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Tirol zentralisiert seinen Rettungsdienst

06.10.2009
Das Land Tirol zentralisiert seinen Rettungsdienst. Ab 2011 soll ein Anbieter das ganze Land versorgen. Rotes Kreuz, Johanniter, Malteser und Samariterbund schließen sich zusammen - gegen dänische Konkurrenz. Das Vergabeverfahren läuft, die Bewerbungsfrist endete kürzlich.
Kürzlich endete die Bewerbungsfrist für die Teilnahme an der Ausschreibung für den neuen Tiroler Rettungsdienst. Die Bewertung erfolgt nun durch das Land Tirol, die Stadt Innsbruck, den Gemeindeverband, die Gebietskrankenkasse und die Leitstelle Tirol. Immerhin geht es darum, wer in den nächsten zehn Jahren in Tirol für den Rettungsdienst am Boden verantwortlich ist. Konkret geht es um bodengebundene Rettung, Krankentransporte und Notarztversorgung. Waren für diese Dienste bisher die Gemeinden zuständig, will das Land nun die Versorgung bündeln.

Tiroler Gemeinden sparen drei Millionen Euro

Der Präsident des Tiroler Gemeindeverbandes und Bürgermeister von Sölden Ernst Schöpf sieht an diesem Projekt nur positives: "Erstmals sind die Gemeinden über ihren Verband schon in die Definition der Kriterien intensiv eingebunden gewesen und entscheiden auch über die Vergabe mit", so Schöpf. So sei unter anderem die flächendeckende Versorgung ein wichtiges Kriterium. "Keiner soll länger als 15 Minuten auf einen Rettungswagen warten müssen." Darüber hinaus bringe die Zentralisierung den Gemeinden massive Einsparungen. "Die Tiroler Gemeinden werden künftig rund drei Millionen Euro weniger für die gleiche Leistung zahlen müssen, weil ihre Beiträge nach oben hin gedeckelt sind", so Schöpf. Im Vergabeverfahren seien die Leistungen der freiwilligen und ehrenamtlichen Mitarbeiter der heimischen Bietergemeinschaft hoch gewichtet. "Es ist sichergestellt, dass das beste Angebot zum Zug kommen wird", so der Tiroler Gemeindeverbandschef.

Heimische Bietergemeinschaft bewirbt sich

Das Rote Kreuz, bisher Quasi-Monopolist im Tiroler Rettungswesen, hat sich für die Teilnahme am Verfahren mit den kleineren Anbietern Samariterbund, Johannitern und Maltesern zusammengeschlossen. Die Bietergemeinschaft will dabei vor allem auch mit ihren Freiwilligen und Ehrenamtlichen punkten. Zusammen sehe man größere Chancen, das Rettungswesen in Tiroler Hand zu behalten. Denn die Konkurrenz schläft nicht. Seit Monaten, seit Beschluss des neuen Rettungsgesetzes im Juli, ist das Interesse des dänischen Konzerns Falck bekannt. Auch der Münchner Krankentransport (MKT) und das Grüne Kreuz sollen sich beworben haben.

EU-weite Ausschreibung

Das neue Gesetz fordert eine EU-weite Ausschreibung. Bisher kostete das Rettungswesen im Jahr rund 24 Millionen Euro. 2011 sollte der neue Anbieter das Rettungswesen übernehmen. Das Land hat aber offenbar eine Exit-Strategie. Sind alle Anbieter zu teuer, kann die Ausschreibung zurückgezogen werden. Das Limit des Landes ist natürlich geheim. Die Entscheidung, wer die Rettungsdienste ab 2011 in Tirol übernimmt, soll zu Jahresbeginn 2010 fallen.


Verfasser: Redaktion (daniel.kosak@gemeindebund.gv.at)



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