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Vorarlberg: Nahversorgung stärkt dörfliche Lebensqualität

10.06.2008
Neun Gemeinden in Vorarlberg haben keinen eigenen Lebensmittelladen mehr. Im April setzten einige Gemeinden mit der Gründung des Vereins "Dörfliche Lebensqualität und Nahversorgung" ein starkes Signal dagegen. 43 Kommunen haben sich der Initiative bereits angeschlossen.
Immer mehr Gemeinden schließen sich landesweit dem Verein für "Dörfliche Lebensqualität und Nahversorgung" an. "Wir haben bereits Mitglieder vom Innermontafon bis zum Bregenzerwald und im Tannberggebiet", zeigt sich Ludwig Mähr, Obmann und Bürgermeister von Düns, zufrieden. Mit dieser Initiative setzen Vorarlbergs Kommunen auf mehr Zusammenarbeit im Bereich Nahversorgung. In rund einem Drittel der Gemeinden im Land Vorarlberg, vor allem in den Kleingemeinden, fehlt es bereits an entsprechenden Nahversorgungseinrichtungen.

Aktuell gibt es in Vorarlberg 220 Lebensmittelgeschäfte, die auf einer Verkaufsfläche von 108.850 m² ein Lebensmittelvollsortiment anbieten. Seit 1970 ist die Anzahl der Geschäfte von 878 auf 220 gesunken, was einem Rückgang um 60 Prozent entspricht. Die Verkaufsfläche ist gleichzeitig von 43.000 m² auf 108.850 m², also um zirka 250 Prozent der damaligen Fläche, gewachsen. (Quelle: WKO)

Nahversorgung diskutierte mögliche Handlungsansätze

Zuletzt wurden in Thüringerberg und in Raggal im Großen Walsertal die "Dorflädele" geschlossen. In Ludesch macht die örtliche Traditionsbäckerei zu. Ende Mai hat der Verein eine Nahraumkonferenz abgehalten, die aktuellen Herausforderungen der Betroffenen in den Gemeinden und Bedürfnisse unterschiedlicher Interessensgruppen thematisiert und sich mit der Frage "Welche Zukunft hat mein Lebensraum?" beschäftigt. Für die Nahversorgung kleiner Gemeinden oder Ortsteile können Lösungen nicht einfach verordnet werden. Gefragt sind immer wieder neue Ideen, Eigeninitiative der Betroffenen und gemeindeübergreifende Zusammenarbeit.

Langenegg investiert in nachhaltige Gemeindeentwicklung

Das folgende Beispiel beweist, dass es auch anders funktionieren kann: Um weiterhin einen privaten Nahversorger in der Gemeinde zu haben, machte Langenegg das Geschäft zur Sache der Allgemeinheit. Die Schließung eines Lebensmittelmarktes und eines Gasthauses in den 90er Jahren bestärkte die Gemeinde darin, selbst initiativ zu werden, um im Sinne des Erhalts der dörflichen Infrastruktur die Nahversorgung nachhaltig zu sichern.

Mit einem Budget von rund 1,5 Millionen Euro, vom Land gefördert, wurden Langeneggs Dorfstrukturen erneuert, somit auch in einen neuen Lebensmittelmarkt im Ortskern investiert. Mit dem Dorfladen können nun viele wichtige Grundbedürfnisse vor Ort befriedigt werden. Bürgermeister Georg Moosbrugger wäre es lieber, wenn zukünftig Langenegger im Dorfladen einkaufen, um die Wertschöpfung im Dorf zu belassen.

Verfasser: Marlies Nadlinger (marlies.nadlinger@gemeindebund.gv.at)



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