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Im Gedenken an den Kärntner Landeshauptmann

14.10.2008
An bundespolitischen und internationalen Nachrufen für Jörg Haider mangelt es nicht. Auch seine Aktivitäten auf Landesebene in Kärnten sind hinreichend bewertet und beurteilt worden. Der kürzlich tödlich verunglückte Landeshauptmann von Kärnten hatte allerdings auch einen starken Bezug zu den Gemeinden, und zwar nicht nur in seinem Bundesland.
Jörg Haider hatte ein unglaubliches Talent dafür, Stimmungen zu erkennen und sie politisch zu verwerten. Seine Touren von Volksfest zu Volksfest, von Events in einer Gemeinde zur nächsten Veranstaltung, sind oft belächelt worden. Nicht nur einmal hat man ihn dafür belächelt und verspottet. Der Mensch Jörg Haider hat diese spöttischen Bemerkungen aber nie als Problem empfunden. Er wusste nämlich, welchen Wert es hat, direkt bei den Menschen zu sein. Sich anzuhören, was „das Volk so denkt“, welche Sorgen, Nöte und Probleme die Menschen haben.

Man hat den politischen Zugang Haiders und seine Schlussfolgerungen nicht unbedingt immer teilen müssen, wir haben seine Handlungen sogar sehr oft nur schwer oder gar nicht nachvollziehen können, auch ideologisch haben uns Welten getrennt. Sein Zugang zur österreichischen Zeitgeschichte war für uns ebenso problematisch, wie sein Umgang mit der Ausländerfrage. Fest steht aber: Er hatte ein sehr ausgeprägtes Sensorium, das ihm oft den Stoff für die politische Auseinandersetzung gegeben hat. In vielen Bereichen waren seine Ideen und Vorstellungen zumindest diskussionswürdig.

Wir erinnerm uns gut an viele Verhandlungsnächte zum Finanzausgleich, bei denen Jörg Haider als Vertreter der Bundesländer dabei war. In dieser Runde war es als Gemeindevertreter nicht immer einfach gegenüber der Bundespolitik zu argumentieren. Vielen Bundespolitikern sind die Aufgaben und die Anforderungen an die Gemeinden kaum bekannt. Jörg Haider kannte sich genau aus, er wusste, dass am Ende des Tages in der Durchführung vieles bei den Gemeinden landet. In derartigen Verhandlungen war auf ihn immer Verlass. Denn er wusste, gesunde Gemeinden sind das Rückgrat sowohl eines Staates, als auch eines Bundeslandes. Seine persönliche Anwesenheit bei einigen Gemeindetagen war sichtbarer Beweis seiner Wertschätzung für die Arbeit der Gemeinden.

Mit Jörg Haider ist ein Mensch und Politiker mit großer Ausstrahlung von uns gegangen, einer, der oft polarisierte. Er hat die Bundes- und Landespolitik mehr als zwei Jahrzehnte entscheidend mitgestaltet, das muss man – auch wenn man seine politischen Einstellungen nicht immer teilen konnte – anerkennen. Und er hat viel bewegt. Im Bund, in seinem Bundesland und auch für die Gemeinden. Dafür zollen wir ihm großen Respekt und seiner Familie unser tief empfundenes Beileid.

Bgm. Helmut Mödlhammer (Präsident des Österreichischen Gemeindebundes)
vortr. HR Dr. Robert Hink (Generalsekretär des Österreichischen Gemeindebundes)





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