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Rekord-Arbeitslosigkeit im Dezember

03.01.2006
Inklusive Schulungen waren im Dezember 2005 350.282 Menschen in Österreich auf Arbeitssuche, das ist der höchste Wert in der zweiten Republik. Damit stieg die Arbeitslosenrate auf 8,7 Prozent und um 3,1 Prozent im Vergleich zum Dezember des Jahres 2004. Rund die Hälfte der Arbeitslosen lebt im Osten österreichs.

Der Dezember hat Österreich wie erwartet einen neuen Arbeitslosenrekord beschert. Mit 307.282 Jobsuchenden stieg die offizielle Arbeitslosigkeit im Jahresvergleich um 3,1 Prozent oder um 9.133 Personen und erreichte damit den höchsten Dezember-Wert der Zweiten Republik. Gegenüber November 2005 erhöhte sich die Arbeitslosigkeit saisonbedingt sogar um 19,4 Prozent oder um 50.012 Betroffene, teilt das Arbeitsmarktservice (AMS) am Dienstag mit. Rechnet man die 43.604 in Schulung befindlichen Personen dazu, waren im Dezember 350.886 Österreicher auf Jobsuche, um 11.303 Betroffene mehr als vor einem Jahr. Für Jänner erwartet die Arbeiterkammer einen weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit auf rund 400.000 Jobsuchende.

Frauen stärker betroffen als Männer

Vom Anstieg der Arbeitslosigkeit im Jahresvergleich waren Frauen deutlich stärker betroffen als Männer. Die Frauenarbeitslosigkeit nahm um 4,3 Prozent auf 113.041 Betroffene, die der Männer um 2,4 Prozent auf 194.241 Personen zu. Keine Entspannung gab es bei der Jugendarbeitslosigkeit. Insgesamt waren im Dezember 49.454 Jugendliche ohne Job, das waren um 3,7 Prozent oder um 1.751 Betroffene mehr als vor einem Jahr.

Die Beschäftigung nahm im Jahresvergleich um 1,23 Prozent oder um 39.100 auf 3,206.314 Personen zu. Da der Zuwachs mit mehr als 29.300 vor allem weiblich war, ist davon auszugehen, dass die Mehrzahl der neuen Jobs auf Teilzeitarbeitsplätze entfiel. Gegenüber November ging die Beschäftigung um 1,19 Prozent oder um 38.778 Personen zurück.

Ost-Region mit besonders vielen Arbeitslosen

Mehr als die Hälfte der Arbeitslosigkeit in Österreich entfiel Ende Dezember 2005 auf die Ost-Region. Demnach waren in Wien, Niederösterreich und im Burgenland 160.960 Personen arbeitslos gemeldet, das waren um 6.310 Betroffene oder um 4,1 Prozent mehr als vor einem Jahr. Fast ein Viertel oder 75.630 Jobsuchende wurden in der Region West mit den Ländern Oberösterreich, Salzburg, Tirol und Vorarlberg gezählt. Der Zuwachs im Jahresvergleich betrug demnach 0,7 Prozent oder 556 Betroffene. In den südlichen Ländern Kärnten und der Steiermark stieg die Arbeitslosigkeit um 3,3 Prozent auf 70.692 Jobsuchende.


Bartenstein lobt Arbeitsmarkt-Maßnahmen

Rund ein Drittel der 307.282 Jobsuchenden im Dezember haben eine Einstellungszusage, betonte Wirtschafts- und Arbeitsminister Martin Bartenstein (V) am Dienstag zur aktuellen Arbeitsmarktstatistik. Im Detail haben   88.331 oder 28,7 Prozent der vorgemerkten Personen eine Einstellzusage für einen neuen Arbeitsplatz. Das sind um 8.779 oder um 11,0 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Die Bundesregierung hat im Rahmen des Beschäftigungsförderungsgesetzes mit der Initiative "Unternehmen Arbeitsplatz" eine Qualifizierungs- und Beschäftigungsoffensive für mehr als 60.000 Personen zusätzlich gestartet, betonte Bartenstein. Dafür werden aus dem Budget 285 Mio. Euro zur Verfügung gestellt. Auf Grund dieser Initiative habe das Arbeitsmarktservice (AMS) schon im Dezember 2005 das bestehende Maßnahmenangebot gesteigert, so nahmen 43.604 Personen an AMS-Schulungsmaßnahmen teil, das waren um 2.170 oder um 5,2 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Zusätzliche Maßnahmen der Initiative "Unternehmen Arbeitsplatz" mit den Schwerpunkten Jobchance Pflegeberufe, Frauensonderprogramm und Jobsforyou wurden mit Jänner 2006 gestartet. Ab Februar 2006 werde auch der Kombilohn zur Verfügung stehen. Der Vollausbau dieser Maßnahmen werde im 2. Quartal 2006 erreicht sein.

Hohe Arbeitslosigkeit im Fremdenverkehr

Eine weitere Ursache sieht der Minister in der gegenüber der Entwicklung in den Vormonaten erhöhten Arbeitslosigkeit im Fremdenverkehr. Trotz steigender Beschäftigung erhöhte sich die Arbeitslosigkeit hier um 1.205 oder um 4,0 Prozent. Demnach entfallen 13,2 Prozent des Anstiegs der Arbeitslosigkeit auf den Fremdenverkehr. Diese Entwicklung sei vor allem auf den Anstieg des Arbeitskräftepotenzials, insbesondere durch den anhaltende Zustrom von Arbeitskräften aus Deutschland zurückzuführen. So waren Ende November 2005  um 7.377 oder um 17,8 Prozent mehr Personen aus Deutschland in Österreich beschäftigt als vor einem Jahr.

Im EU-Schnitt liegt Österreich gut

Die saisonbereinigte Fortschreibung der Arbeitslosenquote gemäß Eurostat-Berechnungsmethode des AMS-Österreich weist für Dezember 2005 eine Arbeitslosenquote von 5,3 Prozent aus. Die österreichische Arbeitslosenquote lag im November 2005 mit 5,2 Prozent nach Irland (4,3 Prozent; Oktober 2005), Dänemark (4,6 Prozent; Oktober 05), den Niederlanden (4,7 Prozent; November 05) und Großbritannien (4,8 Prozent; September 05) an fünfter Stelle in der Europäischen Union. Die Arbeitslosenquote der EU-25 beträgt 8,5 Prozent (Oktober 05) und liegt damit weiterhin deutlich über dem österreichischen Wert. Der Jahresdurchschnittswert 2004 für Österreich beläuft sich nach der neuen Berechnungsmethode auf 4,8 Prozent.

Die durchschnittliche Dauer einer Arbeitslosigkeitsepisode lag Ende Dezember 2005 bei 88 Tagen. Die aktuelle Verweildauer liegt somit sieben Tage unter dem Wert vom Dezember 2004.


Verfasser: Daniel Kosak (daniel.kosak@gemeindebund.gv.at)



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