 2008" eingereicht. Der Bewerb wird von Gemeindebund, Lebensministerium und Verbund, in Partnerschaft mit der Kronenzeitung veranstaltet. Einreichbar sind schon umgesetzte Projekte, aber auch geplante und fixierte Projekte. Das Preisgeld beträgt insgesamt 90.000 Euro und soll in den Siegergemeinden für weitere Klimaschutzmaßnahmen oder -projekte eingesetzt werden. Die Einreichfrist für diesen größten Gemeinde-Wettbewerb Österreichs läuft noch bis zum 18. Mai 2008. Alle notwendigen Details und das Online-Einreichformular finden Sie hier . Wir freuen uns auf Ihre Einreichung.


Verfasser: Natalie Pillwatsch (volontaer@gemeindebund.gv.at)



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