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Festakt zu "90 Jahre Republik Österreich"

23.10.2008
Der Präsident des NÖ Landtages, Ing. Hans Penz, lud im Namen der österreichischen Landtagspräsidenten am Montag, den 20. Oktober 2008, zu einem großen Festakt "90 Jahre Republik Österreich" in den Palais Niederösterreich ein. Jener Ort, an dem vor genau 90 Jahren die erste Sitzung der provisorischen Nationalversammlung abgehalten wurde.
Zahlreiche Vorträge und Filmvorführungen- und dokumentationen begleiteten die Veranstaltung. Moderiert wurde der Festakt mit musikalischer Unterstützung des Quintetts der Polizeimusik NÖ von Mag. Richard Grasl. Unter den Gästen befanden sich unter anderem Niederösterreichs Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll, Nationalratspräsidentin Mag. Barbara Prammer, der Leiter des Ludwig Boltzmann-Instituts für Kriegsfolgenforschung Univ.-Prof. Dr. Stefan Karner sowie auch der Generalsekretär des Österreichischen Gemeindebundes, Vortr. Hofrat Dr. Robert Hink.

"Pflanze der Demokratie hegen und pflegen"LH Erwin Pröll, NR-Präs. Barbara Prammer und der NÖ Landtagspräsident Hans Penz beim Festakt (v.l.n.r.).

Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll wies mit seiner Rede "Niederösterreichs Rolle im Spiegel der Geschichte" auf den Ort der Veranstaltung hin: "Dieses Mauerwerk ist der Zeuge schlechthin für Schnittpunkte der Geschichte unserer Republik, die gleichzeitig auch Anfangspunkte waren". Die Erste Republik sei zwar nicht stärker gewesen als die Weltwirtschaftskrise und der Zweite Weltkrieg, aber "stark genug, um die Pflanze der Demokratie zu hegen und zu pflegen". Pröll wies auf die Gründerväter als Beispiel hin, ein gutes Erbe an die nächsten Generationen weiter zu geben.

"Aus Not und Elend hat sich ein zukunftsträchtiges Land entwickelt. Niederösterreich ist nicht nur ein Kernland Österreichs, sondern ist auch zu einem Kernland Europas geworden", so Pröll. Des Weiteren verwies der Landeshauptmann auf den Föderalismus als wichtige Grundlage für die Entwicklung der Republik: "Der Föderalismus hat Tradition und Zukunft". Es gelte stets, sich wie die Gründerväter auf das gemeinsame Ganze zu besinnen: "Im Geiste des Miteinander und des gegenseitigen Respekts".

Die Republik Österreich verwirklichte grundsätzlich den Föderalismus für ihr Territorium ."Die Länder waren vor dem Staate da!"

Univ.-Prof. Dr. Stefan Karner deutete in seinem Vortrag "90 Jahre Republik Österreich: Die Länder waren vor dem Staate da!" auf den "historischen Boden", auf dem der Gedenktag der Republik abgehalten wurde, hin. Karner ging auf die Rolle der Bundesländer vor 90 Jahren ein: "Die Länder waren schon da, als es den Staat noch nicht gegeben hat, sie hatten damals schon Identität, Geschichte, Kontinuität, ein funktionierendes Gemeinwesen und eine politische Idee".

"Parlament und Demokratie sind keine Selbstverständlichkeit"Die Demokratiewerkstatt im Palais Epstein motiviert Kinder und Jugendliche zu mehr Partizipation.

In dem darauffolgenden Vortrag "Parlamentarische Demokratie heute" sprach Nationalratspräsidentin Mag. Barbara Prammer in Anlehnung an Initiativen wie die "Demokratiewerkstatt" über die Notwendigkeit "jungen Menschen ein grundlegendes Verständnis des demokratischen Zusammenlebens zu vermitteln". "Die Auseinandersetzung mit der Geschichte lehrt uns, dass Parlament und Demokratie keine Selbstverständlichkeit sind", so Prammer. Sie sei "überzeugt, dass es keine Alternative zur parlamentarischen Demokratie gibt und wir alles daran zu setzen haben, diese auch zu stärken".

Von November 2008 April 2009 zeigt eine Ausstellung im Parlament die wichtigsten Entwicklungsstränge der Republik."Länder und Gemeinden bilden und tragen diesen Staat"

Die Rede von Ing. Hans Penz, dem Präsidenten des Niederösterreichischen Landtages, lautete "Vom Ende der Donaumonarchie bis zum Europa von heute: Die Länder als Rückgrat der Republik". Penz betonte - als einziger der Redner - mehrfach auch die wichtige Rolle, die die Gemeinden bei der Errichtung des Staates gespielt haben. Die historische Betrachtung der Jahre 1919 und danach zeige "Länder mit Tradition und Geschichte, die bereit waren, diesen Staat zu bilden und zu tragen". Penz deutete auf die Bedürfnisse der Menschen wie Sicherheit, Wohlstand und Freiheit und die Aufgabe diese zu erfüllen hin. Dazu brauche es eine Vielzahl von sozialen Gemeinschaften - von der Familie über Dörfer und Gemeinden über Länder und den Staat bis hin zu internationalen Möglichkeiten zusammen zu arbeiten. Die zentrale Aufgabe des Parlaments sei, den Meinungen der Menschen Ausdruck zu verleihen: "Unser erster und wichtigster Auftrag ist die Artikulierung der Bürgermeinung - nicht nur im Landtag, sondern jeden Tag", so Penz. Vor 90 Jahren gab es "große ideologische Differenzen, aber einen gemeinsamen Willen", heute gibt es "vergleichsweise geringe politische Auffassungsunterschiede", aber "bisweilen doch wenig Bereitschaft zu gemeinsamen notwendigen Erneuerungen", meinte der Präsident.

Im Anschluss an die Bundeshymne nach dem Festakt bat der Präsident des Niederösterreichischen Landtages zum Empfang in die Räumlichkeiten des Palais Niederösterreich.




Verfasser: Nada Andjelic (volontaer@gemeindebund.gv.at)



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